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Sanierungsbedürftig ist die evangelisch-lutherische Erlöserkirche in Klettham. Unser Bild entstand bei einem Familiengottesdienst an Heiligabend. Die Stadt wird dazu aber keinen Zuschuss leisten. Sie kann sich eher vorstellen, Fördermittel für die Aufwertung des gesamten Ortsteils zu beantragen.

Zuschuss aus Projekt „Soziale Stadt“ – Kein Geld für Kirchensanierung

Erding will Klettham aufmöbeln

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Die Stadt Erding nimmt sich ihren Ortsteil Klettham zur Brust. Das ist geplant - und aus einer Zwangslage geboren...

Klettham - Der Ortsteil Klettham ist ein Musterbeispiel, wie man Migration stemmt. Große Teile der Siedlung sind nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden – für Flüchtlinge und Vertriebene. Nun ist das Quartier in die Jahre gekommen. Die Stadt will Klettham aufmöbeln. Auslöser ist der dringende Sanierungsbedarf der evangelischen Erlöserkirche. An den enormen Kosten dafür wird sich Erding aber nicht beteiligen.

Viele Erdinger werden gar nicht wissen, welch architektonisches Schmuckstück sie mit dem Gotteshaus an der Friedrichstraße haben. 2018 wurde es zu einem „Denkmal von nationaler Bedeutung“ erhoben. Das Bauwerk von Hans Busso von Busse gilt als einer der „beeindruckendsten Kirchenräume in der Nachkriegszeit in ganz Deutschland“, heißt es in der Begründung, „ein wichtiger Beitrag zur Architektur nach 1945 in Bayern“. Es sei mit seiner Schiffs- beziehungsweise Zeltform „ein national wertvolles Kulturdenkmal und prägt das kulturelle Erbe der Bundesrepublik mit“.

Nun ist die Erlöserkirche ein Sanierungsfall, Landeskirche und Kirchengemeinde stehen vor Ausgaben in Millionenhöhe, um das Gotteshaus und seine Nebengebäude von Grund auf zu erneuern. Daher hatte sich die Kirche an die Stadt mit der Bitte um finanzielle Unterstützung gewandt.

Das Rathaus, informierte Christian Famira-Parcsetich von der Abteilung Stadtentwicklung im Stadtrat, werde zwar keine direkte Hilfe gewähren. Man wolle jedoch prüfen, ob etwa Mittel aus dem Entschädigungsfonds des Landesamts für Denkmalpflege abgerufen werden können. Die Regierung von Oberbayern, so Famira-Parcsetich weiter, habe inzwischen mitgeteilt, dass Fördermaßnahmen an der Kirche selbst und den Nebengebäuden ausschieden.

Bezuschusst werden können indes Maßnahmen im Umfeld der Kirche und im Stadtteil. „Dafür gibt es das Städtebauförderprogramm Soziale Stadt“, sagte er. Dabei, so OB Max Gotz (CSU), werde vor allem auf die Aufwertung von Nachkriegssiedlungen abgezielt, die oftmals über keinen eigenen Ortskern verfügten und teils sozial benachteiligte Bewohner aufwiesen.

Auf diesen Weg will sich die Stadt machen. Der Entwicklungsausschuss entschied einstimmig, 65 000 Euro zu beantragen. „Wir wollen die Identifikation der Bürger mit ihrem Ortsteil fördern“, so Famira-Parcsetich. Förderfähig, so Gotz, seien nicht nur soziale Angebote sowie die Schaffung neuer Begegnungspunkte, sondern auch Bauliches wie die Gestaltung von Freiflächen sowie verkehrliche Maßnahmen. Gotz versprach, dass man dieses Engagement mit der Kirchensanierung in Verbindung bringen wolle. Dort geschieht derzeit ohnehin einiges. Bekanntlich baut die Oberbayerische Heimstätte gegenüber 106 neue Wohnungen.

Gotz betonte aber auch, dass die Stadt in Klettham viel unternehme. Er nannte unter anderem die Fusion der katholischen Pfarrbibliothek mit der Stadtbücherei und die Schaffung von Sportflächen für Rot-Weiß Klettham. Vorstellbar sei etwa, mehr Spielplätze anzulegen.

Famira-Parcsetich verwies auf den seit kurzem aktiven Nachbarschaftstreff in der Erlöserkirche und die geplante Erweiterung des Kleiderladens der Arbeiterwohlfahrt. Die Tafel hingegen musste aus Platzgründen an den Bahnhof umziehen.

Werden die 65 000 Euro bewilligt, will sich die Stadt ein Büro für ein Entwicklungskonzept suchen. Gotz versicherte: Bürger und Verbände würden „selbstverständlich mit einbezogen“.

Derweil bittet die Kirche ihre Mitglieder im Zuge des Kirchgelds um Spenden für die Sanierung.

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