An den Erdinger Grndschulen wird die Betreuung bis 17 Uhr zur Regel

Erding - Schule wird immer mehr zum ganztägigen Lebensmittelpunkt junger Leute. Das gilt längst auch für die Grundschulen. In Erding wird die Mittagsbetreuung bis 17 Uhr zur Regel.

Die Weichen dafür hat jetzt der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Stadtrates gestellt. Um alle Schüler der Mittel- und der Grundschule Altenerding richtig unterbringen und verpflegen zu können, wird nun das Jugendcafé in eine Art Mensa umgebaut.

Hintergrund ist die voriges Jahr begonnene Einführung eines gebundenen Ganztagsszuges an der benachbarten Carl-Orff-Grundschule in Trägerschaft des Vereins Kinderland. Bis 2015 kommen jährlich mehr Kinder hinzu, die nicht mittags nach Hause gehen. In der Schule sollte auch die Mittagsverpflegung stattfinden. Diese Lösung scheidet laut Sachgebietsleiter Alois Gabauer wegen der großen Resonanz aber nun aus. In der Mittelschule bietet die Arbeiterwohlfahrt bereits eine Mittagsbetreuung an und serviert im Jugendcafé der Einrichtung das Mittagessen.

Nun soll dieser Bereich von beiden Schulen gemeinsam genutzt werden. Bürgermeister Max Gotz (CSU) machte deutlich, dass dazu ein Umbau des Jugendcafés erforderlich sei, dessen Kosten er mit 50000 Euro bezifferte. Der Ausschuss gab Grünes Licht.

Fortgesetzt wird die Mittagsbetreuung bis 17 Uhr an der Carl-Orff-Grundschule und der Grundschule am Grünen Markt. Gabauer erinnerte daran, dass es dieses Angebot seit dem vorigen Jahr gebe. „Es ist und bleibt eine freiwillige Leistung der Stadt, für die wir keine Zuschüsse bekommen.§ Dennoch gab es im Ausschuss dazu kein kritisches Wort. Es bestand Einigkeit, dass man Familien damit helfe. Zudem könne man, so Gabauer, eher verhindern, dass Gastschulanträge für die Standorte gestellt werden, in deren Nähe ein Hort ist. Am Grünen Markt musste aufgrund der Resonanz bereits mehr Personal eingestellt werden. Dort stieg damit auch das Defizit - von 2000 auf 6500 Euro im vorigen und in laufenden Schuljahr. In Altenerding sank es von 2700 auf 1900 Euro.

Auch die Grundschule am Ludwig-Simmet-Anger erhielt vor einem Jahr das Plazet für die lange Betreuung. Dort kam sie mangels Nachfrage aber nicht zustande, vermutlich wegen des nahen AWO-Horts im Kinderhaus „Hand in Hand“. So viel Geld der Stadt die Betreuung wert ist, auch die Eltern müssen am September tiefer in die Tasche greifen. Die Betreuungsstunde von 16 bis 17 Uhr kostet dann vier statt bisher drei Euro.

Handlungsbedarf gibt es laut Gabauer auch an der Grundschule am Lodererplatz. Dort gibt es zwei verlängerte Betreuungsgruppen in Trägerschaft der Stadt bis 16 Uhr. Die AWO bietet Aufsicht bis 17 Uhr an. Nun wurde bekannt, dass sich die AWO zurückziehen wird, weil die Gruppe nur noch sechs Mädchen und Buben zählt. Der Vorschlag der Schule: eine eigene Betreuung bis 17 Uhr oder Aufbau einer Hortgruppe. Gabauer riet zu Ersterem. Dem folgten die Stadträte. Auch hier kostet die zusätzliche Stunde ab Herbst vier Euro. Zudem könnten die Eltern die Ferienbetreuung in Anspruch nehmen, die die die AWO und das Kinderland anbieten.

(Hans Moritz)

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