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Erdinger Stadtwehr nach der Generalsanierung 

„Wasserbauliches Wahrzeichen“ schützt wieder vor Hochwasser

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Für den Hochwasserschutz der Stadt Erding und der nördlichen Gemeinden war gestern ein wichtiger Tag: Nach eineinhalbjährigen Arbeiten wurde das komplett sanierte und in weiten Teilen erneuerte Stadtwehr seiner Bestimmung übergeben. Die Anlage trennt Sempt und Fehlbach. Christian Leeb, neuer Leiter des Wasserwirtschaftsamts München, sagte: „Das wasserbauliche Wahrzeichen Erdings erstrahlt in neuem Glanz.“

Erding – Seit Juni vorigen Jahres wurden alle beweglichen Anlagenteile aus Stahl erneuert. Für Antriebe, Elektrotechnik, Steuerung und Alarmierung gibt es ein neues Konzept. Insgesamt 2,8 Millionen Euro hat der Freistaat in dieses Vorhaben investiert – Mittel aus dem 3,4 Milliarden Euro schweren bayerischen Hochwasserschutz-Aktionsprogramm 2020plus.

Die Einweihung nahm Umweltministerin Ulrike Scharf selbst vor. „Heute gewinnt die Stadt Erding ein großes Stück Sicherheit dazu“, sagte sie. Der Zustand des gut 80 Jahre alten Wehrs sei beklagenswert gewesen. Aufgrund der veralteten Technik, Korrosion und Lochfraß habe „dringender Handlungsbedarf“ bestanden. Niemals dürfe es sich wiederholen, dass wie 1940 die Sempt in den Fehlbach durchbreche und verheerende Schäden anrichte.

Weiter sagte Scharf, der Klimawandel verleihe dem Hochwasserschutz eine ganz neue Bedeutung. Dieser stelle eine der „großen Herausforderungen in ganz Bayern“ dar. Beim Stadtwehr habe man auch der Ökologie Rechnung getragen: Schwalben und Fledermäuse fänden Nistplätze vor.

Scharf und Leeb wollen eine Kinderkrankheit noch abstellen: Derzeit brummt das Wehr zeitweise sehr laut – zum Verdruss der Nachbarn. Leeb hat die Steuerung des Wehrs im Verdacht.

Landrat Martin Bayerstorfer erinnerte an das Hochwasser 2013. Um so wichtiger sei es, Schritt für Schritt dafür zu sorgen, dass so etwas nicht mehr passiert – auch in Bereichen, in denen ein Gewässer gerade erst entsprungen ist.

OB Max Gotz blickte auf das „Ringen mit dem Freistaat“ zurück, dass dieser für den Hochwasserschutz zuständig sei. Es bedürfe eines „breiteren bürgerschaftlichen Konsenses über Projekte, auch über Gemeindegrenzen hinweg“.

Den kirchlichen Segen erbaten in der von der Kreismusikschule gestalteten Feier die Pfarrer Martin Garmaier und Christoph Keller. Wasser spende Leben, könne aber auch Bedrohung sein.

Bis der Steg übers Wehr freigegeben wird, vergehen noch einige Monate. Zunächst müssen die Außenanlagen gestaltet werden. In einem späteren Schritt baut das Wasserwirtschaftamt für bis zu 800 000 Euro eine Fischtreppe am Wehr vorbei. 

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