Der Türke Murat A. muss sich in Landshut wegen einer brutalen Vergewaltigung vor Gericht verantworten. 

Prozessauftakt in Landshut

Erdinger Vergewaltiger: „Habe nie etwas Schlechtes getan“

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Eine Frau wird von ihrem Vergewaltiger auf einer Parkbank in Erding übel zugerichtet und fast umgebracht. Jetzt steht der mutmaßliche Täter vor Gericht. Dort schweigt er - vorher allerdings nicht.

Erding/Landshut – Eine 40 Jahre alte Frau wurde in Erding niedergeschlagen, vergewaltigt, verprügelt, getreten und gewürgt. Erst als sie vorspielte, tot zu sein, ließ ihr Peiniger von ihr ab. Ein gutes halbes Jahr nach der Tat muss sich der Verdächtige nun vor Gericht verantworten. 

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Vergewaltigung und versuchten Totschlag vor. Zum Prozessauftakt vor dem Landgericht Landshut, schwieg der 24-jährige Türke.

Was der Staatsanwalt in seiner Anklage schildert, ist das brutale Ende eines gemeinsam verbrachten Abends. Demnach fällt der Mann im vergangenen September auf einer Parkbank über die 40-Jährige her. Zuvor hatten die beiden in einer Kneipe Dart gespielt und Bier getrunken. Mit dem Taxi fahren sie in die Nähe der Wohnung der Frau, wo deren Lebensgefährte bereits schläft. Dort setzen sie sich auf die Bank – die Frau will ihren Hund noch Gassi gehen lassen. 

Da überfällt der kräftig gebaute Mann die Frau, wie die Anklage schildert. Nach dem Martyrium flüchtet die 40-Jährige schwer verletzt und verstört durch einen Bach. Nur mit einer Socke bekleidet klingelt sie bei Anwohnern, die Polizei und Notarzt alarmieren. Die Frau sei bis heute schwer traumatisiert, sagt ihr Lebensgefährte als Zeuge vor Gericht. Sie traue sich nicht mehr alleine zum Einkaufen, gehe nicht mehr mit dem Hund raus, sei panisch und in psychologischer Behandlung.

Auf dieser Parkbank in Erding geschah das schwere Verbrechen. 

Der 24-jährige Tatverdächtige, der bereits wegen verschiedener Delikte knapp drei Jahre im Gefängnis saß, wirkt im Gerichtssaal stark angespannt. „Als würden Sie jeden Moment über den Tisch hechten und jemandem an die Gurgel gehen“, wie es der Vorsitzende Richter Markus Kring formuliert. Den Blick richtet der Angeklagte nach unten auf die Tischplatte. Während der Staatsanwalt die Anklage verliest, schüttelt der 24-Jährige immer wieder den Kopf.

In Vorgesprächen mit einem Gutachter soll der Türke seine Unschuld beteuert haben

Der Gutachter berichtet von Vorgesprächen mit dem Verdächtigen, in denen dieser seine Unschuld beteuert habe: Es mache ihn traurig, im Gefängnis zu sein, denn er habe nie etwas Schlechtes gemacht. Besuch bekomme er von seiner Mutter, die auch nicht glaube, dass er „so einen Scheiß“ gemacht habe. Er gehe davon aus, nach dem Prozess aus der Haft entlassen zu werden. Dann wolle er sich eine Frau und eine Arbeit suchen, so der Verdächtige gegenüber dem Gutachter.

Unter den Zeugen ist auch der Anwohner, bei dem die Frau nach der Tat Zuflucht suchte. Nackt, mit geschwollenem Gesicht, zerkratztem Körper und blutverschmiert habe sie mitten in der Nacht geklingelt. Er habe ihr eine Decke gegeben und Tee gekocht. „Meine Frau hat Polizei und Notarzt gerufen“, berichtet der Zeuge. Die 40-Jährige sei völlig verstört gewesen. Morgen ist sie selbst als Zeugin geladen.

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