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Jobmaschine Oberding: In der Flughafengemeinde – hier das Gewerbegebiet Schwaig, ist die Zahl der Arbeitsplätze in zehn Jahren um fast 380 Prozent auf rund 12 000 gestiegen (Archivbild).

Neue Wirtschaftsdaten – Oberding boomt

Mehr Einwohner, mehr Jobs, mehr Wohnungen – Landkreis Erding wächst immer weiter

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In Oberding gibt es doppelt so viele Jobs wie Einwohner. Und auch die anderen Orte im Landkreis wachsen fleißig – mit einer Ausnahme.

Erding – Wirtschaftlich wirkt der Landkreis Erding wie gedopt. In keiner Region im Großraum Münchchen sind in den vergangenen zehn Jahren so viele Arbeitsplätze geschaffen worden wie hier. Auch wenn die Kreisstadt von ihrer schieren Größe her im Landkreis die klare Nummer 1 ist, das Wachstum findet vor allem auf dem Land statt – und hier gerade in den Kommunen in Flughafennähe. Die geht aus einer Statistik des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München hervor.

Fast 44 000 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze wurden 2017 im Landkreis gezählt. Der Zuwachs um 64 Prozent oder in Zahlen über 17 000 in den vergangenen zehn Jahren überragt die gesamte Metropolregion. Auf Platz zwei folgt Dachau mit 42,8 Prozent. In München selbst wird der Arbeitsplatzzuwachs mit 26,3 Prozent beziffert, was dort freilich knapp 177 000 neuen Jobs entspricht.

Doppelt so viele Stellen wie Einwohner

Besonders drastisch ist die Arbeitsplatzentwicklung in der Flughafengemeinde Oberding. Hier stieg deren Zahl in der zurückliegenden Dekade um fast 380 Prozent auf knapp 12 000 Stellen an. Zur gleichen Zeit lebten in Oberding 6325 Menschen. Das heißt: Jeder zweite Arbeitsplatz wird von einem Einpendler eingenommen.

Konkret sind seit 2007 in Oberding 9400 neue Stellen geschaffen worden. Auf 1000 Einwohner kommen fast 1900 Arbeitsplätze. In Eitting betrug das Arbeitsplatzwachstum vor Ort knapp 160 Prozent auf 1200 und in Finsing um 113 Prozent auf etwas über 1000. Vergleichsweise abgehängt ist hier Erding mit einem Job-Plus von 22 Prozent. Der Landkreis-Mittelwert weist 64 Prozent Zuwachs auf.

Ausländeranteil in Erding steigt

Die Bevölkerung ist zwischen 2007 und 2017 um knapp zehn Prozent auf fast 137 000 gestiegen. 12 008 Menschen leben seither zusätzlich im Erdinger Land.

In diesem Zuge wird Erding immer internationaler. Der Ausländeranteil stieg von 6,9 Prozent (8600) im Jahr 2007 auf 11,1 Prozent (15 300) zehn Jahre später.

Wörth schrumpft

Prozentual am stärksten gewachsen ist in dieser Zeit Eitting – um fast 20 Prozent auf 2800 Einwohner. Danach folgen Oberding mit 19 Prozent (6300) und Forstern mit 17,1 Prozent (3700). In der Kreisstadt wirkt sich der Wachstumsdeckel von einem Prozent jährlich aus. Mit einem Bevölkerungsplus von 7,6 Prozent seit 2007 liegt die Stadt (nur) auf Platz 20. In einer Gemeinde ist die Bevölkerung sogar weniger geworden: in Wörth um minus 1,3 Prozent (4414).

Dieses Wachstum wirkt sich auf den Wohnungsmarkt aus, die Preise steigen immer weiter. Immerhin wurden in keinem Landkreis in der Metropolregion München prozentual so viele neue Wohnungen pro 1000 Einwohner fertiggestellt wie in Erding. Im Schnitt waren es die vergangenen Jahre 603. 2017 zählten die Statistiker 1045 neue Wohnungen, was 7,6 Fertigstellungen auf 1000 Einwohnern entspricht.

Wohnungsleerstand unter drei Prozent

Insgesamt gab es im Landkreis zuletzt etwas mehr als 59 000 Wohneinheiten, jede war im Schnitt von 2,3 Menschen belegt. Der Leerstand liegt bei unter drei Prozent.

Paradox ist, dass allenthalben über den Wohnungsmangel geklagt wird, die Wohnfläche je Einwohner aber immer größer wird – in zehn Jahren um fünf auf durchschnittlich 46 Quadratmeter pro Bewohner. Die Gesamtwohnfläche haben die Statistiker mit rund 6,25 Millionen Quadratmetern berechnet, 1,14 Millionen mehr als 2007.

80 Prozent der Erdinger haben ein Auto

Erding ist weiterhin eine Region mit viel Bewegung in der Bevölkerung. Die Fluktuation im Landkreis betrug 13,3 Prozent. Das ist die Summe aus Zu- und Wegzügen. In Oberding beträgt der Durchwechsel mit 21,1 Prozent mehr als ein Fünftel. In Eitting waren es 17,9, in Wartenberg 17,3 und in Berglern 17,2 Prozent. Am stabilsten war die Bevölkerung in Hohenpolding, wo der Saldo aus Zu- und Wegzügen neun Prozent ausmachte.

Erding ist weiterhin eine vom Pendeln geprägte Region: Innerhalb des Landkreises waren es zuletzt 13 000 Arbeitnehmer. Das Kreisgebiet verließen 36 500 in Richtungs Arbeitsplatz, 20 000 kamen herein, um Geld zu verdienen. Dafür standen je 1000 Einwohner 800 Kraftfahrzeuge zur Verfügung, übrigens der höchste Wert in der Metropolregion.

Hans Moritz

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