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Die größte Tragödie im Verkehr 2019: Auf der FTO stirbt am 23. Februar eine Erdingerin (25), neun Menschen werden teils schwer verletzt. 

2019: Zahl der Verkehrstoten leicht gesunken

Acht Menschen sterben bei Unfällen

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Der Straßenverkehr hat 2019 im Landkreis Erding acht Menschen das Leben gekostet – einem weniger als im Jahr zuvor. Das geht aus einer von unserer Zeitung geführten Statistik hervor. Unter den Opfern ist im Juni 2019 ein Motorradfahrer, dabei hatte die Biker-Saison im Frühjahr schon mit schweren Unfällen begonnen.

Erding - Die tragischste tödliche Kollision ereignet sich in den frühen Morgenstunden des 23. Februar auf der Flughafentangente. Ein Innsbrucker (59) biegt von der Erdinger Allee auf die FTO in Richtung Süden ab. Er wechselt so abrupt die Fahrspur, dass der Fahrer eines VW-Busses der von hinten kommt, erst auf den Kleinwagen des Tirolers auffährt und dann auf die Gegenfahrbahn ausweicht. Besetzt ist er mit acht moldawischen Arbeitern. Der Transporter kollidiert frontal mit dem Audi einer Erdingerin (25). Sie ist sofort tot. Insgesamt sind neun teils schwer Verletzte zu versorgen.

Erster tödlicher Unfall gleich zu Jahresbeginnn

Das Jahr hat gerade erst begonnen, als am 4. Januar der erste Verkehrstote zu beklagen ist. Ein 80-Jähriger prallt zwischen Erding und Niederding mit Pkw und Anhänger gegen die eigene Hauswand, nachdem er durch den Garten gepflügt war. Vermutlich hat der Rentner eine gesundheitliche Attacke erlitten.

Am 27. April kommt bei Isen ein 20-Jähriger bei hohem Tempo von der Fahrbahn ab. Der Kombi überschlägt sich mehrfach. Der nicht angeschnallte Fahrer wird herausgeschleudert und ist sofort tot. Am 7. Mai ist die FTO erneut Schauplatz eines tödlichen Unfalls, der wiederum auf einen medizinischen Notfall zurückzuführen sein dürfte. Ein 64-Jähriger aus dem Kreis Landshut steuert zwischen Eitting und der Anschlussstelle Flughafen in den Gegenverkehr und kollidiert dort frontal mit einem Sattelschlepper. Alle Reanimationsversuche scheitern.

Zwei Opfer waren nicht angeschnallt

Ebenfalls ein – mittlerweile ansatzweise entschärfter – Unfallschwerpunkt ist die Kreuzung bei Johannrettenbach (Taufkirchen). Ein mit zwei Männern besetztes Auto nimmt am 19. Mai einem leeren Reisebus die Vorfahrt. Die 48 Jahre alte Fahrerin wird aus dem Cockpit geschleudert. Die Retter können ihr nicht mehr helfen.

Der einzige tödliche Motorradunfall 2019 trägt sich am 7. Juni an der A 94-Anschlussstelle Pastetten zu. Ein Biker aus München biegt in Richtung Erding ab, vergisst aber wohl, den Blinker auszuschalten. Ein entgegenkommender Autofahrer deutet das Signal falsch, biegt ab und erfasst den Münchner.

Toter wird erst Stunden später gefunden

Mysteriös sind die Umstände eines Unfalls am 2. August auf der Straße zwischen Hallbergmoos und Schwaig. Ein 55-Jähriger aus Schwaig kommt mit einem Lancia von der Fahrbahn ab und prallt gegen einen Baum. Er verstirbt vor Ort. Für die Retter ärgerlich: Sie müssen sich von einer Gruppe Rennradler beschimpfen lassen, weil der Abschnitt gesperrt ist.

Erst Stunden später entdeckt wird ein Berglerner am 3. November, dessen Wagen in der Nacht von der Staatsstraße 2331 Zustorf–Moosburg abgekommen und gegen mehrere Bäume geprallt ist. In der Dunkelheit war das Wrack nicht zu sehen.

Zwei weitere tragische Unglücke sind 2019 zu verzeichnen. In einer Kiesgrube bei Maitenbeth (Kreis Mühldorf) wird ein 53-Jähriger aus dem Landkreis Erding von einem Lkw erdrückt. Der Unfall ereignet sich beim Rangieren.

Weitere Tragödien: Todesfälle in Kiesgrube und Bergsee

Und am 27. Juli kommt ein Dorfener (52) bei einem Tauchunglück im Walchensee (Bad Tölz-Wolfratshausen) ums Leben. Sein Leichnam wird erst am 10. August in 70 Metern Tiefe gefunden.

Die Zahl der tödlichen Unfälle im Landkreis schwankt stark. Laut Statistik des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord verunglückten 2018 neun Menschen tödlich, 2017 waren es nur vier gewesen, 2016 allerdings 14.

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