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Zur Eröffnung der Sonderausstellung kamen viele Bürger ins Erdinger Museum. Museumsleiter Harald Krause, OB Max Gotz und Hans Zehtmair (ab 4. v. l.) begrüßten die Gäste.

Sonderausstellung im Museum

26 Erdinger von A bis Z

Erding - Das Museum Erding präsentiert in einer Sonderausstellung 26 Persönlichkeiten von A bis Z aus 1200 Jahren Erdinger Geschichte. Die Ausstellung kann bis 11. September besucht werden.

Weil Menschen „bestimmte Zeiten gern mit bestimmten Gesichtern verbinden“, wie Oberbürgermeister Max Gotz in seinem Grußwort feststellte, zeigt das Museum noch bis zum 11. September in der Sonderausstellung „Von Ardeo bis Zehetmair“ 26 Persönlichkeiten aus 1200 Jahren Erdinger Geschichte. Die Zahl 26 ergab sich aus den Buchstaben des Alphabets. „Sie alle mit Inhalten zu füllen, war aber nicht einfach“, so Museumsleiter Harald Krause bei der Eröffnungsfeier.

Im Foyer des Museums, „unserer Bühne für Veranstaltungen“ (Krause), hängen nun an dünnen Nylonfäden 26 bedruckte Kunststoff-Fahnen. Jede von ihnen erzählt eine spezielle Geschichte über einen bedeutenden Erdinger. Da finden sich Klassiker wie das Ehepaar Fischer, bekannt für Bier und Stiftungsidee, genauso wie ein ehemaliger Stadtschreiber, ein Landrichter oder Tassilo der Dritte, einst bayerischer Herzog. Unter Buchstabe „G“ wurde Erdings OB verewigt, unter „Q“ Heinz Rühmann aus dem Film „Quax, der Bruchpilot“.

„Bei vielen Buchstaben wären auch noch weitere Personen möglich gewesen“, berichtete Krause, der dabei vor allem die Arbeit seiner scheidenden Mitarbeiterin Sophie Ruhl aus München hervorhob. „Sie hat eifrig in Archiven recherchiert, hat viel Material gesammelt. Ohne sie wäre diese Ausstellung gar nicht möglich geworden.“ Dass 26 Persönlichkeiten gerade jetzt gewürdigt werden, begründete der rührige Museums-Chef zum einen mit dem 160jährigen Jubiläum des Hauses. „Außerdem ist Erding immer neugierig, fragt nach Abwechslung. Und wir wollten einmal ein Thema ganz ohne Exponate präsentieren“.

Hans Zehetmair, der sich als ehemaliger Stadtrat und Staatsminister unter dem letzten Buchstaben des Alphabets wiederfindet, fasste die Wertigkeit einer solchen Personenschau in andere Worte. „Das lebendige Gedächtnis unserer Museen muss gerade heute erhalten bleiben. Außerdem sollen diese Räume auch Stätten der Begegnung sein“. Um Werte in einer Gesellschaft zu bewahren, sei gerade die Kultur mit allen ihren Facetten stark gefordert. OB Max Gotz ergänzte hierzu, dass auch all jene nicht vergessen werden dürften, die keine großen Namen haben, und steuerte eine Anekdote aus jüngsten Tagen bei. „Im Rathaus sollten die Bilder ehemaliger Stadtgrößen aus Gründen des Brandschutzes entfernt werden. Ich glaube, wir haben einen Schlag.“ Apropos Verständnis: „Schon vorab zu dieser Ausstellung gab es polarisierende Meinungen“, so der Museumsleiter. „Manche, die jetzt nicht vertreten sind, hätten sich selbst hier gern gesehen, Eitelkeiten wurden formuliert“.

Doch das Museum, das die Eröffnung mit der Musik des originellen Duos Michaela Bauer (Akkordeon) und Markus Renhart (Klarinette) feierte, hatte dazu eine zündende Idee. Auf leeren Blättern mit den entsprechenden Buchstaben können Besucher all jene eintragen, die nach ihrer Meinung fehlen. Schließlich ist neben dem Buchstaben „Y“ wie „You“ (Sie/du) ein Spiegel aufgestellt. So hat jedermann die Möglichkeit, sich innerhalb der Schau selbst einzuordnen.

Friedbert Holz

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