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Wer wird Kandidat: Armin Laschet (l.) oder Markus Söder?

Erdinger CSU-Basis unterstützt bayerischen Ministerpräsidenten als Kanzlerkandidat

„Nur Söder kann das Ruder herumreißen“

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Rückenwind aus Erding: Die CSU im Landkreis steht hinter Markus Söder als Kanzlerkandidat von CDU/CSU.

Erding – Tenor: Am 26. September müsse der antreten, der die größten Chancen habe. Im Umkehrschluss: Mit Armin Laschet als Spitzenkandidat drohe die Union Kanzleramt und Bundesregierung zu verlieren – und in der Opposition zu landen.

„In der aktuellen Lage spricht alles für Markus Söder“, erklärt CSU-Kreisvorsitzender Martin Bayerstorfer. Er sehe in den Unionsreihen im ganzen Land keinen, „der ein Ergebnis holt, mit dem die Union in der Regierung bleibt“. Bayerstorfer glaubt auch nicht, dass durch den Beschluss des CDU-Präsidiums am Montag, Laschet zu unterstützen, eine Vorfestlegung erfolgt sei. „Bei vielen Abgeordneten geht es ums politische Überleben. Sie haben da ein gewichtiges Wort mitzureden.“

Söder hat Ulrike Scharf zwar als Umweltministerin gefeuert, dennoch spricht sich die CSU-Landtagsabgeordnete klar für ihren Parteichef als Kanzlerkandidat aus. „Ich habe einen großen Siegeswillen, und ich möchte, dass der in Erfüllung geht. Das geht nur mit Söder.“ Dass er die größten Chancen habe, „sehe ich auch an den zahlreichen Zurufen, dass er antreten soll“, so Scharf. Denn er sei der einzige in der aktuellen Depression, „der das Ruder herumreißen kann und ein modernes Wahlprogramm aufbieten wird“.

Erdings OB Max Gotz sieht zwar ebenfalls Söder als besten Bewerber, geht aber davon aus: „Laschet wird es werden.“ Alles andere würde für die große Schwesterpartei einen irreparablen Gesichtsverlust bedeuten, nachdem Laschet nach monatelangem Hauen und Stechen vor drei Monaten zum Parteivorsitzenden gewählt worden war. Gotz meint auch, den NRW-Ministerpräsidenten dürfe man nicht unterschätzen. Allerdings sprächen alle Umfragen klar für Söder. „Er ist auch der bessere Kandidat“, ist der OB überzeugt.

Salamonisch äußert sich Thomas Bauer, CSU-Fraktionschef im Kreistag. „Beide sind gute Ministerpräsidenten, beide leisten gute Arbeit.“ Söder habe sich aber als „konsequenterer Krisenmanager bewährt“, der die Corona-Regel konsequent umgesetzt habe. Laschet sei aber wohl der diplomatischere Mensch. Deswegen habe er keinen klaren Favoriten.

Bürgermeister-Sprecher Hans Wiesmaier findet es gar nicht schlecht, dass die Union nun eine Auswahl habe. Allerdings sei er überrascht, „dass es Laschet und Söder zuletzt so auf die Spitze getrieben habe“. Er persönlich setze auf Söder, „alles andere wäre verwegen“. In den vergangenen Monaten habe sich Söder sehr bewährt. Wiesmaier geht davon aus, „dass es kein Hauen und Stechen geben wird, und sich der Unterlegene ins Team einfügt“.

Für JU-Kreisvorsitzenden Daniel Gottal steht fest: „Markus Söder ist das stärkste Zugpferd“. Er glaubt, dass sich auch viele CDU-Abgeordnete für Söder aussprechen werden, weil sie den Verlust ihrer Mandate fürchteten. Gottal vermutet, dass die finale Entscheidung in der Bundestagsfraktion fällt.

Auf Facebook findet der Forsterner CSU-Gemeinderat Sebastian Klinger drastische Worte: „Laschet sollte zurücktreten und aus der Politik verschwinden. Er ist und wird kein Kanzler.“ Unserer Zeitung sagte er: „Viele schimpfen derzeit auf Söders Pandemie-Politik, dabei hat er im Blick, dass sich die Krankenhäuser wieder füllen und zu wenig Pflegekräfte vorhanden sind.“

Einig ist sich die Basis, dass selbst ein Scheitern Söder nicht schaden würde, weder bei der Kandidatur noch bei der Wahl. Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber seien danach viele Jahre lang erfolgreiche Landespolitiker geblieben. Bayerstorfer denkt da schon weiter: „Wenn Söder Kanzler wird, brauchen wir in Bayern allerdings einen neuen Ministerpräsidenten.“

ham

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