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Komplett zerstört wurde die Telefonleitung durch den Bliteinschlag.

Telekom spricht von „aufwendigen Maßnahmen“

Nach Blitzeinschlag: Anwohner seit acht Wochen ohne Telefon - Dramatische Folgen für Rentner-Ehepaar

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
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Seit acht Wochen hat ein ganzer Straßenzug in Erding kein Telefon. Für die Anwohner hat das zum Teil dramatische Folgen.

Erding - In der Nacht des 24. Juli tobte über Erding ein heftiger Sturm. Zu mitternächtlicher Stunde schlug in der Parksiedlung ein Blitz in einen mächtigen Baum ein und zersplitterte diesen regelrecht. In der Folge fiel eine Telefonleitung aus, die die gesamte Troppauer Straße versorgt. Die Anwohner haben seither tote Leitungen. Acht Wochen später ist die Deutsche Telekom endlich dabei, das Kabel zu reparieren.

Nach heftigem Sturm in Erding: Seit Wochen tote Telefonleitung

Der völlig geborstene Baum an der Ecke Liegnitzer Straße/Troppauer Straße war tagelang ein Anziehungspunkt für die Bewohner der Parksiedlung. Die Gewalt der Natur ließ sich dort eindrucksvoll bestaunen. Stamm und Äste hatten nicht nur das angrenzende Haus beschädigt, sondern auch die Telefonleitung.

Ein Haus weiter wohnt Dieter Ernst. Er hatte das Glück, dass die Telekom rasch eine Notversorgung zu ihm aufbaute, mit einer provisorischen Freileitung. Die Bewohner des Eckhauses weilten nach dem Sturm im Urlaub, die Telekom kam nicht auf das Grundstück und konnte deswegen keine längere Notversorgung einrichten.

Ernst berichtet, dass gleich nach dem verheerenden Unwetter der Asphalt aufgefräst worden sei. „Danach ist aber nichts mehr passiert.“ Ein Anruf bei der Telekom habe ergeben, dass es Probleme mit der Tiefbaugenehmigung gegeben habe. Diese Begründung hält er aber für vorgeschoben. „Seither haben wir dort keine Arbeiter mehr gesehen.“

Telekom-Problem in Erding: Rentner muss wegen blinder Frau Klinikaufenthalt verlegen

Für die Anwohner der Troppauer Straße heißt das: Sie können seit 24. Juli nur noch mit dem Handy telefonieren. Doch das hat nicht jeder – mit teils dramatischen Folgen.

Ernst berichtet von einem älteren Ehepaar, beide über 80, in der Nachbarschaft. Die Frau ist blind, der Mann hätte zu einer Behandlung ins Krankenhaus gemusst. Doch das musste er nach den Worten Ernsts verschieben, weil er seine Frau ohne jede telefonische Erreichbarkeit nicht alleine lassen wollte. Sie wäre sonst hilflos gewesen.

Ernst hatte Glück im Unglück, er kann wieder telefonieren, den zerstörten Internetanschluss hat er reparieren lassen und die Fritzbox ersetzt. Die elektrische Energie des Blitzes hatte sie zerstört. In besagter Nacht war in Teilen der Siedlung der Strom ausgefallen.

Blitzschlag legt Telefonleitung lahm: Anwohner stinksauer auf Telekom

Ernst ist stinksauer auf die Telekom, dass sie ihre Kunden seit acht Wochen im Stich lasse und Callcenter-Mitarbeiter auf die Beschwerden zunehmend pampig reagiert hätten.

Unsere Zeitung hat beim Telekommunikationsriesen nachgefragt. Dessen Sprecher Peter Kespohl erklärt, dass man von dem Schaden am 26. Juli, also zwei Tage später, erfahren habe. Seine Diagnose: „Ursache für die Störung sind mehrere Kabelbeschädigungen und daraus resultierende Kurzschlüsse aufgrund von Blitzeinschlägen und eindringendem Wasser in verschiedenen Bereichen des Kabels.“ Dadurch sei es zu „Teilausfällen auf der Kabellänge sowie zu weiteren Störungen an abgehenden Verzweigerkabeln“ gekommen.

Auf einmal gerät die Sache in Bewegung. Zwei Tage nach dem Anruf unserer Zeitung erscheinen Mitarbeiter der Telekom und gehen dem Schaden im Erdreich auf den Grund. Kespohl spricht von Arbeiten an einer Kabelmuffe, um weitere Fehler einzugrenzen. „Gegebenenfalls sind danach erneut Tiefbauarbeiten an dahinter liegenden Stellen notwendig“, so der Sprecher.

Telefonleitung in Erding seit Wochen tot: Telekom äußert sich

Es handle sich um „technisch sehr aufwendige Maßnahmen“. Deswegen würden sich Behebung und Entstörung so lange hinziehen. Keine Angaben machen konnte er, wann die Bewohner der Troppauer Straße endlich wieder im Festnetz telefonieren können. Dort ist man immerhin froh, dass etwas passiert. ham

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