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Die VHS als Ort des demokratischen Austauschs: In einer qualitätvollen und lockeren Feier wurde das 70-jährige Bestehen der Erdinger Bildungseinrichtung mit vielen Gästen gefeiert.

„Ort der Demokratie“

Volkshochschule Erding feiert 70. Geburtstag

Seit 70 Jahren gibt es in Erding die Volkshochschule. Das ist wichtig, denn diese Schulen seien „die größten Fremdsprachenschule der Republik“.

Erding 70 Jahre Volkshochschule Erding: Dieses Jubiläum wurde in einer qualitätvollen und lockeren Feier am Samstagabend in der VHS gewürdigt. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Bayerischen Volkshochschulverbands, Prof. Dr. Klaus Meisel, hielt den Festvortrag. „Demokratie ist verletzlich. Demokratie muss immer wieder neu erlernt werden“, meinte er mit Blick auf einschneidende politische Entwicklungen in Europa, Deutschland, aber auch im Freistaat.

In der VHS finde man einen Ort der Meinungsvielfalt, „an dem man lernt, dem anderen zuzuhören, ohne sich gegenseitig zu beschimpfen“. Die Integration bleibe eine Daueraufgabe. Die VHS sei hier gut für die Zukunft aufgestellt. Gesellschaftliche Herausforderungen wie Internationalisierung und Globalisierung würden aktiv gestaltet.

Die größten Fremdsprachenschulen der Republik

Volkshochschulen seien die „größten Fremdsprachenschulen der Republik“. Auch könne man „in einem herrschaftsfreien Raum“ IT-Kompetenzen erwerben. Die VHS biete zudem „kulturelle Bildung für alle“ und stärke die Vitalität des Gemeinwesens. Inzwischen komme die Volkshochschule auch immer häufiger in Krimis vor – als wasserdichtes Alibi – meinte Meisel augenzwinkernd: „Ich kann das nicht gewesen sein, ich war in der Volkshochschule.“

Zu den Plänen der Bundesregierung, Angebote, die nicht der beruflichen Fortbildung dienten, künftig zu besteuern, sagte der Festredner kurz und bündig: „Bildung gehört gefördert, nicht besteuert.“ Meisel sprach mit Blick auf die Angebote für Senioren von „Bildung gegen Einsamkeit“ und betonte: „Wir brauchen Menschen, die wissbegierig sind.“ Eine gute Allgemeinbildung sei entscheidend für gesellschaftliche Weiterentwicklung und geglückte Kommunikation.

Permanente Aktualisierung der Bildungsangebote

VHS-Vorsitzender Hans Peis unterstrich, dass man an der VHS sozialverträgliche Preise, eine verlässliche Qualität und Weiterbildungsmöglichkeiten über die gesamte Lebensspanne erhalte. Man könne Schulabschlüsse nachholen, Fremdsprachen erlernen, sich zu Gesundheits- und Verbraucherthemen sowie zum Bereich Kunst und Kultur umfassend informieren. „Der Wandel der Gesellschaft erfordert eine permanente Aktualisierung der Bildungsangebote.“

Peis äußerte ebenfalls Kritik an der geplanten Besteuerung, würdigte im Rückblick wichtige Wegbereiter und lobte das enthusiastische Engagement des neuen Leiters Claus Lüdenbach, der „frische Ideen“ einbringe.

VHS: Ort der Demokratie

Lüdenbach selbst bezeichnete die VHS als „Ort der Demokratie“ und des Austauschs. Ganz wichtig seien die vielen Kooperationspartner für die weitere Entwicklung der Einrichtung und die große Einsatzfreude des Mitarbeiterteams. Alle würden an einem Strang ziehen, lobte der VHS-Leiter.

Es gab an diesem Abend viele Ehrungen, die eindrucksvoll zeigten: Die VHS wird getragen von Weltläufigkeit, Fachkompetenz, vertrauensvoller Zusammenarbeit, Beständigkeit sowie einer soliden Verankerung und Förderung in den Gemeinden und im Landkreis. Nicht zu vergessen die vielen Kunden, die das breit gefächerte Bildungsangebot nutzen und im lebendigen Dialog mit den Dozenten bereichern.

Zum Festausklang sorgte die Gruppe „Zechfreistil“ für musikalische Unterhaltung.

Vroni Vogel

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