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Niederbayern-Achse: Die A 92 verwandelt sich ab 20. Februar in eine jahrelange Baustelle. Die bis zu 40 Jahre alte Fahrbahn muss erneuert werden. Bereits ab kommender Woche sind die Parkplätze Moosburger Au gesperrt. 

Erneuerung der Autobahn A 92 München – Deggendorf 

Die Monsterbaustelle kommt

Erding – Es ist der Startschuss zu einem millionenschweren Bau-Marathon: Ab 20. Februar wird die A 92 zwischen Dingolfing und Flughafen komplett erneuert. Der Landkreis Erding ist dabei ganz vorne in der Startreihe. Die Autobahndirektion schwört die Pendler auf eine jahrelange Leidenszeit ein.

Die A 92 hat enorme Bedeutung. Das weiß Josef Seebacher nur zu gut. „Da hängt nicht nur BMW dran, sondern ganz Niederbayern“, betont der Pressesprecher der Autobahndirektion Südbayern. „Nicht umsonst gilt die A 92 als Lebensader.“ Deshalb hat es im Bayerischen Verkehrsministerium auch höchste Priorität, dass die Autobahn möglichst schnell rundumerneuert wird.

Denn die Lebensader ist in die Jahre gekommen. Je nach Abschnitt ist sie zwischen 30 und 40 Jahre alt. Jetzt steht ihr ein Bau-Marathon bevor, der nicht nur einen langen Atem erfordert, sondern auch viel Nerven und noch mehr Geld kosten wird.

Auf einer Strecke von 73 Kilometern soll die A 92 zwischen dem Flughafen und Dingolfing einen neuen Fahrbahnbelag erhalten, berichtet Seebacher. „Die Betonplatten werden herausgerissen und durch Asphalt ersetzt.“

Zwar sei Asphalt nicht so langlebig wie Beton, könne aber schneller ausgetauscht werden. „Letztendlich sprechen wirtschaftliche Gründe für die Entscheidung.“ Mit rund 400 Millionen Euro an Kosten rechnet die Autobahndirektion. „Das sind bis dato aber reine Schätzungen, die auf Erfahrungen mit vergleichbaren Projekten basieren“, betont Seebacher.

Wie teuer es wirklich wird, hängt maßgeblich davon ab, wie viele der insgesamt rund 70 Brücken auf der Strecke abgerissen und neu errichtet werden müssen. So liegen allein im ersten, rund sechs Kilometer langen Abschnitt zwischen Erding und Moosburg Süd je fünf Brückenbauten in beiden Fahrtrichtungen, die komplett erneuert werden müssen.

Auch die Anschlussstellen werden geprüft. In insgesamt zehn Abschnitte ist die Maßnahme unterteilt. Pro Jahr soll mindestens ein Teilbereich fertiggestellt werden – „wobei wir da flexibel bleiben“, wie Seebacher betont.

Nach derzeitiger Planung ist der Landkreis Erding in der Pole-Position. So soll nach dem Bereich zwischen Erding und Moosburg Süd, der in diesem Jahr auf dem Plan steht, 2018 die siebeneinhalb Kilometer lange Strecke zwischen Moosburg Süd und Isarbrücke Moosburg erneuert werden. 2019 ist dann der Abschnitt zwischen Freising Ost und Erding (neun Kilometer) dran.

Ab 2020 ist es laut Seebacher möglich, an mehreren Stellen gleichzeitig zu arbeiten. „Spätestens dann ist die Leidensfähigkeit der Autofahrer gefragt“, betont er. „Wir können leider kein 70 Kilometer langes Fertigteil einfliegen lassen.“ Die Errichtung einer Stauwarnanlage ist daher auch eine der ersten Maßnahmen.

Das geht aus dem konkreten Zeitplan hervor, der am Montagabend druckfrisch in Seebachers Postfach flatterte. Demnach werden bereits ab kommendem Montag die Parkplätze der Moosburger Au gesperrt, um dort die Einsatzzentrale zu errichten.

Am 20. Februar soll mit dem Aufbau der neuen Verkehrsführung zwischen Moosburg Süd und Erding begonnen werden. Dann werden – überwiegend nachts – Leitplanken geöffnet, Schutzsysteme aufgebaut und Gelbmarkierungen vorgenommen.

Um Ostern herum beginnt der Austausch des Bodenbelags, zuerst in Fahrtrichtung Deggendorf. „Es bleiben aber alle vier Fahrspuren bestehen“, betont Seebacher. „Es gilt Tempo 80.“ Es empfiehlt sich also, künftig mehr Zeit einzuplanen.

Manuel Eser

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