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Als neuen Dekan führte Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (r.) Christian Weigl (M.) ins Amt ein.

Ein Comic-Zeichner im Talar

Vielseitiger Dekan für evangelisch-lutherische Kirche

Christian Weigl wird neuer Dekan der evangelisch-lutherischen Kirche Erding-Freising. Der 52-Jährige Theologe ist auch leidenschaftlicher Comic-Zeichner.

Erding/Freising – Die evangelisch-lutherische Kirche Erding-Freising hat einen neuen Dekan. Am Wochenende führte Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler Christian Weigl (52) als Nachfolger von Jochen Hauer ins Amt ein.

Beim Festgottesdienst in der Christi-Himmelfahrtskirche in Freising wurden Weigl und seine Frau Andrea zunächst von Pfarrerin Dorothee Löser begrüßt: „Ein neuer Lebensabschnitt beginnt für euch – und für uns auch.“ Wen die Gläubigen im Dekanat nun als neues Oberhaupt bekommen, schilderte Breit-Keßler: „Einfach pfeifen, der Weigl ist da“, zitierte die Bischöfin eine SMS des neuen Dekans an sie. Eine Kurzmitteilung, die sehr viel über Weigl aussage.

Dekan mit Popkultur

Er sei ein Mensch mit „unbandigem Humor“, der seine Kurznachrichten auch gerne mit Smileys aller Art, Worten und Sätzen aus der Comic-Welt und der Umgangssprache versehe. Kein Wunder, sei Weigl in seiner Freizeit doch ein leidenschaftlicher Comic-Zeichner. Bodenständig sei er außerdem, stets nah an den Menschen. Er, der „waschechte Münchner“, könne die Menschen zum Lachen bringen. „Eine wunderbare Gabe“, so Breit-Keßler. Feinfühlig sei er, warmherzig außerdem, einer, der ein „sonores Lachen“ habe, der auch schon viel Leid erfahren und erleben musste, und sich wohl gerade deshalb durch „geistreiche Leichtigkeit“ auszeichne.

„Sie scheuen vor keiner Herausforderung zurück“, bestätigte die Bischöfin ihrem neuen Dekan. Als Nachtportier und in einer Restaurantkette habe er während seines Theologiestudiums in München und Erlangen gearbeitet, habe sein Praktikum in der Gefängnisseelsorge in Stadelheim absolviert.

Eine bessere Welt durch Miteinander

Und: „Sie lernen gerne dazu“, wusste Breit-Keßler, und zählte eine lange Liste von Zusatzausbildungen auf, die Weigl absolviert habe. Studienreisen hätten Weigl auf den Sinai, nach Bosnien und nach Amsterdam geführt. Der Mann, der gerne lese und zeichne, der gerne Theater spiele, sehe den Gottesdienst als „Gesamtkunstwerk“ und sei laut Breit-Keßler der Überzeugung, dass eine bessere Welt durch ein Miteinander entstehe.

In seiner ersten Predigt an neuer Wirkungsstätte interpretierte Weigl die Geschichte von Noah als eine Erzählung davon, wie Gott erwachsen geworden sei. „Draufhauen“, wie das der erste Impuls Gottes durch die Sintflut war, sei als Tat erkannt worden, die nichts bringt, die nur „kaputt macht“. Gott habe sich also korrigiert, habe die Menschen – unvollständig und auch mit Fehlern beladen, wie sie nun mal sind – so angenommen, wie sie seien. Darauf könne man sich verlassen. Anders als bei manchen Politikern, merkte Weigl kritisch an. Gott ermögliche den Menschen also ein Leben in Vertrauen. „Wir müssen es nur noch tun“, appellierte er an die Gottesdienstbesucher, darunter Erdings OB Max Gotz.

Andreas Beschorner

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