Athen: Schweres Erdbeben erschüttert Griechenland - tausende Menschen rennen auf die Straßen

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Bei der Obsternte im Garten von Irmi Klupp (auf der Leiter) helfen auch Sohn Robert und seine Lebensgefährtin Alexandra mit, begleitet von den Jagdhunden Sascha (links) und Lilli. 

Unser Kleingarten: 

Der grüne Funke sprang beim Friseur über

Altenerding – Über einen Friseurbesuch kam Familie Klupp vor 26 Jahren ganz spontan zu ihrem Kleingarten. War der Garten ursprünglich als Freizeitbeschäftigung für ihren Mann Karl gedacht, erfreut sich Irmi Klupp längst auch selbst täglich an ihrem grünen Idyll.

Eine Erdingerin von Geburt an ist Irmi Klupp, die als jüngstes von vier Kindern in der Dienstwohnung der Familie im alten Postamt am Bahnhof zur Welt kam. Ihren Mann Karl, der aus Karlsbad im heutigen Tschechien stammt, heiratete sie 1963, Sohn Robert vervollständigte die Familie. Der Hang zum Garteln stammt schon aus ihrer Kinderzeit, als sie kleine Beete vor dem Haus bepflanzte.

Der Wunsch nach einem eigenen Garten blieb auch in der Folgezeit erhalten, konnte jedoch lange nicht realisiert werden. Erst als ihre Friseurin, die ihr beim Haareschneiden immer von ihrem tollen Garten in der Kleingartenanlage in Bergham vorgeschwärmt hatte, diesen Garten im Jahr 1992 wegen Umzugs aufgeben musste, war der Moment zum Garteneinstieg für die Klupps gekommen.

„Mein Mann war gerade in Rente gegangen. Ich war noch voll berufstätig. Da kam der Garten als Beschäftigung für ihn gerade recht“, erinnert sich die 75-jährige, die bis zum Renteneintritt 30 Jahre bei der Erdinger Firma Test-Fuchs tätig war. Zu der Zeit gab es keine Warteliste im Kleingartenverein, und die Klupps konnten den Garten der Friseurin unkompliziert übernehmen.

Karl Klupp, der bis zum Ruhestand im Fliegerhorst Erding gearbeitet hatte, war fortan gut beschäftigt mit den gartentechnischen Arbeiten wie dem Streichen der Laube, dem Umbau und Neuanlegen des Teichs, Abfall wegbringen und Rasenmähen. „Am Nachmittag hat er dort immer sein Nickerchen genossen“, meint Irmi Klupp schmunzelnd, die sich das Wissen um Blumen und die Nutzpflanzen nach und nach selber angeeignet hat. Es gab für sie viel zu lernen, auch die Gartennachbarn unterstützten sie nach Kräften. „Eine Nachbarin hat mal beim Vorbeigehen bemerkt, sie hätte gar nicht gewusst, dass auch Unkraut so schön blühen kann“, erzählt die Hobbygärtnerin, die den Wink mit dem Zaunpfahl sehr wohl verstand.

Ihren Garten ziert ein zehnjähriger Birnbaum, der dieses Jahr gute Erträge verspricht. Ins Herz geschlossen hat Irmi Klupp auch ihren Apfelbaum der Sorte Florina, dessen rotbackige Früchte sich als Lageräpfel bis zum März gut halten. Ein guter Teil wird zu Saft verarbeitet. Auch die Weintrauben der Sorte Muskat blue, die am Spalier wachsen, verarbeitet die fleißige Gärtnerin zu Saft. Im Nutzgartenbereich wachsen Fenchel, Salat, Tomaten, Kohlrabi, Zwiebeln, Porree, Rhabarber und auch Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren.

Sohn Robert (48) und seine Lebensgefährtin Alexandra (42) schauen öfter im Garten vorbei und werden natürlich auch mit Obst und Gemüse versorgt. „Das Beerenpflücken mag ich besonders gern und die frischen Salate“, erklärt der Vertriebler, der auch bei anfallenden Arbeiten hilfreich zur Stelle ist.

Denn leider muss Irmi Klupp seit dem vorigen Jahr ihren Garten allein bewirtschaften, ihr Ehemann Karl verstarb 2017 im Alter von 88 Jahren. Irmi Klupp kommt meist am Spätnachmittag in den Garten und bleibt dort bis zum Abend, setzt neue Blumen ein und führt ihren Dauerkampf gegen den allgegenwärtigen Giersch.

Sie freut sich über einen Ratsch am Gartenzaun, aber auch über die tierischen Bewohner der Gartenanlage. In ihrem Teich hausen neben einigen Goldfischen auch mehrere Frösche, die munter quaken. Die Goldfische überstehen dank einem Eisfreihalter im Teich auch den winterlichen Frost. Auch kleine Eidechsen sind im Garten unterwegs, und hin und wieder beehrt sogar ein Pfau vom nahegelegenen Schloss Aufhausen die Berghamer Kleingärtner.

Besonders am Herzen liegt der rührigen Gärtnerin ihr schönes Rosenrondell mit den üppig blühenden pinken Beetrosen, die von einer sorgfältig gepflegten Buchsmauer umrahmt werden. „Der Garten ist mein Freizeit-Fitness-Programm“, erklärt die Erdingerin, die immer noch glücklich ist, dass sich ihr Wunsch nach einem Garten erfüllt hat. Dankbar ist sie für nachbarschaftliche Hilfeleistung von ihrem Gartenkollegen Enrico, der für sie Reparaturen an der Laube und am Geräteschuppen übernimmt.

Vieles im Garten erinnert Irmi Klupp an ihren Gatten Karl, mit dem sie 54 Jahre verheiratet war. Besonders in Erinnerung blieb ihr eine Episode aus ihrer gärtnerischen Anfangszeit, als sie zu Pflanzbeginn im Frühjahr einen schönen Rittersporn neu eingesetzt hatte. Am Abend vermisste sie die neue Pflanze – und ihr Gatte musste zugeben, dass er diese beim Rasenmähen mit ausgerissen hatte. Am nächsten Tag wollte er seinen Fehler wieder gutmachen und die Pflanze aus dem Grüngut-Container holen. Mühsam schaffte er es, in den beinahe leeren Container zu steigen und konnte den Rittersporn unversehrt retten. Doch wie sollte der gescholtene Mann wieder aus dem Container herauskommen? Seine lauten Rufe verhallten ungehört, und so baute sich Karl Klupp in seiner Not einen kleinen Hügel aus seinem am Vortag eingefüllten Rasenschnitt und schaffte es schließlich, den Container zu verlassen. Am Abend fand seine Gattin den geretteten Rittersporn wieder ordentlich eingepflanzt an seinem Platz.

Nicht nur in ihrem Garten ist Irmi Klupp aktiv, sondern seit 27 Jahren auch in der Volksspielgruppe Altenerding. Dort hat sie schon viele Aufgaben übernommen: von der Küche im Schwedenlager über den Zweiten Vorsitzenden, Kassier und Beisitzer bis zu ihrer zehnjährigen Tätigkeit als Souffleuse. Und dann gibt es da noch die wöchentliche Sportgruppe, um in Form zu bleiben, wenn das Garteln dafür nicht ausreicht. (Gerda und Peter Gebel)

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