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An den Stadträndern von Erding gibt es viele Gewerbeflächen. Unser Bild zeigt Erding-West mit dem neuen Fachmarktzentrum, in das unter anderem der Elektroanbieter Expert einziehen will. Dass viele Firmen dennoch Probleme haben, ausreichend große und bezahlbare Erweiterungsflächen zu finden, zeigte die erste Unternehmerkonferenz. Über 200 Gäste waren ins Autohaus Ewald gekommen.

Erste Erdinger Unternehmerkonferenz

Viele Betriebe suchen händeringend Flächen

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Erding - Die Wirtschaft im neuen Oberzentrum will wachsen. Das kann sie nur mit der Politik. Die Interessen beider Seiten werden im „Zukunftsplan – Gewerbestandort Erding 2030“ gebündelt. Bei der ersten Unternehmerkonferenz am Mittwoch gab es zum Auftakt eine viel versprechende Annäherung.

Vor einem Jahr hat die Stadt Erding das Institut Cima beauftragt, die örtlichen Betriebe über die Zukunft zu befragen. Über 2000 Fragebögen wurden versandt, 13 Prozent machten mit – laut Experten eine ansehnliche Quote. Hintergrund dieser Initiative sind der in Arbeit befindliche neue Flächennutzungsplan, das Wachstum der Stadt, der expandierende Flughafen, der frei werdende Fliegerhorst und der geplante S-Bahn-Ringschluss.

Was die Cima herausfinden wollte, skizzierte bei der ersten, von Günther Pech moderierte Unternehmerkonferenz am Mittwoch im Ford-Autohaus Ewald Christian Hörmann. „Es geht um die qualitative Weiterentwicklung des Gewerbestandortes Erding. Wir wollen alle Potenziale erkennen, um sie sinnvoll zu nutzen.“ Dazu habe man den aktuellen, aber auch den künftigen Bedarf ermittelt, so Hörmann weiter.

Die Ergebnisse zeigen: Die Erdinger Wirtschaft setzt weiter auf Wachstum. Das berichtete Hörmann vor über 200 Gästen, die Oberbürgermeister Max Gotz mit dem Hinweis begrüßt hatte: „Der Stadtrat braucht für seine Entscheidungen Impulse.“ So rechnen 51 Prozent der befragten Betriebe mit konstanten Umsätzen, 41 gehen von einer Steigerung in den nächsten fünf Jahren aus. Nur fünf Prozent sind negativ gestimmt. 15 Prozent wollen laut Cima in naher Zukunft erweitern, zwölf Prozent innerhalb der Stadt umziehen – meist in größere Objekte. 16 Prozent monierten einen Mangel an Flächen.

Dirk Urland, Vorsitzender des Gewerbevereins, merkte in diesem Kontext an, dass die Unternehmen unter Beschränkungen litten. „Vor allem die hohen Preise sind ein Problem“, so Urland. Darunter hätten gerade Handwerksbetriebe zu leiden. Er brachten Handwerkerhöfe und Gründerzentren ins Spiel.

Als Ziel formulierte Hörmann, „so viel Nachfrage wie möglich in der Stadt zu bedienen“. Auch er sprach sich für Handwerkerhöfe und Gründerzrenten aus Aktuell summiere sich der nachgefragte zusätzliche Flächenbedarf auf fast 18 Hektar. „Elf Hektar lassen sich derzeit nicht am bestehenden Standort decken.“ Dies sagte Hörmann in Anspielung auf die Pläne der Stadt, an der Dachauer Straße/Sigwolfstraße ein größeres Industriegebiet zu realisieren – ein umstrittenes Vorhaben.

Die Cima rechnet mit einer konstant hohen und wachsenden Nachfrage, sobald der Ringschluss fertig und der Fliegerhorst als größte städtebauliche Entwicklungsfläche in ganz Deutschland frei ist.

Weitere Handlungsanleitungen der Cima waren, den Bildungsstandort mit Hochschule und Bundeswehr-Institut Wiweb an der Spitze weiter auszubauen, um Fachkräfte zu gewinnen und zu sichern. Erding sollte ein Flächenmanagement aufbauen. Auch einen hauptamtlichen Wirtschaftsförderer brachte Hörmann ins Spiel.

Über seine Erfahrungen in dieser Funktion berichtete Christoph Winkelkötter aus Starnberg. „Vernetzung von Wirtschaft und Politik ist wichtig“, lautete sein Credo. Als Beispiele nannte er regelmäßige Treffen, den Nahverkehr, eine bessere Breitbandversorgung, einen Tag der Ausbildung und Anstrengungen im Wohnungsbau.

In der Diskussion sagte ein Steuerberater, Büroflächen seien in Erding Mangelware. Dazu merkte Harald Irl an, im Semptpark würden aktuell viele Dienstleistungsflächen wieder belegt. Bäcker Max Neumaier schlug ein Azubi-Wohnheim vor. Dies würde das Besetzen von Lehrstellen erleichtern. Hotelier Friedrich Staudinger hielt eine Jugendherberge für sinnvoll. Barbara Gruber vom gleichnamigen Gewandhaus zeigte sich besorgt über den Ausbau der Gewerbeflächen am Airport. Die langen Öffnungszeiten dort benachteiligten Firmen im Umland massiv.

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