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Das Betriebsklima in der Raiffeisenbank Taufk irchen findet Sandra Bauer (l.) prima. Sie wird dort zur Bankkauffrau ausgebildet. Die Abwechslung gefällt Magdalena Ertl (r.) an ihrer Ausbildung zur Produktdesignerin bei der Firma Spetec am besten.

Erfahrungen nach einem Jahr Azubi

„Die anfängliche Überforderung ist vorbei“

Vor einem Jahr haben wir junge Leute vorgestellt, die gerade eine Ausbildung begonnen hatten. Nun haben wir zwei von ihnen wieder besucht und nachgefragt: Wie war denn das erste Lehrjahr?

Erding/Taufkirchen – Magdalena Ertl aus Neuching hat vergangenes Jahr ihre Ausbildung zur Technischen Produktdesignerin bei der Firma Spetec in Aufhausen begonnen. Inzwischen hat sie ihren Schwerpunkt in der Maschinen- und Anlagenkonstruktion gefunden. Die Ausbildung gefällt ihr nach wie vor gut, berichtet die 20-Jährige: „Die Kombination aus Arbeit am PC und in der Fertigung macht es so interessant: Man sieht einfach, was man macht.“

Das sei hilfreich für technisches Verständnis und Vorstellungsvermögen – Grundvoraussetzungen in diesem Beruf. Dafür brauche man ein gutes räumliches Denkvermögen ebenso wie Interesse an Mathe, Physik und Technik. Auch Kreativität sei von Vorteil. Der Lernfortschritt von einem Jahr macht sich bereits bemerkbar: Die Auszubildende hat schon ein eigenes Projekt durchgeführt.

Dass der Bereich des Produktdesigners jedoch eine Männer-Domäne ist, zeige sich deutlich. „In meiner Klasse an der Berufsschule sind wir 20 Jungs und fünf Mädchen“, sagt Ertl.

Die Männer sind in der Überzahl

Auch in der Technik-Abteilung bei Spetec gebe es außer der Auszubildenden nur Männer, bestätigt Franziska Glas (24), Marketingleiterin und zuständig für die Azubis. Doch für Ertl gab es in dieser Hinsicht auch eine Überraschung: „Ich hätte gedacht, dass die Männer einen als Frau weniger ernst nehmen, aber das war überhaupt nicht der Fall.“ Dementsprechend gut komme sie mit ihren Kollegen zurecht.

Ertl, die bereits gelernte Großhandelskauffrau ist, gesteht: „Ich wusste auch in der Realschule nicht genau, was ich machen wollte.“ Nach einer Beratung beim Arbeitsamt schlug man ihr unter anderem das Unternehmen Spetec vor. Gefallen hatte die 20-Jährige an ihre jetzigen Beruf bereits durch ein Praktikum als Technische Produktdesignerin bei einem Unternehmen in München in ihrer Realschulzeit gefunden. Glas erklärt, sie schätze an Ertl die Erfahrung, die sie durch ihre erste Ausbildung gesammelt hat. Beispielsweise habe sie Vorteile im Kundenkontakt.

Sandra Bauer (17) aus Haidvocking bei Dorfen ist im zweiten Lehrjahr zur Bankkauffrau bei der Raiffeisenbank Taufkirchen-Dorfen. Von der Ausbildung ist die 17-Jährige immer noch begeistert. Seit dem ersten Tag habe sie viel gelernt und könne schon größtenteils selbstständig am Schalter arbeiten, erzählt Bauer. Und wenn es doch einmal Probleme gibt, sei Hilfe sofort zur Stelle. „Die Kollegen erklären einem alles so oft, bis man es sich gut merken kann“, berichtet sie. Besonders der Kundenkontakt im Service sage ihr zu. Aber in der Bank lerne man nie aus. Deshalb sei sie auch schon neugierig darauf, im Verlauf ihrer Ausbildung neue Abteilungen kennenzulernen. Die anfängliche Überforderung habe sich schnell gelegt und sie habe sich in ihre Rolle eingelebt, erklärt sie. Ein Highlight sei eine dreitägige Frankfurtfahrt mit ihrer Berufsschule gewesen. „Wir haben die EZB angeschaut und waren an der Börse. Das war sehr gut, um einen Bezug zur Ausbildung herzustellen.“

Prüfungen sind mit Lernen gut zu schaffen

Auch mit ihren Klassenkameraden komme die zukünftige Bankkauffrau gut zurecht. „In meiner Klasse sind wir etwas mehr Mädchen, aber insgesamt ist es ausgeglichen.“ Auch die Zwischenprüfungen seien mit Lernen gut zu schaffen. „Bei der Abschlussprüfung wird das dann bestimmt noch mal was anderes“, mutmaßt Bauer.

Wirkliche Überraschungen habe es für die 17-Jährige in ihrer Ausbildungszeit bis jetzt noch nicht gegeben. Immerhin hatte Bauer in ihrer Zeit an der Realschule Taufkirchen bereits ein dreitägiges Praktikum in genau jener Bank gemacht, in der sie nun ausgebildet wird. Schon damals hätten ihr die netten Kollegen und das Betriebsklima zugesagt. Deshalb freue sie sich um so mehr, dass sie ihre Ausbildung dort absolvieren kann.

Beworben habe sich die Haidvockingerin bei mehreren Banken, doch gleich das erste Bewerbungsgespräch hatte die damals 16-Jährige bei der Bank in Taufkirchen geführt und sich auch sofort für ihren Favoriten entschieden. Ihr Wunsch, bei der Bank zu arbeiten, habe aber schon viel früher festgestanden, erzählt Bauer: „Schon als kleines Kind habe ich immer gesagt, dass ich Bank will.“ Dieser Wunsch erfüllt sich gerade – in voraussichtlich eineinhalb Jahren wird Bauer ihre Lehre abschließen.

Zehn Azubis gibt es zur Zeit bei der Raiffeisenbank Taufkirchen, die alle gut untereinander klar kämen und von Ausbildungsleiterin Maria Lechner gut betreut würden.

Franziska Böhm

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