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Ordentlich Kraft entwickeln die Bürsten in Waschanlagen. Beschädigungen an Autos sind aber selten. 

Rotierende Bürste soll Auto beschädigt haben

Aus der Waschstraße vor den Richter

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In einer Erdinger Waschanlage soll ein Auto beschädigt worden sein. Der Fahrzeugbesitzer ging vor Gericht – und verlor.

Erding – Am Ende war das Auto zwar sauber, dafür aber beschädigt. Eine Fahrt durch eine Erdinger Waschanlage landete jetzt vor dem Amtsgericht. Der Halter eines Ford wollte den Schaden an seiner Motorhaube vom Betreiber erstattet haben. Er scheiterte in zwei Instanzen.

Dr. Stefan Priller, Sprecher des Amtsgerichts Erding, teilt mit, dass der Kläger seinen Wagen auf Anweisung eines Mitarbeiters in die Waschstraße gelenkt habe. Als eine rotierende Bürste die Frontpartie des Ford reinigte, hörten Fahrer und Gattin ein dumpfes Geräusch. Später stellten sie fest, dass das Spaltmaß an der Motorhaube nicht mehr stimmte. Die Bürste muss die Klappe angehoben und beschädigt haben.

Über 3000 Euro Schaden

Wie es dazu kommen konnte, darum drehte sich der Zivilprozess. Laut Priller erklärte der Kläger, sein Wagen sei zuvor in Ordnung gewesen. Die Bürste müsse den Wagen ramponiert haben. Er machte einen Schaden von über 2200 Euro, 400 Euro Wertminderung, Gutachtergebühren in Höhe von 640 Euro sowie Unkosten über 30 Euro geltend.

Der Waschstraßenbetreiber als Beklagter erklärte hingegen, der Schaden könne nur entstanden sein, weil die Motorhaube nicht korrekt verschlossen, sondern in der Sicherungsposition teilweise geöffnet gewesen sei.

Gericht weist Klage ab – Kläger geht in Berufung

Das Gericht wies die Klage ab. Der Sachverständige war zu dem Schluss gekommen, dass kein Schaden entstanden wäre, hätte der Halter die Motorhaube korrekt verriegelt. Damit könne die Beschädigung jedenfalls nicht ausschließlich auf einer Fehlfunktion der Waschanlage beruhen. Folglich trage der Kläger die volle Beweislast, dass die Anlage fehlerhaft gearbeitet habe. An der hatte der Gutachter aber nichts gefunden.

Der Kläger ging in Berufung. Das Landgericht Landshut verwarf diese. Der Halter habe die Pflicht, seinen Wagen vorher zu kontrollieren (Az.: 8 C 3135/15).

Hans Moritz

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