Die Dino-Jobber: Bei Museumsleiter Peter Kapustin arbeiten gerade Ben Aiglstorfer (16), bald FOS-Schüler aus Taufkirchen, und Lea Friedrich (16), Gymnasiastin aus Dorfen. Kapustins Sohn Constantin (7) kennt den 18 Meter langen Brachiosaurus und den sieben Meter langen Allosaurus eh schon bestens (v. l.).
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Die Dino-Jobber: Bei Museumsleiter Peter Kapustin arbeiten gerade Ben Aiglstorfer (16), bald FOS-Schüler aus Taufkirchen, und Lea Friedrich (16), Gymnasiastin aus Dorfen. Kapustins Sohn Constantin (7) kennt den 18 Meter langen Brachiosaurus und den sieben Meter langen Allosaurus eh schon bestens (v. l.).

Wo sind Aushilfen gesucht?

Tipps für den richtigen Ferienjob im Landkreis Erding

  • VonBirgit Lang
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  • Veronika Macht
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Ansturm in der Gastronomie, kein Interesse auf dem Bau – so sieht es in den unterschiedlichen Branchen bei der Nachfrage nach Ferienjobs aus. Große Firmen wollen oft ausführliche Bewerbungen per E-Mail.

Erding – Die einen nutzen die Ferien zum Ausspannen, die anderen zum Geldverdienen. Aber gibt es überhaupt noch die klassischen Ferienjobs für Schüler und Studenten – und wie kommt man ran? Wir haben uns umgehört.

Arbeiten, wo andere (Kurz-) Urlaub machen: Das ist in der Therme Erding möglich. Sie biete rund 50 Stellen in allen Bereichen an, berichtet Geschäftsleiter Marcus Maier auf Nachfrage. In der Gastronomie, als Bademeister, Aufsichtspersonal oder Servicekraft seien Angebot wie Nachfrage groß.

Auf dem Bau gibt es indes „seit einigen Jahren kein Interesse mehr“, weiß Rudolf Waxenberger, Kreishandwerksmeister und Inhaber des Altenerdinger Bau-Unternehmens Anzinger. Er biete bis zu zwei Stellen an „für alles, was auf dem Bau anfällt“ –aber die Anfragen fehlten.

Das Gegenteil ist in der Gastronomie der Fall, kellnern vollen viele. Aber: „Bis wir jemanden richtig eingearbeitet haben, ist er schon wieder weg“, sagt etwa Lukas Rieder vom Green Leaf Café in Erding. Nur bei großen Events wie dem Volksfest Dorfen sei es auch für kurze Zeit möglich, als „Mann für alles“, einzuspringen, erklärt Tobias Maier, Teil des Dorfener Festwirte-Trios.

Bei Ferienjobs im Allgemeinen, aber gerade in der Gastronomie spielt das Alter eine wichtige Rolle. Mindestens 15 muss man bei den meisten Arbeiten sein (siehe Kasten).

Ein Ferienjob beim Taufkirchener Polstermöbelhersteller Himolla war früher genauso begehrt, wie bei der Post zu arbeiten. Ohne Beziehungen ging damals wenig. Laut Vertriebsleiter Helmut Sperr stellt Himolla mittlerweile keine Ferienarbeiter mehr ein, bestimmt schon seit drei Jahren nicht mehr. Das hänge auch mit Corona und den damit einhergehenden strengen Kontrollen im Unternehmen zusammen. Und seit 1. August ist ohnehin zwei Wochen Betriebsurlaub.

Sommerferienjobber sind im Urzeitmuseum in Taufkirchen eine wichtige Stütze. Fünf bis sechs Schüler sind es aktuell, die dort in den nächsten Wochen arbeiten. Dafür muss man mindestens 16 Jahre alt sein, zudem „zuverlässig und eigenständig, denn sie sind für die Kasse verantwortlich“, erklärt Museumsleiter Peter Kapustin. Die Betreuung des Museumsshops und die Kontrolle von Tickets gehören auch zu den Tätigkeiten, ebenso wie mal die Toiletten sauber zu machen. Vor allem müsse man „offen sein und das Thema interessant finden“, sagt Kapustin, der aktuell keine Kassenkräfte mehr sucht, aber durchaus Verstärkung für das Pädagogik-Team vor allem für Führungen – gerne Studenten.

Die Agentur für Arbeit ist ein guter Ansprechpartner. Allerdings würden klassische Ferienjobs für Schüler von den regionalen Unternehmen sehr selten gemeldet, erklärt Pressesprecherin Kathrin Stemberger auf Anfrage. Falls aber doch, werden diese auf der Internetseite der Bundesagentur für Arbeit veröffentlicht.

Die Kontaktaufnahme wird unterschiedlich bevorzugt: Während bei kleineren Unternehmen Anrufe und persönliche Vorsprache am besten seien, ist bei großen Firmen wie der Therme eine E-Mail mit kurzem Anschreiben und Lebenslauf sowie Foto erwünscht. Auch beim Dorfener Volksfest ist es am einfachsten, sich auf der Internetseite über freie Stellen zu informieren. Wichtig ist dann, sich mit einer E-Mail „kurz vorzustellen“ sowie „Position, Infos über Gastronomieerfahrung und an welchen Tagen man arbeiten kann“ zu erwähnen, erklärt Tobias Maier.

Was die Bezahlung angeht, komme es „ein bisschen auf die Leistung an, denn wer interessiert und auch fleißig ist, wird dann auch adäquat bezahlt“, sagt Waxenberger. Generell starte das Gehalt meist beim Mindestlohn von zwölf Euro und gehe laut Marcus Maier bis zu 16 Euro hoch.

Tobias Maier verfolgt eine ähnliche Lohnklassifizierung: „Bezahlung ist immer von Fleiß und Engagement abhängig, wie bei den fest angestellten Mitarbeitern.“

Stemberger motiviert: „Pünktlichkeit, Fleiß, Eigeninitiative, Motivation, Engagement – ein Ferienjob ist eine gute Probe für die Zukunft.“ Das würden auch spätere Ausbildungsbetriebe und Arbeitgeber so sehen. „Ferienjobs sind daher eine überzeugende Empfehlung in den späteren Bewerbungsunterlagen.“

LONNIE AVEMARK, ELIAS MEHRINGER, LENNY MENDE, BIRGIT LANG & VRONI MACHT

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