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Die neue Füllung nahmen am Freitag (v. r.) Weißbräu-Geschäftsführer Peter Liebert, Inhaber Werner Brombach sowie Volker Kronseder und Rainulf Diepold vom Hersteller Krones in Betrieb. Die Anlage spart jede Menge Ressourcen

Erdinger Weissbräu

Neue Abfüllanlage für über 50 Millionen Euro

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Der Erdinger Weißbräu hat nach zweijähriger Bauzeit eine neue Füllanlage in Betrieb genommen. Inhaber Werner Brombach hat über 50 Millionen Euro investiert. Nun kann die international aufgestellte Brauerei schneller auf unterschiedliche Flaschen und Etiketten umstellen.

ERding - Um punkt 12.37 Uhr begann am Freitag beim Erdinger Weißbräu eine neue Zeitrechnung. Mit einem symbolischen Knopfdruck setzten Inhaber Werner Brombach und sein Technik-Geschäftsführer Peter Liebert die neue Füllanlage in Betrieb. Über 50 Millionen Euro haben eine runderneuerte sowie die beiden komplett neuen Füllstraßen gekostet. 165 000 Flaschen können an der Franz-Brombach-Straße damit pro Stunde maximal befüllt werden. Das entspricht einem jährlichen Ausstoß von bis zu 2,5 Millionen Hektoliter.

Dass sich die Brauerei nach den Worten Brombachs mit dieser Investition für die Zukunft rüstet, zeigt der Jahresausstoß vom Vorjahr: 1,8 Millionen Hektoliter. Zwar ist der Bierkonsum in den vergangenen Jahren leicht gesunken, und 2017 dürfte witterungsbedingt für die Getränkeindustrie keines mit neuen Rekorden sein, aber Brombach will sich für den internationalen Markt wappnen. „Mittlerweile gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Flaschen und sicherlich 100 verschiedene Etiketten. Mit der neuen Füllung können wir schneller reagieren“, so Brombach. Hinzu komme, dass Erdinger ab sofort auch unterschiedliche Gebinde abpacken könne – etwa in Träger oder Sixpacks. Gebaut wurde die maßgeschneiderte Anlage von der Krones AG aus dem bayerischen Neutraubling, einer der größten Hersteller weltweit.

In der Braustätte im Erdinger Norden werden derzeit elf Sorten Weißbier sowie das Stiftungs-Hell produziert. Exportiert wird Erdinger in über 90 Länder. Derzeit im Fokus Brombachs: Kasachstan, das er gerade erst besucht hat.

Liebert verwies auf den ökologischen Nutzen der neuen Anlage: Sie verbraucht 35 Prozent weniger Strom, 30 Prozent weniger Wasser und ein Viertel weniger Wärme. Und es fallen pro Jahr 4700 Liter Diesel weg, die bei jetzt überflüssigem Transportverkehr über das Firmengelände verbrannt wurden.

Liebert sprach nicht nur von einer finanziellen, sondern auch einer logistischen Herausforderung. „Wir haben mitten in der Brauerei und damit in der Stadt gebaut – noch dazu in absolut steriler Atmosphäre und während des laufenden Betriebs.“

Nicht nur das, so der Geschäftsführer weiter, sei „ein klares Bekenntnis zum Standort Erding“, sondern auch die Tatsache, dass 90 Prozent der 45 am Bau beteiligten Firmen aus der Region kommen. „Das war der ausdrückliche Wunsch von Herrn Brombach.“

Der wiederum lobte Stadt und Landkreis, vertreten durch OB Max Gotz und Landrat Martin Bayerstorfer. „Wir haben ein sehr gutes Verhältnis und bekommen viel Unterstützung“, so Brombach, der das gute wirtschaftliche Klima in Erding pries.

Gotz wiederum sprach von einer „mutigen Entscheidung“. Besonders erfreulich sei, dass der Erdinger Weißbräu seine Weiterentwicklung stets im Einklang mit den Mitarbeitern betreibe. „Hier weiß man, dass die Menschen das höchste Gut sind.“ Die Brauerei zählt derzeit 530 Beschäftigte. 130 von ihnen wurden laut Liebert für den Umgang mit der neuen Füllung geschult.

Den kirchlichen Segen spendete Stadtpfarrer Martin Garmaier, ehe die Anlage in Betrieb ging. Danach wurde im Wirtshaus Schalander gefeiert, musikalisch umrahmt von der Band Ledawix.

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