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Liebenswert und naiv ist Magda (Désirée Siyum, 2. v. r.), die Wirbel in den Pfarrhof bringt. 

Erdinger Schauspielerin auf der Iberl Bühne

Désirée Siyum ist die Sünderin aus der Stadt

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Die Schauspielerin Désirée Siyum ist in zwei Rollen auf der Iberl Bühne zu sehen. In „Hollerküacherl“ gibt sie eine „Horizontaldienstleistende“. Lob dafür gab es von Luise Kinseher.

Erding/München – In gleich zwei Rollen steht die Erdinger Schauspielerin Désirée Siyum derzeit auf der Iberl Bühne in München. Die gewiefte Zigeunerin Walentina gibt sie in „Sauber brazzelt“ schon seit ein paar Jahren. Jetzt ist die 36-Jährige auch als verführerische Sünderin in der Neuauflage des Iberl-Klassikers „Hollerküacherl“ zu sehen.

Anfang November wurde das Stück in der jetzigen Besetzung erstmals aufgeführt. Seitdem gab es ein paar Vorstellungen, bevor nun die Premiere vor der Presse stattfand. Weniger aufgeregt sei sie deswegen nicht gewesen, erzählt Siyum im Gespräch mit der Heimatzeitung. „Es ist trotzdem ein aufregender Tag und ein großes Ereignis, auf das man sich sehr freut.“

Neben Pressevertretern fanden sich auf der Gästeliste auch große Namen der bayerischen Unterhaltungsindustrie: Die Schlagersänger Patrick Lindner sowie Marianne und Michael, die Kabarettisten Andreas Giebel und Roland Hefter und der legendäre Wiesn-Wirt Richard Süßmeier saßen im Publikum. Aber auch zwei Damen, die einst selbst auf der Iberl-Bühne standen, waren dabei: die Erdinger Kabarettistin Monika Gruber und „Mama Bavaria“ Luise Kinseher. Letztere hat in den 90er Jahren, als „Hollerküacherl“ erstmals aufgeführt wurde, die bigotte Pfarrersköchin Felicitias gespielt, die heute Maiers Frau Raphaela verkörpert. „Ich bin froh, dass keine Kollegin da war, die meine Rolle schon einmal übernommen hat. So etwas macht mich immer ein bisschen nervös“, gesteht Siyum. „Aber freilich ist es immer etwas anderes, wenn der Saal mit Presse, Kollegen und Leuten vom Fach gefüllt ist. Da ist man schon auf eine andere Art aufgeregt als sonst“, erzählt die 36-Jährige.

Besonders gefreut habe sie sich, dass Luise Kinseher, die sie zuvor noch nicht persönlich kennengelernt hatte, nach der Vorstellung zu ihr kam „und mir gesagt hat, dass es ihr sehr gut gefallen hat“ – ein großes Lob von der ehemaligen an die amtierende Iberl-Aktrice.

In „Hollerküacherl“ gibt Siyum Magda, eine „Horizontaldienstleistende“, eine Sünderin aus der Stadt, die den Pfarrhof aufmischt, dabei aber die Sympathien auf ihrer Seite hat. „An dieser Figur mag ich, dass sie ein gutes Herz hat“, sagt Siyum. Magda ist liebenswert und manchmal ein bisserl naiv, überrascht aber zum Beispiel mit detailliertem Wissen über die „neuzeitliche Technik“ von Eisenbahnen. „Die Figur der Magda erinnert mich ein bisschen an die Vivian aus ,Pretty Woman‘“, sagt Siyum lachend.

Dass „Hollerküacherl“ eine Wiederauflage ist, macht die Proben und die Inszenierung einfacher, erzählt sie. Iberl-Chef Georg Maier wisse da schon ganz genau, wie er es inszeniert. Bei neuen Stücken müssten viel mehr technische Dinge ausprobiert werden, zum Beispiel ob ein bestimmter Gang von A nach B funktioniert, oder ob sich ein Umbau zwischen zwei Szenen rasch realisieren lässt. „Wenn es dann aber mit den Vorstellungen losgeht, hofft man natürlich, an die alten Erfolge anknüpfen zu können“, sagt Siyum. „Ich glaube, das glückt uns ganz gut, denn seit wir im Augustiner Stammhaus am Stachus sind, verzeichnen wir einen enormen Zulauf.“ Manche Vorstellungen seien Monate im Voraus ausverkauft, und das Publikum habe sich sehr verjüngt.

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