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Razzia in Eitting: Im Februar waren die Erdinger Kriminaler Reichsbürgern aus dem Landkreis auf der Spur. 

Ermittlungsgruppe Wappen 

Erdinger Kripo spürt Reichsbürger in ganz Deutschland auf

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Seit einem Jahr sind einige Ermittler der Erdinger Kripo in ganz Deutschland unterwegs und spüren Reichsbürger auf.

Erding – Normalerweise ist die Kripo Erding für die Landkreise Erding, Ebersberg und Freising zuständig. Doch seit einem Jahr sind einige Ermittler in ganz Deutschland unterwegs. Im Auftrag der Staatsanwaltschaft München II ist die Ermittlungsgruppe Wappen Reichsbürgern auf der Spur. Dabei handelt es sich um Personen, die die Bundesrepublik Deutschland ablehnen – und damit ihre Gesetze und Behörden. Sie basteln sich ihre eigenen Ausweise.

Seit September ermittelt die Erdinger Kripo gegen Reichsbürger. Jetzt fand die vierte Durchsuchungsaktion statt, berichtet Hans-Peter Kammerer, Sprecher des Polizeipräsidiums Ingolstadt. Die drei Razzien zuvor fanden im Februar, März und Juli statt – alle unter der Führung der EG Wappen unter anderem in den Landkreisen Erding und Ebersberg, aber auch in anderen Bundesländern.

Nach den Worten Kammerers wurden seither 98 Durchsuchungsbeschlüsse gegen 83 Beschuldigte vollzogen. Die Beamten stellten fast 2000 Beweisstücke sicher, unter anderem Reichsbürger-Ausweise, aber auch 49 Waffen. „Für 19 davon besaßen die Besitzer keine notwendige Erlaubnis“, bilanziert Kammerer. Das bisherige Volumen gesicherter digitaler Daten umfasse über 30 Terabyte „und bedeutet in der Auswertung einen erheblichen Ermittlungsaufwand für die EG Wappen“.

Am Donnerstag koordinierte sie 65 Polizeibeamte an sieben Objekten mit neun Beschuldigten in Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Dabei wurde die Kripo Erding von Spezialeinheiten der dortigen Polizeien unterstützt.

In Bayern wurden Anwesen in den Kreisen Fürstenfeldbruck, Haßberge und Ostallgäu durchsucht. Bei den Beschuldigten handelt es sich um acht Männer und eine Frau von 40 bis 63 Jahren. Etliche Gegenstände stellten die Fahnder sicher, darunter Waffen und eine Konstruktion, die Sprengstoffalarm auslöste. Der Verdacht, so Kammerer, bestätigte sich aber nicht. Hans Moritz

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