Im Gespräch mit Kieferorthopäde Hans Seeholzer

Mit den eigenen Zähnen alt werden

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Der Bundesrechnungshof kritisiert die zu hohen Ausgaben für Zahnspangen. Darüber sprachen wir mit dem Erdinger Kieferorthopäden Dr. Hans Seeholzer, der heute international Seminare abhält.

-Herr Dr. Seeholzer, ist die Kritik des Bundesrechnunghofs gerechtfertigt?

Hans Seeholzer: Ich bin sehr überrascht, mit welcher Leichtigkeit der Bundesrechnungshof einem etablierten Fachgebiet der Zahnheilkunde die Existenzberechtigung abspricht. Die Bevölkerung hat den enormen Nutzen einer kieferorthopädischen Behandlung erkannt. Dabei geht es vor allem um Gesundheitliches wie zum Beispiel die gleichmäßige Belastung der Zähne. Das trägt dazu bei, dass die Menschen mit ihren zweiten Zähnen alt werden, was ja auch das Hauptziel einer Zahnspange ist.

-Also geht es nicht vorrangig um den kosmetischen Aspekt?

Seeholzer: Perfekt ausgeformte Zähne haben selbstverständlich nicht nur enorme gesundheitliche Vorteile, sondern auch praktisch als Nebenerscheinung einen kosmetischen Nutzen. Dies ist natürlich für die meisten Patienten der Hauptgrund für eine Behandlung. Wer seine Kinder mit schiefen Zähnen aufwachsen lässt, verwehrt ihnen lebenslange Vorteile auch auf der emotionalen Ebene. Ein Beispiel ist nur das Selbstbewusstsein durch ein strahlendes Lächeln.

D r. Hans Seeholzer (71) verweist aus gesundheitliche und emotionale Vorteile.

-Was sagen Sie zu der Kritik, es gebe keine Daten zu den Behandlungen in Deutschland?

Seeholzer: Das kann ich nicht nachvollziehen. Die Kassen genehmigen jede einzelne Behandlung aufgrund eines Behandlungsplans.

-Sind die hohen Selbstkosten gerechtfertigt?

Seeholzer: Die Gesellschaft für Kieferorthopädie hat klargestellt, dass die von den Kassen bezahlte normale kieferorthopädische Behandlung ausreicht. Die Technik ist heute aber weiter. Spangen können beispielsweise fast unsichtbar sein. Das hat seinen Preis. Der kann nicht der Solidargemeinschaft angelastet werden. Meist sind aber Ratenzahlungen möglich. Und die sind in der Regel sogar steuerlich absetzbar.

Rubriklistenbild: © dpa / Stephanie Pilick

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