Die FüGK verbessert auf der Ebene der niedergelassenen Ärzte die Versorgung von Covid-19-Patienten beziehungsweise der Verdachtsfälle, zugleich aber auch den Schutz von Ärzten und Personal in den Praxen.
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Dr. Thomas Bauer (54) stellt als Versorgungsarzt die Grundversorgung bei den niedergelassenen Praxen sicher.

Schutz älterer Ärzte

Zwei Praxen für Corona-Patienten: Verdachtsfälle sollen separiert werden

  • Hans Moritz
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Die FüGK verbessert auf der Ebene der niedergelassenen Ärzte die Versorgung von Covid-19-Patienten beziehungsweise der Verdachtsfälle, zugleich aber auch den Schutz von Ärzten und Personal in den Praxen.

Erding Die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) verbessert auf der Ebene der niedergelassenen Ärzte die Versorgung von Covid-19-Patienten beziehungsweise der Verdachtsfälle, zugleich aber auch den Schutz von Ärzten und Personal in den Praxen.

Geplant sind nun zusätzlich Schwerpunktpraxen, die sicherstellen sollen, dass Verdachtsfälle schnell und wohnortnah untersucht werden können. Darum kümmert sich der soeben eingesetzte, staatlich angeordnete Versorgungsarzt Dr. Thomas Bauer. Zugleich will man seinen Worten zufolge auf diesem Weg Kollegen schützen, die aufgrund ihres Alters selbst zur Corona-Risikogruppe gehören. Eine dieser Praxen soll in Erding entstehen, „wenn wir sie denn auch wirklich brauchen“, sagt Bauer unserer Zeitung. Eine weitere stellen sich er und Landrat Martin Bayerstorfer als Leiter des Krisenstabs im östlichen Landkreis vor.

„Vieles lässt sich am Telefon klären“

Bauers Angaben zufolge haben sich die bisherigen Abläufe bewährt. Zwar können die Allgemein- und Facharztpraxen nicht mehr ohne Voranmeldung betreten werden. „Dennoch muss niemand Angst haben, bei Symptomen keinen Ansprechpartner zu haben“, versichert Bauer. „Vieles lässt sich am Telefon klären. Wenn sich der Verdacht auf Corona ergibt, sagen wir einer der Screeningstellen Bescheid, sodass der Patient dort vorstellig werden kann.“ Bestünden konkrete Hinweise, „schaut sich das entweder ein niedergelassener Arzt an, oder man kann sich auf ärztliche Weisung direkt an die Infektions-Notfallaufnahme am Klinikum wenden“, so Bauer. Dort seien bereits Personen mit klarer Symptomatik direkt auf die Isolier-Station aufgenommen und die Abstriche genommen worden.

Bayerstorfer erklärt: „Die Schwerpunktpraxen sollen möglichst schnell ihren Betrieb aufnehmen können.“ Die Rede ist von wenigen Tagen. Für den 53-Jährigen ist es dringend nötig, „dass Verdachtsfälle wissen, wohin sie sich wenden können“.

Ursprungsidee: Praxen an Screeningstellen nicht realisierbar

Bayerstorfer berichtet, dass die ursprünglich angedachte Lösung, den Aufbau von Bereitschaftspraxen an den drei Screeningstellen in Erding (Pflegeschule und FOS/BOS) sowie in Dorfen (Gymnasium), vorerst verworfen worden sei. „Das ließ sich leider nicht realisieren.“

Bauer, im Hauptberuf HNO-Arzt mit Praxen in Erding und Dorfen sowie Erfahrung als im Ausland tätiger Bundeswehr- und Wasserwachtmediziner, hat weitere wichtige Aufgaben übernommen. Er soll alle notwendigen Planungen und Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der ärztlichen Grundversorgung in den Praxen im Katastrophenfall organisieren. „Dazu gehört auch die Koordination von Hilfen für Praxen, deren Betrieb durch den krankheits- oder gar coronabedingten Ausfall von Personal gefährdet ist“, so der Landrat.

„Landreis besser gerüstet als viele andere“

Im Moment können Praxen nicht ohne Weiteres betreten werden, sondern nur nach vorheriger Vereinbarung. Patienten, die Folgerezepte oder eine Krankschreibung benötigen, können diese bis vorerst Ende Juni telefonisch bestellen und bekommen sie dann zugeschickt.

Bauer wird in der FüGK auch die Verteilung der Schutzausrüstung koordinieren. „Bisher ist die Lage gut, wir haben mit unseren Lieferanten Glück“, schildern Bayerstorfer und Bauer. Am Dienstag erwarten sie weitere 100 000 Schutzmasken. Auch die Belieferung der Heime berücksichtige man. Für Corona-Fälle dort gibt es eigene Krisenpläne.

An sich gehört es auch zu den Aufgaben der Versorgungsärzte, Screeningstellen einzurichten und Personal zu rekrutieren. „Das braucht es in Erding nicht mehr. Da ist der Landreis besser gerüstet als viele andere“, lobt Bauer. Für die Sicherung der klinischen Versorgung sowie des Betriebs der Notklinik im Warteraum Asyl ist der Ärztliche Leiter der FüGK, Dr. Andreas Donhauser, verantwortlich.

Corona-Infotelefon

Das Landratsamt berät Bürger zu Covid-19 durchgängig unter Tel. (0 81 22) 58 17 70.

Hans Moritz

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