So nicht: In Erding soll ab 25. November der Christkindlmarkt auf dem Kleinen Platz und dem Schrannenplatz zwar stattfinden, aber mit Glühweinverkauf nur in abgegrenzten Bereichen, so genannten „Glühweingärten“.
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So nicht: In Erding soll ab 25. November der Christkindlmarkt auf dem Kleinen Platz und dem Schrannenplatz zwar stattfinden, aber mit Glühweinverkauf nur in abgegrenzten Bereichen, so genannten „Glühweingärten“.

Beschluss in Erding

Der Erdinger Christkindlmarkt soll stattfinden

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Der Erdinger Volksfestausschuss will ein Zeichen der Normalität setzen. Der Erdinger Christkindlmarkt soll ebenso stattfinden wie das Turmblasen und die Silvester-Lasershow.

Erding – Während landauf, landab die Christkindlmärkte abgesagt werden, darunter auch in Dorfen, soll der in Erding stattfinden. Nicht nur das: Auch das traditionelle Turmblasen an Heiligabend sowie die Lasershow an Silvester will die Stadt ermöglichen. Oberbürgermeister Max Gotz (CSU) erklärte im Volksfestausschuss: „Ich halte das für ein unheimlich wichtiges Signal an die Bevölkerung, dass man trotz Pandemie feiern kann. Es soll den Menschen ein Stück Normalität zurückgeben und ein politisches, gesellschaftliches und soziales Statement sein.“ Der Ausschuss gab Grünes Licht. Damit können die konkreten Planungen beginnen.

Doch es wird ein anderer Christkindlmarkt sein, der bereits am Mittwoch, 25. November, beginnt. Denn er muss so konzipiert sein, dass sich das Corona-Virus hier nicht verbreiten kann. Der Beginn wurde vorgezogen, um rechtzeitig auf Unstimmigkeiten und Probleme reagieren zu können.

Das Corona-Konzept erläuterte Ordnungsamtsleiter Robert Buckenmaier. „Der Markt muss räumlich entzerrt werden, damit die Sicherheitsabstände eingehalten werden können“, erklärte er. Deswegen wird die Stadt heuer ihre Kunststoff-Eisbahn nicht aufbauen. Auf dem Schrannenplatz werden neun Hütten aufgestellt, auf dem Kleinen Platz sieben. Hinzu kommen drei Biergärten, einer mit zehn auf acht Metern, zwei mit 20 auf acht Meter. „Alkoholische Getränke dürfen nicht zum Mitnehmen verkauft werden“, so Buckenmaier weiter. Genossen werden dürfen Speis und Trank nur in den drei abgegrenzten Bereichen neben den Buden mit getrennten Ein- und Ausgängen. Er sprach von „Glühweingärten“ mit einer festgelegten Obergrenze an Besuchern. Die Kunden müssten wie in der Gastronomie ihre Daten hinterlegen. Die Fieranten erhalten die Auflage, Gläser, Tassen, Besteck und Geschirr bei mindestens 90 Grad zu spülen und alle Flächen regelmäßig zu desinfizieren. Auf dem gesamten Gelände gilt Maskenpflicht.

Buckenmaier kündigte ein Hygienekonzept „in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt“ an. Gotz kann sich vorstellen, eine Besucher-Obergrenze einzuführen. Überwacht werden alle Vorschriften von einem eigens dafür abgestellten Sicherheitsdienst. Das Ordnungsamt nimmt sich den „Sommer in der Stadt“ in München zum Vorbild, wo unter anderem auf dem Königsplatz und im Olympiapark einige Wochen Volksfeststimmung herrschte.

Gotz drängte den Ausschuss zu einer raschen Entscheidung, „damit die Fieranten ausreichend Vorlaufzeit haben“. Er machte allerdings auch deutlich, dass der Christkindlmarkt nur stattfinden könne, wenn die Infektionszahlen nicht wieder stark ansteigen. Und er appellierte schon jetzt an die Vernunft der Besucher. „Sie haben es jetzt auch selbst in der Hand, ob wieder ein Stück lang ersehnter Normalität zurückkehren kann.“

Auch ein kulturelles Rahmenprogramm auf der Bühne am Ährenbrunnen kündigte der OB an, allerdings ohne Chöre. Es gebe bereits erste „angenehme Impulse“.

Hans Egger (Erding Jetzt) regte an, nach einer monatelangen Zeit ohne Veranstaltungen die Öffnungszeiten über das Schankende um 21 Uhr und die Schließung eine halbe Stunde später zu verlängern. Gotz schlug vor, so zu starten. „Wenn es gut läuft, können wir nach zwei Wochen über eine Verlängerung entscheiden.“

Hans Fehlberger (FW) sorgte sich, ob sich angesichts der strengen Vorgaben ausreichend Händler finden ließen. Diese Befürchtung zerstreute Gotz. Nach einem Jahr voller Absagen rechnet er mit mehr Bewerbungen als Plätzen.

Burkhard Köppen (CSU) erkundigte sich, ob Heizpilze erlaubt seien. Dies bejahte Rathaus-Geschäftsleiter Reinhard Böhm.

Auf Anfrage Köppens kündigte Gotz überdies an, dass auch das Turmblasen sowie der Tanz ins neue Jahr mit Silvester-Lasershow geplant seien – ebenfalls mit eigenen Corona-Sicherheitskonzepten. Die Anregung, die Eisbahn erst im Januar aufzustellen, fiel hingegen durch. Diesen Aufwand wolle man sich nicht zumuten.

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