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Leidet bis heute: Unfallopfer Magdalena G. mit ihren Eltern Josef und Veronika aus Südtirol.  

Kollision auf der FTO

Fahrt im Drogenrausch zerstört junges Glück: Unfallopfer leidet bis heute

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Welch dramatische gesundheitliche, psychische und persönliche Folgen ein Unfall im Rauschzustand haben kann, hat ein Prozess am Freitag am Amtsgericht Erding gezeigt.

Erding –  Der Verursacher aus Unterhaching, der zur Tatzeit erheblich unter THC-Einfluss stand und noch nie einen Führerschein besessen hat, wurde zu neun Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Dabei weist der 22-Jährige bereits ein ellenlanges Strafregister auf, darunter sind Verurteilungen wegen Drogendelikten, Schwarzfahrens und sexueller Nötigung.

Junges Paar will in den Urlaub fliegen - da kommt es zu Unfall auf der FTO

Es war am späten Abend des 10. August 2018: Magdalena G. aus der Nähe von Bozen war mit ihrem damaligen Lebensgefährten auf dem Weg zum Flughafen. Sie wollten in den Urlaub fliegen.

Doch dieser Traum platzte auf der Flughafentangente Ost zwischen den Anschlussstellen Erding-Mitte und -Nord jäh. Der Unterhachinger fuhr Zeugenaussagen zufolge recht forsch auf die FTO auf und wechselte dann sofort auf die Gegenfahrbahn. Er gab an, geglaubt zu haben, er sei auf der Autobahn. Wenige Meter weiter raste er mit seinem Mietwagen, den er sich von einem Freund für eine Spritztour geliehen hatte, frontal in den Citroën des Südtiroler Pärchens. Während der Unterhachinger einigermaßen glimpflich davon kam, wurden die 28-Jährige und ihr Freund schwer verletzt. Sie mussten per Rettungshubschrauber in Münchner Kliniken geflogen werden.

Der 22-Jährige gab den Unfall zu, auch, dass er unter Drogen stand. „Mir tut das alles sehr leid. Ich wünschte, ich könnte es ungeschehen machen.“

Unfallopfer leidet bis heute psychisch und gesundheitlich

Doch das wird er nicht. Bei beklemmender Stille im Sitzungssaal sagte die 28-Jährige aus. Sie schilderte, dass sie bis heute gesundheitlich und psychisch leide. Ihr Ärztemarathon ist längst noch nicht zu Ende. Besonders schlimm: Das Paar hat sich in der Folge des Unfalls getrennt. Magdalena B. sagte unter Tränen aus, auch ihr Vater Josef im Zuhörerbereich rang um Fassung.

Bei der Beweisaufnahme kam heraus, dass der Unterhachinger keinen Führerschein besitzt und bisher auch nie zu einer Fahrprüfung angetreten ist. Er versicherte, der Unfall habe auch sei Leben verändert. Danach begab er sich in eine stationäre Entgiftungstherapie. „Seither bin ich clean und habe auch eine feste Arbeit.“

Doch nicht nur wegen des Unfalls war der junge Mann angeklagt. Im Januar dieses Jahres hatte er in einem Tippgeschäft in Erding gearbeitet und dort für sich Spielscheine im Wert von fast 3000 Euro ausgefüllt, ohne sie bezahlen. „Ich brauchte Geld, auch wegen des Unfalls.“

Staatsanwältin Sandra Seeburger plädierte auf neun Monate auf Bewährung, Verteidiger Timo Westermann hielt sieben Monate für ausreichend. Richterin Michaela Wawerla verurteilte ihn zu neun Monaten. Dabei bezog sie die vielen Vorstrafen und die dramatischen Folgen des Unfalls ein. Auf der anderen Seite würdigte Wawerla seine Reue.

Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen auf der FTO. So auch am Freitag - drei Rettungshubschrauber mussten landen, wie Merkur.de berichtet.

Zu einem anderen Drama kam es in Niedersachsen, als ein Radfahrer bei einem Unfall mit einem „Silberpfeil“ in Hannover tödlich verunglückte, wie nordbuzz.de berichtet. Bei einem weiteren schweren Unfall wickelte sich das Auto von zwei Schwestern um einen Baum im Landkreis Cloppenburg bei Bremen. Auch das berichtet nordbuzz.de*.

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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