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Nur am Anne-Frank-Gymnasium in Erding sind die Schülerzahlen konstant hoch.

Fast 1000 Schüler weniger an den landkreiseigenen Schulen seit 2010

Vorerst kein viertes Gymnasium

Ein viertes Gymnasium wird es im Landkreis in absehbarer Zeit nicht geben. Das kam bei der Sitzung des Ausschusses für Bildung und Kultur des Kreistags heraus. Als Standort war Wartenberg im Gespräch gewesen.

Erding - Zu diesem Entschluss kam der Kreistag nach eingehender Betrachtung der Schülerzahlen. Katrin Neueder, Fachbereichsleiterin für Kreisentwicklung, hatte die Vergleichszahlen vorgelegt. Sie führte die Schülerzahlen an den drei Gymnasien und vier Realschulen und die damit verbundenen Übertritte seit dem Schuljahr 2005/2006 auf.

Im Vergleich zum Schuljahr 2010/2011 zeigt sich, dass die Zahl der Schüler an den Realschulen und Gymnasien um fast 1000 auf aktuell 6104 Schüler gesunken ist. Die Zahl derer, die nach der Grundschule aufs Gymnasium wechseln, ist im Schuljahr 2010/11 im Vergleich zu heute (455) um 100 Schüler deutlich gesunken. Das Korbinian-Aigner-Gymnasium hatte im Jahr 2011/2012 noch 199 Schüler in der fünften Klasse, heute sind nur noch 147. Das Gymnasium Dorfen verzeichnete im Jahr 2008/2009 179 Schüler, heuer sind es noch 127. Das Anne-Frank-Gymnasium hingegen bleibt selbst im Vergleich zu seinem Spitzenjahr relativ konstant: Im Schuljahr 2008/2009 gab es 190 Schüler in der fünften Klasse, in diesem Jahr sind es 181. Insgesamt besuchen derzeit 3163 Schüler die drei Gymnasien.

Relativ konstante Zahlen an den Realschulen

Die Schülerzahlen an den Realschulen blieben in den vergangenen zehn Jahren dagegen relativ konstant (insgesamt 2941). Die Herzog-Tassilo-Realschule konnte durch die Etablierung der Realschule in Oberding deutlich entlastet werden (zur Zeit 724 Schüler).

„Erstaunlich“, findet es Landrat Martin Bayerstorfer, „dass sich die Übertritte an die Gymnasien trotz der Wiedereinführung von G 9 nicht merklich erhöht haben.“

Zwei Gymnasien werden ausgebaut

Anhand der Eintrittszahlen im Schuljahr 2019/2020, unter Berücksichtigung der Schüler aus den Gemeinden Berglern, Langenpreising, Wartenberg, Fraunberg sowie dem Holzland, ist eine Dreizügigkeit für ein viertes Gymnasium nicht gegeben. Aus diesen Gemeinden sind 51 Schüler in die Gymnasien des Landkreises sowie ins Gymnasium Moosburg in die fünften Jahrgangsstufe eingetreten.

Oberhofer: Kleine Schulen = kleineres Angebot

Anhand der Geburtenzahlen könne man derzeit auch gut kalkulieren, wie die Übertrittszahlen in zehn Jahren aussehen werden, sagte Neueder. Für ein weiteres Gymnasium müsse eine durchgehende Dreizügigkeit gewährleistet werden, das heißt, von der fünften bis zur 13. Jahrgangsstufe jeweils drei Klassen. Die sei mit den aktuellen Übertritts- und Geburtenzahlen nicht gegeben.

Man müsse berücksichtigen, so der Landrat, dass 20 Prozent der Fünftklässler nicht die gymnasiale Laufbahn beendeten. Das Ministeriums sei zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Zudem bestehe am Anne-Frank-Gymnasium sowie am Korbinian-Aigner-Gymnasium Erweiterungspotenzial. Der Landrat versprach, die Zahlen weiter zu beobachten, um zu einem späteren Zeitpunkt bei Bedarf reagieren zu können.

Kreisrat Michael Oberhofer (CSU) gab zu bedenken, dass große Gymnasien mehr Zweige und Sprachen anbieten könnten, da könne ein kleines Gymnasium nicht mithalten. Die Schüler müssten dann eventuell sogar die Schule wechseln.

Alexandra Anderka

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