Die Erdinger Feuerwehren waren Thema beim SPD-Frühschoppen. Es diskutierten (v. l.) Feuerwehrreferent Hans Schmidmayer, Kommandant Manfred Kordick und Andreas Mayr, Vorsitzender des Feuerwehrvereins. foto: seidel

Situation der Erdinger Feuerwehren ist Thema beim Frühshoppen der SPD

Erweiterung in Erding und Altenerding „unumgänglich“

Erding – „Ein kleiner, aber elitärer Kreis“, so Hans Schmidmayer, traf sich am Sonntag zum Politischen Frühschoppen der SPD. Thema: die Situation der Erdinger Feuerwehren. Unterstützt von den Kommandanten der Feuerwehren Erding, Altenerding und Langengeisling berichtete der 3. Bürgermeister und Feuerwehrreferent der Stadt über den Ist-Zustand und Zukunftspläne.

Sämtliche Aktive seien im Ehrenamt. „Bei den Damen ist die Tendenz stark steigend“, so Schmidmayer. Auch mit der Jugendfeuerwehr, derzeit 121 Mitglieder, sei man gut aufgestellt. Unterstützt werden die Freiwilligen nur durch drei angestellte Gerätewarte.

Im vergangenen Jahr mussten 800 Einsätze gefahren werden, zehn Prozent davon wegen eines Brandes. Mit gemischten Gefühlen werden die 39 Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen beurteilt. Zum Einen sinke die Motivation der Aktiven, die hierfür zumeist ihren Arbeitsplatz verlassen müssen. Grundsätzlich sei aber schon ein einziger Ernstfall, sofern rechtzeitig gemeldet, unter Umständen lebensrettend. Schmidmayer appellierte an die Firmen, die Brandmeldeanlagen instand zu halten und möglichst zu modernisieren.

Die Freistellung beim Arbeitgeber sei an sich kein Problem, „allerdings bleibt die Arbeit eben meist liegen und muss nachgeholt werden“, ergänzte Erdings FF Kommandant Manfred Kordick. Dies könne „auf Dauer nicht so bleiben“, sagte Schmidmayer. Durch Mitarbeiter des Bauhofes und die Gerätewarte könne bei Tageseinsätzen die Zahl jener Ehrenamtlichen reduziert werden, die vom Arbeitsplatz weg müssten.

Die erweiterte Feuerwehrbedarfsplanung, die „in naher Zukunft vorgelegt wird“, so Schmidmayer, soll die Entwicklung der nächsten 30 Jahre berücksichtigen. Vorrangig gehe es um die Feuerwehrgerätehäuser in Erding und Altenerding, wobei eine Erweiterung unumgänglich sei. Insbesondere in Erding verschlinge die Sanierung des Altbestandes „immenses Geld“, so Schmidmayer.

Standorte für einen Neubau seien jedoch stark eingeschränkt. An der Lebzelterstraße sei „ein hochinteressantes Areal“, auf dem die Feuerwehr, Wohnbebauung und ein Vollsortimenter anzusiedeln wären. Schmidmayer ging noch einen Schritt weiter und brachte „eine Art subventionierte Wohnung für ehrenamtliche Aktive“ ins Spiel. Schließlich fehle es in Erding an bezahlbarem Wohnraum. Angedacht ist zudem, die Fliegerhorst-Feuerwehr nach der Konversion der Flächen weiter zu nutzen. Die Feuerwehr auszulagern, werde nicht funktionieren, erklärte Schmidmayer, aber dort könnten mit dem Service-Zentrum des Landkreises platz- und lärmintensive Ausbildungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Bekannte Sorgen sprach Schmidmayer am Rande des Frühschoppens an. Die Feuerwehr hat die Vorgabe, den Einsatzort binnen zehn Minuten zu erreichen. „Das wird ad absurdum geführt“, berichtete er, wenn die Feuerwehrzufahrt zugeparkt sei. Er appellierte an alle Verkehrsteilnehmer, die Beschilderung zu beachten. Denn im schlimmsten Fall könne der Halter eines hinderlich geparkten Fahrzeugs wegen fahrlässiger Tötung beklagt werden.  

gse

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