Klein, aber fein: ein Tiny House.
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Klein, aber fein: ein Tiny House. In Bergham soll eine ganze Siedlung mit den Hütten entstehen.

An der Waldstraße in Bergham

Erding bekommt eine Tiny-House-Siedlung: „Wollen neuer Wohnform einen Raum geben“

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Sie sind nur ein paar Quadratmeter groß, aus Holz und nicht selten auf einen Anhänger montiert – Tiny Houses, kleine, voll nutzbare Holzhäuser. Nun soll auch Erding eine Tiny-House-Siedlung bekommen.

Erding bekommt eine Tiny-House-Siedlung. Das beschloss am Dienstagabend (19. Januar) der Stadtentwicklungsausschuss einstimmig. Es ist ein idyllisches Platzerl am südlichen Ende der Herzogstadt: An der Waldstraße in Bergham gibt es eine lauschige Kleingartenanlage, an die die frühere Stadtgärtnerei angrenzt. Diese wird seit über zehn Jahren nicht mehr genutzt. Damit könnte es bald vorbei sein. Einhellig beschlossen die Stadträte, den Bebauungsplan Nummer 74 aus dem Jahr 1982 so zu ändern, dass hier eine Holzhaussiedlung entstehen kann.

Tiny-House-Siedlung in Erding: 7000 Quadratmeter große Brachfläche

Hinter dem Projekt steht der Verein Tiny Houses Bayern, Städtegruppe Erding. Er hat sich an die Stadt gewandt, und Bernadette Karlstätter von der Stadtentwicklung im Rathaus hält die fast 7000 Quadratmeter große Brachfläche für geeignet. Sie sprach von einem „neuartigen Modellprojekt“. Auch OB Max Gotz (CSU) nannte das Vorhaben eine „neue Wohnform, die wir hier etablieren wollen“. Die Stadt werde das Gelände an den Verein verpachten, der dann mit den Tiny-House-Besitzern Nutzungsverträge abschließt.

Tiny-House-Siedlung in Erding: 17 bis 19 Häuschen sollen hier Platz finden

Thomas Schmidbauer (Erding Jetzt) wollte wissen, was konkret geplant sei, Häuser oder nur Parzellen. Gotz erwiderte: „Das wird das Bebauungsplanverfahren ergeben.“ Er könne sich 17 bis 19 Häuschen vorstellen. Das alte Gebäude der Stadtgärtner könnte gemeinschaftlich genutzt werden. Schmidbauer warnte vor einer Nutzung als Ferienhäuser etwa über die Plattform AirBNB. Das will keiner der Stadträte.

CSU-Fraktionschef Burkhard Köppen freute sich, „dass wir einer neuen Wohnform Raum zur Entwicklung geben“, hakte aber nach, wie die Nachbarn dazu stünden. Gotz meinte, Widerstand sei ihm bislang nicht zu Ohren gekommen.

Tiny-House-Siedlung in Erding: Vieles ist noch ungeklärt

Helga Stieglmeier (Grüne) erkundigte sich, wie die Energieversorgung aussehen solle: „Macht das jeder für sich, oder erfolgt das zentral?“ Gotz sprach sich dafür aus, auch das im Bebauungsplan festzulegen. „Eine gemeinschaftliche Lösung wäre sicher besser, und dann sollten wir auch auf möglichst klimafreundliche Energieträger setzen“.

Vieles ist noch ungeklärt, etwa wie konkret die Art der Holzhäuser festgeschrieben wird, und ob es feste Wohnsitze werden oder die Tiny Houses von ihren Besitzern nur vorübergehend genutzt werden.

Bereits vor Monaten hatte Margot Hoigt von der Aktionsgruppe Asyl vorgeschlagen, Tiny Houses als Quartiere für Geflüchtete zu errichten.

In ganz Oberbayern gibt es bereits Tiny House-Projekte. Mancherorts ist der Weg dahin hart. Mancherorts passieren kleine Wunder.

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