Forschung und Wirtschaft Hand in Hand: Münchner Entwickler nehmen bei der Erdinger Firma Huber Technik die speziellen Förderbänder in Augenschein. Mit der Anlage wollen sie Tesla-Gründer Elon Musk überzeugen.
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Forschung und Wirtschaft Hand in Hand: Münchner Entwickler nehmen bei der Erdinger Firma Huber Technik die speziellen Förderbänder in Augenschein. Mit der Anlage wollen sie Tesla-Gründer Elon Musk überzeugen.

Elon Musk lobt Wettbewerb aus – Huber Technik entwickelt Förderbänder für Tunnelbau

Erdinger Expertise für den Tesla-Erfinder

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Elon Musk hat einen Wettbewerb ausgelobt. Nun wollen Studenten der TUM, LMU und HM gemeinsam mit der Erdinger Firma Huber Technik den US-Unternehmer überzeugen.

Erding – Elon Musk ist einer der ganz großen Technik- und Digital-Treiber des 21. Jahrhunderts. Er erfand das Elektroauto Tesla und gilt als Mitbegründer des Bezahlsystems PayPal sowie des Raumfahrtunternehmens SpaceX. In Brandenburg lässt der Amerikaner gerade eine gigantische Tesla-Fabrik bauen. Eines der jüngsten Projekte des Überfliegers ist freilich unterirdisch: Musk will mit Tunnels Großstädte vom Verkehr entlasten. Dort sollen seine Teslas eines Tages sogar autonom fahren.

Doch allein der Vortrieb weitverzweigter Röhrensystem ist eine technische wie logistische Herausforderung, zumal unter dicht besiedeltem Gebiet. Dazu hat der 49-Jährige mit südafrikanischen Wurzeln einen weltweiten Wettbewerb ausgelobt. Und bei dem spielt ein Erdinger Traditionsunternehmen eine wichtige Rolle – Huber Technik.

Ziel des Wettbewerbs, so beschreibt es Inhaberin Heidi Huber-Kamm, ist die Entwicklung der schnellsten und präzisesten Tunnelbohrmaschine – vorerst als Modell. Dieser Herausforderung stellen sich Studierende der Technischen Universität München (TUM), der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und der Hochschule München, die dazu ein eigenes Entwicklerteam zusammengestellt haben.

Nun gibt es einen ersten Etappensieg zu vermelden: Die Münchner Tüftler wurden weltweit aus 400 Teams ausgewählt, um mit elf weiteren Gruppen am Finale in den USA teilzunehmen.

Doch warum hat Musk diesen Wettbewerb ausgelobt? Es geht um die schnelle Realisierung seiner Tunnelvision unter Großstädten. „Die Herausforderung ist, eine Tunnelbohrmaschine zu entwickeln, die schneller bohrt, als eine Schnecke kriechen kann, um den Verkehr von der Oberfläche in die Erde zu bringen“, erklärt Huber-Kamm. „Das bedeutet Investitionen in eine grünere Welt, in eine grünere Zukunft, damit die Erdoberfläche anders genutzt werden kann.“ Der Bau eines Tunnels benötigt aber sehr viel Zeit mit großen, flächenverbrauchenden Baustellen und kostet enorm viel Geld.

Zum Vortrieb eines Tunnels braucht es aber nicht nur eine hochspezielle und technisch ausgetüftelte Tunnelbohrmaschine, sondern eben auch entsprechende Anlagen, um das anfallende Material in Form von Erde, Steine und vielem mehr aus dem Erdinneren an die Oberfläche zu transportieren. Und hier kommt die Erdinger Firma Huber Technik ins Spiel. Sie hat sich längst einen Ruf als Spezialist im Förderband-Sondermaschinenbau erarbeitet. Davon wollen nun auch die Münchner Entwickler profitieren, die sich zum TUM Boring – Innovation in Tunneling e. V. zusammengeschlossen haben.

Huber-Kamm berichtet, dass es unter anderem Aufgabe der Forscher sei, eine spezielle Fördertechnik zu konzipieren. Diese sei in enger Zusammenarbeit mit Tobias Wolf, Konstruktionsleiter bei Huber Technik, zur finalen Version verfeinert worden. Gefertigt wurden die insgesamt zirka 60 Meter langen Förderbänder unter der Regie von Georg Maier, Michael Langer und Franz Petermeier, alle drei Fertigungsleiter bei Huber Technik.

Ein Teil des TUM Boring Teams hat die Förderbänder im Rahmen einer Betriebsbesichtigung bei der Firma Huber Technik bereits in Augenschein genommen.

Die Maschinen werden in einem Container in die USA transportiert und dort aufgebaut. Im Beisein Musks wird die Anlage im Sommer nach verschiedenen Kriterien beurteilt und der Gewinner festgestellt. „Ich hoffe, dass das Team mit unserer Unterstützung einen der vorderen Plätze belegt“, sagt die Chefin, die sich dadurch auch weiteres Renommee erhofft.

Hans Moritz

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