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Events wie d as Dirndlfliegen füllen die Therme auch im Sommer.

1,85 Millionen Gäste – Partys, Thomas-Cook-Pleite und Geburtstag füllten 2019 das Bad

Therme verzeichnet wieder Besucherrekord

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Die Therme Erding hat 2019 mit einem neuen Rekord abgeschlossen: 1,85 Millionen Besucher wurden in der größten Wellness-Landschaft der Welt gezählt. Im heißen Sommerjahr 2018 waren es 1,76 Millionen Besucher, im Jahr zuvor 1,81 Millionen. Größere Bauvorhaben stehen heuer zwar nicht an, doch Inhaber Jörg Wund stellt die Signale weiter auf Wachstum.

Erding -  In der Therme Erding sind die Zeiten vorbei, in denen es drinnen umso voller wurde, je schmuddeliger das Wetter draußen war. „Solche Ergebnisse erreichen wir nur mit einem starken Sommerbetrieb“, verrät Wund. So war der August mit knapp 205 000 Gästen – im Schnitt 7000 am Tag – einer der stärksten Monate. Prokurist Marcus Maier erklärt, die zahlreichen Sommerevents hätten die Therme auch bei hohen Temperaturen gefüllt, etwa die Bayern3-Party, aber auch die Veranstaltungen zum 20. Thermen-Geburtstag. Da verwandelte sich der Freibadebereich – an 128 Tagen war der geöffnet – in eine große Open-Air-Arena. Zu Gast waren heuer Stars wie Nikos Santos, Glasperlenspiel und Josh („Cordula Grün“). Der Prokurist ist überzeugt: „Ohne die Events wären es nur 1,4 oder 1,5 Millionen Gäste gewesen.“

Thomas-Cook-Pleite: Reisende weichen in die Therme aus

Wund und Maier berichten, dass man auch die Insolvenz des Reiseveranstalters Thomas Cook Ende September gespürt habe – positiv. „Danach gingen die Besucherzahlen spürbar nach oben“, erinnert sich Maier. „Es waren einige, deren Reise futsch war, die aber dennoch Erholung suchten. Andere sind lieber gleich zu Hause geblieben – und kamen zu uns.“ Wund erinnert an die Philosophie seines Vaters Josef: „Er hat immer gesagt, die Leute brauchen nicht in die Südsee zu fliegen, weil die Therme Erding das auch bietet.“ So profitiert der Wellness- und Rutschentempel auch von der Klimadebatte – nicht zuletzt wegen der klimaschonenden und regenerativen Geothermie.

Aber auch das intensive Marketing hat sich laut Maier bezahlt gemacht. So seien die Thermen-Tickets in Aktionswochen bei Aldi erhältlich gewesen, ebenso beim österreichischen Ableger Hofer. „Dann kommen Leute zum Beispiel extra aus Köln, um die Therme zu besuchen.“

Thermen-Hotel zu 92 Prozent ausgelastet

Von den weit gereisten Gästen profitiert die gesamte Erdinger Hotellerie, vor allem aber das eigene Hotel Victory. In den 128 Zimmern nächtigten im vergangenen Jahr über 100 000 Gäste. Das Quartier war zu 92 Prozent ausgelastet, bilanziert Wund. Längst nicht alle Anfragen habe man bedienen können.

Auch baulich hat sich 2019 einiges getan. „Wir nutzen jede Möglichkeit, mehr Liegeflächen zu schaffen. Das ist unser größter Engpass“, so der Inhaber. So habe man zwischen Wellenbad, Galaxy und Therme ein neues Zwischendeck eingezogen. Die Big Wave, die große Freiluftrutsche mit Gegensteigung, ist jetzt auch mit Zweierreifen befahrbar.

In der Sauna wurden die Fliesen komplett ausgetauscht. „Da haben wir bei tropischen Temperaturen mit mehren Firmen rund um die Uhr gearbeitet“, erinnert sich Wund. Für Frauen gebe es ein neues Dampfbad. Nicht zuletzt gibt es mehr Möglichkeiten, mit Virtual-Reality-Brillen zu rutschen. Für dieses Jahr kündigt Maier eine Kooperation mit einem der größten deutschen Schauspieler und Regisseure an, der die Rutschenden dann in einer 3-D-Welt zu Tal begleiten wird.

Mehr Gäste, mehr Gastronomie

Das gastronomische Angebot wurde um zwei Pool-Bars erweitert. „Die kommen sehr gut an. In diesem Bereich müssen wir ebenfalls auf die steigenden Besucherzahlen reagieren“, sagt Wund.

Für dieses Jahr stellt Maier erneut einige Open-Air-Konzerte in Aussicht, unter anderem wieder mit Nikos Santos, aber auch Christina Stürmer. Geplant ist zudem eine 90er Jahre-Schlager-Party.

Größere Erweiterungen sind zumindest heuer nicht vorgesehen. Wund hat in Erding aber nach wie vor viel vor. „Erster Schritt muss ein zweites Parkhaus sein.“ Aber auch für ein weiteres Hotel mit Tagungsbereich sei der Bedarf da. Das möchte Wund direkt ans Galaxy bauen. Für Mitarbeiter plant er Wohnraum. Da stehe man aber noch ganz am Anfang.

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