Auf der Intensivstation des Erdinger Klinikums liegen sechs Covid-Patienten, alle müssen künstlich beatmet werden. Die Belastung ist immens hoch.
+
Auf der Intensivstation des Erdinger Klinikums liegen sechs Covid-Patienten, alle müssen künstlich beatmet werden. Die Belastung ist immens hoch.

Corona-Stand vom 17. November 2021

Erneut Ausbrüche in Pflegeheimen im Landkreis Erding

  • Hans Moritz
    VonHans Moritz
    schließen

Das Landratsamt meldet 96 neue Infektionen im Erding. Die Polizei hilft nun bei der Kontaktermittlung.

Erding – Das Corona-Virus dringt wieder in die Alten- und Pflegeheime ein. Aktuell sind vier Einrichtungen betroffen, teilt Daniela Fritzen vom Landratsamt mit. Es handle sich aber nur um kleinere Ausbrüche. In weiteren sechs Heimen handle es sich um Einzelfälle. Die Lage sei noch gut, man habe sie unter Kontrolle. Die Booster-Impfungen in diesem Bereich liefen bereits.

Nach Ausrufung des Katastrophenfalls hat der Landkreis die frühere Pflegedirektorin des Klinikums, Gertrud Friess-Ott, zum zweiten Mal zur Pflegekoordinatorin ernannt. Sie soll darauf achten, dass die Pflege in den Heimen gewährleistet ist.

Zudem beschloss die Führungsgruppe Katastrophenschutz, im Dezember Booster-Impftage an Wochenenden anzubieten – mit Kapazitäten von bis zu 1000 Dosen.

Mittlerweile wurden im Landkreis 177 007 Immunisierungen verabreicht. 659 waren es allein am Dienstag, berichtet Fritzen. 64,3 Prozent der Gesamtbevölkerung sind doppelt geimpft, bei den über Zwölfjährigen sind es 72,7 Prozent.

Die Inzidenz ist nur maßvoll gestiegen – von 761 auf 784,8, teilt das Robert-Koch-Institut mit. Zu den bestätigten Covid-19-Fällen im Landkreis Erding sind seit Mittwoch 96 neue hinzugekommen. Die Betroffenen sind zwischen 3 und 87 Jahre alt (Vergleich 10.11.: 141 Fälle) und stammen aus Erding (16), St. Wolfgang (9), Dorfen (8), Bockhorn (6), Oberding (6), Fraunberg (5), Langenpreising (5), Isen (5), Pastetten (5), Neuching (4), Berglern (3), Moosinning (3), Taufkirchen (3), Wartenberg (3), Inning am Holz (2), Kirchberg (2), Ottenhofen (2), Walpertskirchen (2), Finsing (2), Forstern (2), Buch am Buchrain (1), Hohenpolding (1) und Wörth (1). Damit gelten derzeit 1541 Bürger als infiziert. In Quarantäne befinden sich 2260 Personen. 

Aktuell sind dem Gesundheitsamt 1541 Infizierte bekannt, in Quarantäne befinden sich 2260 Landkreisbürger. In zwölf Schulen und Kitas musste neu Heimisolation nach Ansteckungen verhängt werden. Zum Teil sind es ganze Kindergartengruppen beziehungsweise Schulklassen.

Das Klinikum Erding ist weiterhin extrem belastet. Dort werden 27 Covid-Patienten behandelt, zwei mehr als am Dienstag. Sechs zwischen 45 und 80 Jahren liegen auf der Intensivstation, alle müssen künstlich beatmet werden. Die Regierung von Oberbayern hat unterdessen angeordnet, dass alle Kliniken in den Hotspots, also auch die in Erding, sämtliche planbaren OPs absagen müssen, um Betten für Covid-Kranke freizuhalten.

Um die Kontakte weiterhin rasch nachvollziehen zu können, bekommt das Landratsamt Unterstützung von der Polizei. Nach Angaben von Landrat Martin Bayerstorfer werde man mit zwei Beamten starten, ab Montag sollen es dann fünf sein.  

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare