„Ich hab’ gleich ein gutes Gefühl gehabt. Sie war ja auch ein bildhübsches Madl“, erzählt Erwin Dosch über das erste Zusammentreffen mit seiner späteren Gattin Theresia.
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Diamanthochzeiter und Gratulanten (v. l.): OB Max Gotz, Theresia Dosch, Tochter Michaela Göttlicher, Erwin Dosch und Landrat Martin Bayerstorfer.

Seit 60 Jahren verheiratet

Zwei, die sich blind verstehen: Ehepaar Dosch feiert Diamantene Hochzeit

„Ich hab’ gleich ein gutes Gefühl gehabt. Sie war ja auch ein bildhübsches Madl“, erzählt Erwin Dosch über das erste Zusammentreffen mit seiner späteren Gattin Theresia.

Erding„Ich hab’ gleich ein gutes Gefühl gehabt. Sie war ja auch ein bildhübsches Madl“, erzählt Erwin Dosch über das erste Zusammentreffen mit seiner späteren Gattin Theresia. Das Gefühl trog ihn nicht. Das Ehepaar feierte nun nach 60 gemeinsamen Jahren Diamantene Hochzeit.

Auf dem Dienstbotenball in Oberstaufen im Allgäu hatten sie sich kennen gelernt: die 17-jährige Theresia, gelernte Damenschneiderin aus dem benachbarten Mutten, und der 21-jährige Bäcker und Konditor Erwin aus Friedberg, der zur Saisonarbeit in Oberstaufen beschäftigt war. Auch Theresia war von dem jungen Mann angetan und stellte ihn daheim vor. Ein Jahr später wurde in der Klosterkirche in Immenstadt geheiratet. „Das waren noch richtige Winter im Allgäu. Wir hatten minus 20 Grad und hohen Schnee. Zum Heimfahren musste ich bei dem geliehenen Renault noch Schneeketten anlegen“, erinnert sich Erwin Dosch.

Ein fesches Paar: Erwin und Theresia Dosch bei ihrer Hochzeit vor 60 Jahren.

Die Familie wuchs schnell mit Sohn Erwin und Tochter Michaela. Auf der Suche nach einem Objekt, um sich selbstständig zu machen, kam die Familie 1963 nach Erding und übernahm den kleinen Selbstbedienungsladen an der Haager Straße. Kurz darauf kam Sohn Andreas zur Welt. Die folgenden Jahre beschreibt Erwin Dosch mit dem alten Spruch: „Die Stub’n voller Kinder, s’Haus voller Schulden, do host a Aufgab’“. Der Laden wurde erweitert, und der findige Geschäftsmann fuhr täglich um 2 Uhr früh nach München in die Großmarkthalle, um dort frisches Obst und Gemüse zu besorgen. Damit belieferte er nicht nur zahlreiche Kunden, sondern verkaufte diese auch auf dem bis heute bestehenden Marktstand auf dem Grünen Markt.

„Wir haben jeden Abend die anstehenden Entscheidungen besprochen und dann gemeinsam entschieden, wie es weitergeht“, erzählt Theresia Dosch. Auch nach der Geschäftsübergabe an Sohn Erwin helfen die Eltern im heutigen Weinhaus Dosch und am Marktstand gerne aus.

Erwin Dosch: 18 Jahre im Stadtrat

Trotz der vielen Arbeit fand Erwin Dosch immer Zeit für seinen Sport. Der begeisterte Skifahrer und Bergsteiger war der erste Fachübungsleiter Ski alpin beim Erdinger Alpenkranzl und dort zehn Jahre lang als Jugendleiter aktiv. Als Gründer des Skiclubs Erding vor 33 Jahren leitete Dosch zahlreiche Skikurse, was ihm bis heute große Freude macht. Auch die Familie verbrachte die Wochenenden oft in den Bergen. Den ersten gemeinsamen Urlaub konnte sich das Ehepaar erst nach 25 Jahren erlauben.

Daneben engagierte sich der Geschäftsmann viele Jahre bei der UWE (heute Freie Wähler Erding), für die er 18 Jahre dem Stadtrat angehörte, und in der von ihm mitgegründeten Händler-Interessengemeinschaft Ardeo.

Vier Enkel und ein Urenkel

Gemeinsam pflegt das Ehepaar seinen großen Garten, wobei ihr Mann „für das Grobe“ zuständig ist, wie Theresia Dosch schmunzelnd erklärt. Sie hat ihr Talent beim Nähen genutzt, um Kleidung für sich und die Kinder zu nähen, viel bewundert waren auch ihre fantasievollen Faschingskreationen.

„Sie mag keinen Streit und hatte immer großes Vertrauen zu mir, auch beim Skifahren“, lobt Erwin Dosch seine Resi. Sie revanchiert sich gern: „Er steht immer zu seinem Wort. Ich war mir immer sicher: Gemeinsam schaffen wir das.“ Die Familie kann sich mittlerweile über vier Enkel im Alter von 28 bis 35 Jahren und Urenkel Elias (6 Monate) freuen, die alle zur großen Feier zusammenkommen. Der Wunsch des Jubelpaares: „Noch viele gemeinsame Jahre, und das möglichst gesund.“

Zum Gratulieren kamen auch Landrat Martin Bayerstorfer und OB Max Gotz. Der überreichte den Diamanthochzeitern eine Rarität: den so genannten „Bürgermeister-Brand“, einen Birnenschnaps von Früchten aus dem Garten des Tiermalers Franz-Xaver Stahl, von dem es wenige Flaschen gibt. 

Gerda Gebel

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