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In der Saunahalle der Therme Erding versammelten sich Bayerns Landräte - bekleidet natürlich!

Bayerns Kreis-Chefs diskutieren Wege aus der Corona-Krise

150 Landräte in der Therme 

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Wo sich sonst Nackerte der unverhüllten Erholung hingeben, gab es am Mittwoch harte politische Kost. Der Bayerische Landkreistag tagte in der Therme Erding.

Erding – Die ist bekanntlich immer noch geschlossen, bot aber mehr Platz als die Stadthalle. Im Zentrum des auf das Nötigste zusammengestrichene Landräte-Treffens mit rund 150 Delegierten stand die Corona-Wirtschaftskrise mit den zu erwartenden dramatischen Steuerausfällen.

Gastgeber Landrat Martin Bayerstorfer erklärte in einer Pressekonferenz, es seien in erster Linie die Landkreise gewesen, die den Infektionsschutz umgesetzt hätten. „Ohne die Landratsämter wäre die rasche Eindämmung nicht möglich gewesen.“ Corona sei die „größte Herausforderung seit Jahrzehnten – schwieriger zu bewältigen als die Flüchtlingskrise“.

In einem Grußwort hatte Erdings OB Max Gotz am Morgen den Landkreisen für ihr Krisenmanagement gedankt. „Es wurde schnell und richtig gehandelt.“ Auch habe die Pandemie gezeigt, „wie wichtig die Vereine für unsere Gesellschaft sind“.

Landkreistagspräsident Christian Bernreiter aus Deggendorf forderte Bund und Freistaat auf, die Kommunen jetzt nicht im Stich zu lassen. Ihnen müsse bei der Bewältigung der Krise finanziell geholfen werden. Dazu verlangte er unter anderem nach 2008/09 ein neuerliches Konjunkturpaket. Bayernweit seien 5,5 Milliarden Euro Steuerausfälle prognostiziert. Mehr Geld bräuchten die Kreise unter anderem für die Unterbringung von Hartz-IV-Beziehern, für Hoch- und Tiefbau sowie für den ÖPNV-Ausbau.

Dies sagte Bernreiter vor allem in Richtung von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann. „Die Kommunen sollen auch weiterhin gut auf eigenen Beinen stehen können“, versicherte der Minister. Der kommunale Finanzausgleich werde heuer erneut ein Rekordniveau erreichen – erstmals mehr als zehn Milliarden Euro.

Die Landräte wollen alle Anstrengungen unternehmen, dass die Wirtschaft nach dem Lockdown wieder schnell Fahrt aufnimmt. „Wir müssen Arbeitslosigkeit so weit wie möglich vermeiden oder nach Corona wieder senken“, erklärte Bernreiter.

Zufrieden stellte er fest, dass sich die kleinteilige bayerische Krankenhauslandschaft bewährt habe. Die Krise lehre aber auch, „dass wir bei der Digitalisierung vorankommen müssen“.  ham

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