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Für viele Erdinger eine Plage: Die Krähen und ihre Nester im Stadtpark sowie in Splitterkolonien in der ganzen Stadt.

Vögel stehen unter strengem Schutz

Erfolgloser Kampf gegen Krähen

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Erding - Sie nerven und genießen dennoch höchsten Schutz: Saatkrähen sind in Erding die großen Aufreger. Alle Bemühungen, die Zahl zu senken, sind bislang aber gescheitert.

Eine ernüchternde Bilanz zog Thomas Schreder, Umweltreferent des Stadtrats, am Sonntag am CSU-Stammtisch im Wirtshaus Kreuzeder. „Die Stadt hat das, was nach den strengen Bestimmungen der Regierung von Oberbayern möglich ist, getan.“ Dennoch sei die Gesamtkolonie erneut größer geworden. 512 Paare seien voriges Jahr gezählt worden, 2014 seien es 465 gewesen. Zum Vergleich: 2008 waren laut Schreder 68 Paare erfasst worden. Seither nehme die Population jedes Jahr beträchtlich zu. Ein Ende sei nicht absehbar. Der Diplom-Biologe, der auch Vorsitzender des Kreisjagdverbands Erding ist, wies darauf hin, dass Krähen streng geschützt seien. „Wir dürfen sie nur vergrämen, sprich vertreiben – und das auch nur aus Splitterkolonien.“ Bis Ende Februar dürften dort Nester aus den Baumkronen entnommen werden. Mit bescheidenem Erfolg, wie Schreder zugeben musste. „Denn die Vögel sind einfach in den Stadtpark umgezogen, wo sie gar nicht angetastet werden dürfen.“ Der Einsatz eines Falken habe auch nichts gebracht. Dies lag laut Schreder an der dichten Besiedlung und den viel befahrenen Straßen. „Möglich wäre das nur im Bereich einer Splitterkolonie am Wasserturm gewesen. Dort wurden zur Vergrämungszeit keine Krähen angetroffen. Die kamen erst später.“ Burkhard Köppen zeigte sich ob der strengen Bestimmungen verwundert, immerhin würden die Krähen in Erding zunehmend als belästigende, lärmende Plage wahrgenommen. Schreder stimmte zu und erwiderte, die Stadt stehe in engem Kontakt mit der Bezirksregierung, die jeden Schritt genehmigen müsse. Am Schutzstatus der Krähen werde sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Das Krähenmonitoring sei aufwändig und teuer, so der Jäger. Denn die Regierung verlange eine genaue Dokumentation aller Maßnahmen. Die Vergrämung sei für den Bauhof mit einem sehr hohen Aufwand verbunden. Drei weitere Tierarten sprach Schreder am Sonntag an. Er ließ keinen Zweifel daran, dass sowohl die Mufflons als auch das Damwild aus dem Stadtpark genommen werden müssten. „Die Haltung ist weder von der Größe noch vom Boden des Geheges her artgerecht.“ Gleiches gilt laut Schreder für Esel Max. „Der Gesetzgeber verbietet, Esel allein zu halten.“ Daher würden diese drei Arten im Zuge des weiteren Parkumbaus behutsam umgesiedelt. An Hundehalter appellierte er, die Leinenpflicht im Park zu achten. Eine strikte Absage erteilte er dem Füttern der Vögel. „Brot und Nudeln sind definitiv die falsche Ernährung.“ Dies schade den Tieren und verschmutze den Park.

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