Erotisches Kammerspiel: Barbara Weinzierl (l.) und Ute Bronder (r.) amüsierten mit „Titten, Tresen, Temperamente“. Foto: vev
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Erotisches Kammerspiel: Barbara Weinzierl (l.) und Ute Bronder (r.) amüsierten mit „Titten, Tresen, Temperamente“. Foto: vev

Die Erotik verschachtelter Sätze

Erding - „Titten, Tresen, Temperamente“ nennen Ute Bronder und Barbara Weinzierl ihre Lesung mit erotischen Texten. Diese präsentierten sie im Stadttheater Altes Kino Erding.

Mit Sprachwitz, ironischer Raffinesse und darstellerischer Versiertheit schlüpfte das Duo in die verschiedensten Rollen, las aus den Bekenntnissen von Josephine Mutzenbacher, die alles ihrem Körper zu verdanken habe, Auszüge aus den Werken Charles Bukowskis und auch Selbstverfasstes wie freche Limmericks zu Liebesspielen von A bis Z.

Wie man im Schlafzimmer eine Ehe aufmöbelt, davon erzählte Guy de Maupassants „Der Graf und die Gräfin“, will doch die Angetraute künftig wie die gräflichen Gespielinnen für ihre Liebesdienste entlohnt werden und huldigt damit erotischem Bettgeflüster fernab von faden ehelichen Pflichten. Diese Spielart der reizenden Ehefrau muss dem Gatten letztlich wohl gefallen und hält ihn von seinen Kokotten ab.

Den zungenbrecherischen Text „Der Schatten des Körpers des Kutschers“ las Barbara Weinzierl in elegantem Sprachrhythmus - ein Verwirrspiel ineinander verschachtelter Sätze zum Sex als entrücktes Schattenspiel. Beide skandierten einen Rap zum Geschlechterkampf. Das Publikum hörte außerdem Gisela Elsners Geschichte „Große Kinder“. In diesem Text wird aus kindlichem Blickwinkel ein Schäferstündchen im Wald beobachtet und staunend kommentiert.

Die Lesung war gut gemacht. Die kammerspielartige Inszenierung wäre allerdings wesentlich besser ins Foyer des Stadttheaters verlegt worden, statt sie im herbstlich kühlen Theaterraum zu belassen. Zumal dieser leider nur karg besetzt war. Es wären zwar auch dann nicht mehr Zuhörer gewesen, aber der Funken wäre wohl schneller übergesprungen. (vev)

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