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Die Zukunft ist bio und exklusiv: Wolfra-Chef Siegfried Bauer (r.) und Einkaufsleiter Florian Hundhammer.

Erntebilanz der Kelterei 

Wolfra wird zu Saft-Manufaktur

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Aufhausen – Die Saftkelterei Wolfra ist mit der Obstsaison 2016 sehr zufrieden. Reichlich Regen im Frühsommer sowie viele Sonnentage und Wärme im August und September haben die Äpfel süß und saftig gemacht. Das Aufhausener Unternehmen will seinen Platz im Spitzensegment ausbauen.

Rund 2000 Tonnen Obst wird Wolfra, eine der größten Saftkeltereien in Bayern, heuer verarbeiten. Dies berichtet Geschäftsführer Siegfried Bauer im Gespräch mit unserer Zeitung. „2016 ist deutlich besser verlaufen als die sehr schlechte vorangegangene Saison.“ Gerade jetzt, im September und Oktober, würden viele fürs Pressen bestens geeignete Äpfel angeliefert. 20 Sorten verarbeitet Wolfra zu einer Vielzahl von Säften. Insgesamt umfasst die Produktpalette aus Aufhausen 60 Säfte.

Bauer ist froh, dass auf den niederschlagsreichen Frühsommer die heißen und sonnenreichen Monate August und September folgten. Die jetzt sehr kalten Nächte mit erstem Frost verpassten dem Obst den letzten Schliff, so der Chef des 1930 gegründeten Unternehmens, das zur Valensina-Gruppe gehört.

Bauer setzt vor allem auf Obst aus der Region – „je näher, desto besser“. Er freut sich vor allem über Kleingärtner oder Landwirte, die oft nur kleinere Mengen liefern.

„Wir setzen auf nachhaltiges Wirtschaften“, erklärt Bauer. Vor einem Jahr hat er deshalb das Streuobstwiesen-Programm aufgelegt. Darum kümmert sich Einkaufsleiter Florian Hundhammer. „Bis zum Jahr 2020 wollen wir 10 000 Obstbäume an Landwirte und Gartenbesitzer abgeben“, berichtet er. Wolfra beteiligt sich an der Anschaffung der kleinen Bäume, für die es zudem eine staatliche Förderung gibt. „Die ersten Jahre profitieren wir davon noch nicht, denn erst einmal müssen die Bäume wachsen“, erklärt Hundhammer. Buchstäblich auszahlen soll sich das Engagement nach frühestens zehn Jahren – mit Säften unter anderem aus alten Apfelsorten. „Im ersten Jahr wurden rund 1000 Stämme gepflanzt“, rechnet der Einkaufsleiter vor. Die Abnehmer erhielten zudem fachliche Unterstützung – „durch gelernte Baumpfleger, die Wolfra bezahlt“, so Bauer.

Die Zukunft liegt für Wolfra zum einen im biologischen Anbau und in der Kaltpressung unter anderem von Äpfeln, Birnen, Johannisbeeren und Sauerkirschen. Darüber hinaus entwickelt sich die Erdinger Kelterei zu einer Saftmanufaktur. Ab Dezember wird es eine neue Linie geben: sortenreine Säfte aus bayerischen Spitzenäpfeln. Dazu hat Wolfra einen eigenen Apfel-Wissenschaftler eingestellt, einen Pomologen. Abgefüllt werden auch Wildbeeren- und Traubensäfte – in durchnummerierten Flaschen. „Der Aufwand dafür ist enorm, da es sich um geringe Mengen handelt und für jede einzelne Abfüllung die Produktionsstraße neu eingerichtet werden muss“, sagt der Geschäftsführer. Der Markt für Premiumprodukte wachse. „Es gibt immer mehr Konsumenten, die bei feinem Essen auf alkoholische Getränke verzichten, aber ein exklusives Getränk wünschen.“ Der Markenstart wird in der Gastronomie erfolgen.

Anlieferzeiten

Äpfel nimmt die Saftkelterei Wolfra noch am heutigen Freitag sowie an den kommenden beiden Freitagen, 21. und 28. Oktober, von 8 bis 12 Uhr an. Die Kunden können sich zwischen Verkauf oder Umtausch in Saft entscheiden.

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