Rennen um AKK-Nachfolge: Nächster prominenter CDU-Politiker macht ernst

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Hans Moritz, Redaktionsleiter des Erdinger/Dorfener Anzeiger.

„Rettet die Bienen“ und die Folgen - ein Kommentar

Bauernschläue auf der Blühwiese

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Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ist durch, nun beginnt die Umsetzung. Die ersten Landwirte halten den Unterstützern jetzt den Spiegel vor - und ernten prompt Kritik, sie wollten sich bereichern. Diese Vorwürfe sind unberechtigt, meint Redaktionsleiter Hans Moritz in seinem Kommentar zum Wochenende.

18 Prozent der Erdinger Wähler haben entschieden: Es muss mehr für den Artenschutz getan werden. Die Bauern sollen gefälligst mehr Blühwiesen anlegen, damit Bienen und Insekten wieder mehr Lebensräume bekommen.

Nun fangen erste findige Landwirte damit an – und schon ist es auch wieder nicht recht. Interessante Rechenmodelle machten in den vergangenen Tagen die Runde: In Watzling kann jeder artenbewusste Bürger für 30 Euro im Jahr 50 Quadratmeter Blühfläche pachten, eine Dorfener Bäuerin bietet das für einen Euro pro Quadratmeter an. Wer’s billiger möchte, geht nach Ebersberg, wo der Quadratmeter Blühfläche schon für 50 Cent pro Quadratmeter zu haben ist.

Ebenso findige Bürger haben nachgerechnet: Auf diese Weise würde der Nährstand deutlich mehr Geld erhalten als etwa aus dem Kulturlandschaftsprogramm Kulap. Und prompt entzündet sich daran Kritik. Die Bauern würden das Volksbegehren nutzen, um sich zu bereichern.

Moment mal! Haben nicht ausgerechnet die Streiter für das Begehren stets betont, dass Artenschutz seinen Preis habe? Ja, hat er. Und die Landwirte als von der Entscheidung einseitig Betroffene spielen den Ball jetzt zurück – ziemlich raffiniert noch dazu. Wenn die Bienenrettung so vielen Menschen so wichtig ist, können sie das jetzt unter Beweis stellen – und Flächen für eine ökologische, extensive Bewirtschaftung pachten. Nur die Unterschrift unters Begehren war gratis.

Sie müssen es natürlich nicht. Denn auch die beachtliche Bauernschläue auf der Blühwiese ist den Gesetzen des Marktes unterworfen.

Hier lässt sich eine schöne Parallele zur Forderung ziehen, die Ökolandwirtschaft beträchtlich auszubauen. Auch das wird nur funktionieren, wenn es einen Markt gibt, sprich wenn ausreichend Menschen bereit sind, für Bio-Produkte deutlich mehr Geld auszugeben. Selbst mit dem erfolgreichsten Volksbegehren lässt sich das freilich nicht verordnen.

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