Modeschöpferin Laura Biagiotti gestorben

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Bunt wie diese Luftballons ist das Leben an der Mädchenrealschule Heilig Blut. Diese ließen die Schülerinnen im Rahmen der Aktion "Schule gegen Rassismus" steigen.

120 Jahre Mädchenrealschule Heilig Blut 

Erziehungsanstalt für Erdings Töchter

Erding - Mit einem unterhaltsamen Streifzug durch die wechselvolle Geschichte feiert die Mädchenrealschule Heilig Blut heute ihr 120. Jubiläum.

Der Festakt zum 120-jährigen Bestehen beginnt am heutigen Dienstag um 19 Uhr in der Turnhalle der Mädchenrealschule Heilig Blut. In all den Jahren hat die Schule die familiäre Atmosphäre mit achtsamem Blick auf jede einzelne Schülerin, die christliche Ausrichtung und musische Bildung bewahrt. Gleichzeitig hat sich vieles geändert.

Die moderne sechsstufige Realschule mit breitgefächerten Angeboten befindet sich in beständiger Weiterentwicklung. Bis zu 1045 Schülerinnen werden in Heilig Blut unterrichtet und können verschiedene Ausbildungsrichtungen wählen. In Bläser- und Chorklassen setzt sich die musische Tradition fort. Aus der Hausaufgabenbetreuung am Nachmittag entwickelte sich die gebundene Ganztagesklasse, wobei der offene Ganztagesbereich nach wie vor nachgefragt wird. Zur zeitgemäßen Ausstattung gehört eine Kombination aus Beamer, Computer und Dokumentenkamera in jedem Klassenzimmer.

Im Ranking verzeichnet die Mädchenrealschule Heilig Blut sehr gute Abschlüsse. Das wird als Verpflichtung gesehen, stetig besser zu werden und auf aktuelle Bedürfnisse zu reagieren.

Ein kurzer Blick in die Historie: 1896 startete der Schulbetrieb mit Internat als Erziehungsanstalt für die Erdinger Töchter, eröffnet vom Orden der Armen Schulschwestern (Stammsitz: Münchner Angerkloster). Vorbesitzerin Franziska Widnmann hatte das Schlösschen an die Stadt Erding veräußert und ihr noch 10 000 Mark vermacht, mit der Auflage, dort eine Ordensschule einzurichten.

Schon damals wurde neben Deutsch, Erdkunde, Naturkunde und Religion auch Französisch, Klavier und Buchführung unterrichtet. Der Tagesablauf war streng geregelt: 5.30 Uhr Wecken, Gebet, Frühstück, Heilige Messe, dann Unterricht, Essen, Aufräumen, nachmittags Handarbeiten, Klavier, Französisch, Religion oder Singen; ab 17.30 Uhr Hausaufgaben, nach dem Abendessen leichte Handarbeiten. Um 20 Uhr wurde das Licht ausgedreht.

1927 eröffnete Oberin Dolores Praller den ersten Anbau. In der NS-Zeit wurde die Schule wegen ihrer klösterlichen Ausrichtung aufgelöst und zum „Deutschen Schulheim“ umfunktioniert. Wegen sinkender Schülerzahlen wandelte man das Heim in eine Anstalt für Jungen um. Mädchen hatten nur noch Gastrecht. Später ging daraus das Erdinger Gymnasium hervor.

Ende des Krieges übernahmen die Schwestern erneut die Schule. Die Platznot wurde mit dem Südbau gelöst, daneben Schülerheim, Mittel- und Haushaltungsschule nun auch die Oberschule im Gebäude untergebracht war. Die unvergessene Schwester Lauretta bezog am Eingang ihr Domizil im Pförtnerzimmer. 1967 wurde der Nordbau eingeweiht. Nachwuchssorgen des Ordens hatten zur Folge, dass zum Schuljahr 1971/72 die Erzdiözese München und Freising die Trägerschaft der Schule übernahm – damals ein Novum. 1996 begann man mit dem Bau einer neuen Turnhalle.

Ein weiterer Anbau hatte einschneidende Konsequenzen für den Unterrichtsbetrieb. Um ins Schulhaus zu gelangen, musste man über einen Holzsteg klettern. Zeitweise war sogar ein Umweg um die Kirche Heilig Blut nötig. Die Lehrkräfte kamen hoffnungslos zu spät in ihre nächste Stunde. Nach zehn Jahren war diese Bauphase beendet.

Im Juli 2000 verließen die letzten Schwestern die Schule. Auf Direktor Bernhard Christian folgte Ludwig Kirmair. Seit 2011 leitet Josef Grundner die Mädchenrealschule.

Vroni Vogel

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