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Gut verpackt trat die Erasmus-Heiligenfigur den Weg vom Museum Erding nach München an. 

Leihgabe für Ausstellung 

Erdinger Erasmus im Nationalmuseum

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Im Museum Erding schlummern echte Schätze - wie die Erasmus Heiligenfigur, die jetzt im Bayerischen Nationalmuseum zu sehen ist.

Erding – Das Museum Erding an der Prielmayrstraße wird nicht zuletzt wegen seiner goldscheinenden Fassade gerne als Schatzkistlein gerühmt. Dass in der städtischen Sammlung auch echte Schätze liegen, die noch nicht einmal gehoben sind, zeigt eine knapp 1,50 Meter hohe aus Holz geschnitzte Figur. Sie ist in der Abteilung „Kunst & Künstler“ der Dauerausstellung zu sehen. Es handelt sich um den Heiligen Erasmus. Wer dahinter steckt, das kam erst jetzt ans Licht. Es ist kein Exponat wie jedes andere.

Die beiden Kunsthistoriker Paul M. Arnold und Albrecht Miller haben unabhängig voneinander herausgefunden, dass der Heilige Erasmus von dem berühmten Bildhauer Erasmus Grasser gefertigt sein dürfte, berichtet Stadtsprecher Christian Wanninger. In Erding stand die Figur bislang ohne eine konkrete stilistische Zuweisung zu dem Künstler. „Leider fehlen dem Museum Erding entsprechende Unterlagen, die auf die Herkunft der farbig gefassten Holzfigur hinweisen könnten“, so Wanninger.

Ein Erwerb um 1860/70, also bald nach der Museumsgründung, gilt als wahrscheinlich, mutmaßt dessen Leiter Harald Krause. „Möglicherweise stammt der Heilige Erasmus aus der Georgskirche in Finsing, da von dort weitere Arbeiten aus dem Grasser-Werkstattkreis stammen.“

Wie auch immer, derzeit kommt der Erdinger Erasmus groß raus: Das Museum Erding beteiligt sich nämlich mit der prominenten Leihgabe an einer großen Ausstellung in München: Das Bayerische Nationalmuseum München zeigt die Figur in der Schau „Bewegte Zeiten – der Bildhauer Erasmus Grasser“. „Die Leihanfrage hat uns bereits 2017 erreicht“, sagt Krause – eben nachdem die beiden Wissenschaftler die Linie zu dem renommierten Künstler gezogen hatten.

Grasser zählt zu den großen Bildhauern und Bildschnitzern der deutschen Spätgotik. Den Durchbruch erlangte er mit seinen expressiv bewegten Moriskentänzern, die er 1480 für den Tanzsaal des Alten Rathauses in München schuf.

Berühmt sind weiter das vielgestaltige Chorgestühl der Frauenkirche sowie die mächtige Figur des Heiligen Petrus aus der Münchener Kirche St. Peter. Geboren wurde Grasser um 1450 in Schmidmühlen in der Opferpfalz, er starb 1518.

Seit 19. April befindet sich der Erdinger Erasmus aus der Zeit von 1480 bis 1500 als Leihgabe im Bayerischen Nationalmuseum. Die Ausstellung bis 29. Juli zeigt einen Überblick über Leben und Schaffen des Ausnahmekünstlers. Sie entführt den Besucher in die Zeiten um 1500. Anlass ist der 500. Todestag Grassers.

Die Ausstellung

ist im Bayerischen Nationalmuseum an der Prinzregentenstraße 3 zu sehen. Geöffnet ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, an Donnerstagen bis 20 Uhr.

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