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Als neuer Aufsichtsratsvorsitzender gab Jakob Schwimmer (l.) am Mittwoch die 65 Wohnungen offiziell zur Vermietung frei. Noch am selben Tag zogen die ersten Bewohner ein.

Einweihung am Thermengarten

65 Sozialwohnungen für 14,5 Millionen Euro

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Bundesweit sind im vergangenen Jahr knapp 310 000 Baugenehmigungen erteilt worden. Sieben davon betreffen den Thermengarten-Süd in Altenerding. Seit dem Spatenstich im Mai 2019 sind dort 65 Sozialwohnungen in sieben Häusern errichtet worden. Am Mittwoch wurden sie ihrer Bestimmung übergeben.

Altenerding – Bundesweit sind im vergangenen Jahr knapp 310 000 Baugenehmigungen erteilt worden. Sieben davon betreffen den Thermengarten-Süd in Altenerding. Seit dem Spatenstich im Mai 2019 sind dort 65 Sozialwohnungen in sieben Häusern errichtet worden. Am Mittwoch wurden sie ihrer Bestimmung übergeben.

Gleich nach dem Festakt zogen die ersten Mieter ein. Bereits im November könnten alle Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen belegt sein. Für dieses Vorhaben hat die Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises, der 21 der 26 Gemeinden angehören, 14,5 Millionen Euro investiert. 13,5 Millionen Euro entfielen auf die Baukosten. 3000 Euro hat jeder der 4500 Quadratmeter Wohnfläche damit gekostet – ohne jede staatliche Förderung. Das Grundstück hat die Stadt Erding der Wohnungsbaugesellschaft per Erbbaurechtsvertrag zur Verfügung gestellt.

Die neuen Mieter müssen 9,50 Euro netto Kaltmiete pro Quadratmeter zahlen. Üblich sind in Erding bei Neubauten um die 14 Euro. Das Belegungsrecht liegt bei der Wohnungsbaugesellschaft sowie bei 20 Prozent der Erstvermietung bei der Stadt Erding.

„Man braucht einen Berechtigungsschein“, erklärt Matthias Vögele, Geschäftsführer der Wohnungsbaugesellschaft. Zum Zuge kommen überdies Angestellte der Stadt und des Landkreises, des Klinikums und der kommunalen Seniorenheime, sofern sie eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten. Weil ohne staatliche Förderung gebaut wurde, gibt es – zumindest theoretisch – keine Sozialbindung.

Das Vorhaben gliedert sich in zwei Komplexe. An der Ostseite hat Architekt Markus Schertler drei Mehrfamilienhäuser entworfen, deren 29 Apartments vor allem aus Zwei-Zimmer-Wohnungen bestehen. Richard Falterer hat die vier Gebäude an der Nordseite geplant, in denen sich 36 Zwei- bis Vier-Zimmer-Wohnungen befinden. Alle Wohnungen sind laut Vögele und Schertler barrierefrei, von Behinderten genutzt werden können bis auf Weiteres aber nur die im Erdgeschoss. Allerdings besteht in allen sieben Häusern die Möglichkeit, Fahrstühle im Treppenhaus einzubauen. „Das hätte die Kosten aber enorm erhöht. Dennoch sind wir für einen Wandel in der Gesellschaft gerüstet“, sagt Vögele.

Der Bau ist zügig vorangeschritten. Nach dem Spatenstich im Mai 2019 folgte im Februar dieses Jahres das Richtfest.

Unterkellert ist der Gesamtkomplex mit einer Tiefgarage mit 100 Stellplätzen. „So viel bräuchte es bei Sozialwohnungen gar nicht. Aber wir haben die Stellplatzsatzung der Stadt Erding voll erfüllt“, erklärt Vögele.

Drum herum wird weiter kräftig gebaut, darunter eine Anlage in einer Art Einheimischenmodell sowie die Häuser, deren Grundstücke die Stadt gegen Höchstgebot versteigert hat – eine in Erding nicht unumstrittene Praxis, die aber dazu diente, den günstigen Wohnraum finanzieren zu können. In der Mitte des Gevierts wird die Oberbayerische Heimstätte des Bezirks aktiv.

Der neue Aufsichtsratvorsitzende Jakob Schwimmer und Landrat Martin Bayerstorfer lobten das Engagement der Wohnungsbaugesellschaft als wichtigen Beitrag, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Nächste Vorhaben seien ein Mehrfamilienhaus mit neun Wohnungen in Wartenberg sowie Mietkauf-Modelle. Den Segen für den Thermengarten erbaten die Pfarrer Jan-Christoph Vogler und Christoph Keller.

ham

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