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Wird erneuert: Die Orgel in der Kletthamer Erlöserkirche

Gotteshaus in Erding-Klettham

Erlöserkirche: Ab dem Frühjahr wird saniert

  • Hans Moritz
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Es kommt einiges zu auf die evangelische Kirchengemeinde Erding: Die Sanierung der Erlöserkirche Klettham steht an. Bei der Anschaffung einer neuen Orgel ist man schon weit vorangekommen. Zwei finanzielle Kraftakte.

Erding - Gemeinsam feiern und sich informieren: Dazu kamen rund 150 Bürger zum Gemeindefest in die evangelische Auferstehungskirche nach Altenerding. Besonderen Beifall bekam das Kindermusical „Der verlorene Sohn“, das nach dem Gottesdienst aufgeführt wurde. Das Mittagessen nahmen die Gläubigen im Kirchengarten ein. Gesichtet wurden auch die ausgeschiedenen Pfarrer Martin Schwenk und Daniel Tenberg.

Im Kirchenraum erfuhren die Besucher das Neueste aus dem Gemeindeleben. Vor allem der Sanierung der Erlöserkirche und dem Orgelneubau in Klettham sehen sie erwartungsvoll entgegen. „Mitte Juli entscheidet die Landeskirche über die Höhe der Zuschüsse. Wir hoffen, dass diese für die Erlöserkirche, die inzwischen zum ,Denkmal von nationalem Rang‘ erhoben wurde, bedeutend sind“, sagte Pfarrer Christoph Keller. Die Bausumme liege bei 1,4 bis 1,5 Millionen Euro. Trotz Zuschüssen vom Amt für Denkmalschutz müsse die Kirchengemeinde Erding 200 000 Euro selbst aufbringen.

Die Kletthamer Erlöserkirche ist 55 Jahre alt. Das Grundproblem ist ihr Raumklima. Während im Sommer 70 Prozent Luftfeuchtigkeit herrschen, sinkt diese im Winter auf unter 30 Prozent. Diese Trockenheit ist für das Holz schädlich. Die Leimbinder sind stellenweise in den Fugen gerissen und müssen neu verfüllt werden. Die Dacheindeckung aus asbesthaltigem Material muss ausgetauscht werden, der Dachfuß ist geschädigt, die Lattung teilweise zerstört. Karin Kreutzarek erklärte, dass das Dach eine Dämmung erhalten soll. Damit will man auch das Raumklima verbessern.

Die blinden Glasscheiben im Eingangsbereich müssen erneuert werden, die Kunstverglasung auf der Ostseite über dem Altarbereich ist ebenfalls beschädigt. Durch die UV-Belastung und die starken Temperaturschwankungen sind die Bläschen im Glas gesplittert.

Und die Mängelliste geht weiter: Die Fußböden sind zu überarbeiten, die elektrischen Leitungen zu erneuern. Auch eine Bankheizung wird installiert – auf Infrarot-Basis. Das heißt, nur der Platz, auf dem man sitzt, wird gewärmt – und nicht die leere Bank. Eine Induktionsschleife für Hörgeräte und die Beleuchtung in der Kirche bei den Gottesdienstenen sind weitere Themen.

„Wir können stolz darauf sein, so ein Kleinod in unserer Kirchengemeinde zu haben, denn unsere Erlöserkirche steht im kirchenreichsten Landkreis mit überwiegend katholischen Kirchen“, sagte Kreutzarek. Pfarrer Keller befand, dass die Erlöserkirche jede Anstrengung wert sei.

Über die neue Orgel informierte Jürgen Bickhardt, Vorsitzender des Orgelbauvereins. Die Orgel in der Erlöserkirche ist ebenfalls 50 Jahre alt. Bereits nach 20 Jahren wurde festgestellt, dass eine neue Orgel erforderlich sei. Gesamtkosten: 237 000 Euro.

Zwei Drittel des Geldes hat die Kirchengemeinde Erding bereits beisammen. Bickhardt verkündete stolz, dass inzwischen 178 000 Euro auf dem Spendenkonto liegen. Bickhardt hofft, in den nächsten zwei Jahren die fehlenden 60 000 Euro zusammenzukriegen, denn es gibt keine Zuschüsse von der Landeskirche oder dem Dekanat Freising.

Dafür sind einige Benefizkonzerte geplant. Ein besonderes – mit Geigerin Martina Eisenreich – findet am Donnerstag, 27. September, in der Auferstehungskirche in Altenerding statt.

„Die Sanierung der Erlöserkirche und der Orgelneubau ist Sache der gesamten Kirchengemeinde“ stellte Bickhardt fest und appellierte: „Helfen Sie alle mit!“ Er hofft, dass die Landeskirche den Orgelbau genehmigt, damit, der Kirchenvorstand dann Orgelbauer Kaps beauftragen kann. Das neue Instrument soll im Zuge der Sanierungsarbeiten mit eingebaut werden: „Wenn alles gut geht, könnten wir vielleicht 2020 die Einweihung der Orgel feiern.“

Die Umbauarbeiten in der Erlöserkirche werden im Frühjahr 2019 beginnen. Die Kirche wird nach den Konfirmationen geschlossen.

Elvi Reichert

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