Ein ausgiebiger Rückblick bestimmte die Podiumsdiskussion mit Zeitzeugen zum 50-jährigen Bestehen der Pfarrei St. Vinzenz (v. l.): Horst Meißner, Anton Emehrer, Willibald Greinsberger, Moderator Robert Grüner, Gemeindereferentin Ariane Frimberger, Sebastian Lenz und Eleonore Fernbacher. foto: vogel

50. Jubiläum der Kletthamer Pfarrei

Erinnerungen einer lebendigen Gemeinschaft

Klettham – „Auf einmal schwelgt man in Erinnerungen“, freute sich Kirchenmusiker und Moderator Robert Grüner beim gut besuchten Gesprächsforum mit Musik im Pfarrsaal von St. Vinzenz an. Beim ausgiebigen Rückblick mit Zeitzeugen zum 50. Jubiläum der Kletthamer Pfarrei fiel immer wieder respektvoll der Name von Pfarrer Franz Mooslechner. Er hatte Mitte der 1960er Jahre ein progressives Kirchenleben gefördert und maßgeblich dazu beigetragen, dass in St. Vinzenz bis heute eine sehr lebendige Glaubensgemeinschaft mit engagierten Laien besteht.

Eine Frau der ersten Stunde war die Katechetin und Gemeindereferentin Eleonore Fernbacher. Sie kam 1969 nach St. Vinzenz und reiste zur Podiumsdiskussion extra aus dem Schwarzwald an. Fernbacher bescheinigte Mooslechner Charisma und sagte: „Seine ganz große Stärke war, dass die Menschenwürde gegolten hat.“ Während ihres neunjährigen Wirkens in St. Vinzenz hatte Fernbacher „eine Zeit des Miteinanders und des Aufbruchs“ erlebt.

Diakon Willibald Greinsberger ging auf die Musik ein und erinnerte daran, dass es damals bereits Jazzmessen gegeben habe. Überhaupt wurde an dem Abend deutlich, wie sehr der inzwischen 89-jährige Kirchenmusiker Leo Grüner und sein Sohn Robert, der dessen Amt übernahm, mit ideenreichem Esprit in St. Vinzenz immer wieder die Menschen zusammenführen. Mit dem Chor und dem Bassisten Stephan Glaubitz stellten Vater und Sohn am Klavier einige Werke vor, die mit der Geschichte von St. Vinzenz eng verbunden sind.

Diakon Sebastian Lenz, der 1986 für drei Jahre in St. Vinzenz gearbeitet hatte, nannte den Kindergartenbereich als zukunftsträchtiges Betätigungsfeld. Sein Amtskollege Anton Emehrer begann anschließend seine Arbeit zeitgleich mit Robert Grüner und war besonders in der Jugendarbeit aktiv. Für ihn sei die „offene Kirche“ sehr wichtig.

Horst Meißner erinnerte daran, dass St. Vinzenz die erste Pfarrei gewesen sei, die Fair-Trade-Produkte verkauft habe. Viele Basare und Spendenaktionen fanden mit ihm und seiner Frau Maria im Organisationsteam zugunsten südamerikanischer Hilfsprojekte statt. Begrüßenswert fand es Meißner zudem, dass Flüchtlinge im Pfarrhaus eine Bleibe gefunden haben und das Haus dafür geöffnet wurde.

„Wichtig sind die Begegnungen“, sagte Robert Grüner – und diese finden bis heute in St. Vinzenz statt, wie eben auch an diesem Abend. Schade nur, dass der amtierende Pfarrer Dr. Jan-Christoph Vogler diese Möglichkeit zur Begegnung nicht wahrnahm und der Veranstaltung fernblieb, was viele Besucher mit Verwunderung registrierten.

Von Vroni Vogel

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