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Volles Haus in der Aula des Korbinian -Aigner-Gymnasiums: Zur Abiturfeier brachten viele Absolventen ihre Familien mit. Die schuleigene Big Band II spielte auf.

Abiturfeier am Korbinian-Aigner-Gymnasium 

„Es sind alle Sieger“

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Erding - 145 Abiturienten des Korbinian-Aigner-Gymnasiums bekamen am Freitag ihre Zeugnisse überreicht. Schulleiter Hans-Joachim Fuhrig animierte sie in seiner Ansprache, auf ihrem weiteren Weg vor allem Engagement zu zeigen.

Eine bunte Wolke aus Luftballons stieg am Freitagnachmittag vom Schulhof des Korbinian-Aigner-Gymnasiums (KAG) in den Erdinger Himmel. Wer sie gezählt hat, kam auf 145 Ballons. Für jeden Abiturienten, der sein Zeugnis bekam, einer. Besonders stolz ist Schulleiter Hans-Joachim Fuhrig darauf, dass 42 von ihnen eine Eins vor dem Komma stehen haben, zwei das Abi sogar mit 1,0 abschlossen.

Bevor die Abiturienten befreit ihre Ballons fliegen lassen konnten, gab es für sie noch einen feierlichen Abschied. Entsprechend festlich war die Atmosphäre in der voll besetzten Aula. Viele waren mit ihren Angehörigen gekommen.

Landrat Martin Bayerstorfer rief die Abiturienten dazu auf, Verantwortung zu übernehmen. „Ich möchte Sie bitten und ermuntern, sich in Staat und Gesellschaft einzubringen“, sagte er. Er zollte nicht nur den Einser-Schülern seinen Respekt, sondern „es sind alle Sieger“, die das Abitur geschafft haben.

Erdings Oberbürgermeister Max Gotz dankte auch den Lehrern für ihr Engagement. Den Schülern wünschte er, dass sie gern an ihre Schulzeit zurückdenken können und in den kommenden Wochen viel Spaß haben. Er wisse von seinen eigenen Kindern, dass sie nun erst mal ein wenig reisen möchten.

Die Elternbeiratsvorsitzende Barbara Winkler machte darauf aufmerksam, dass die Feierstunde auch für die Eltern eine Wende im Leben sei. Diese würden sich jetzt noch gut an den Beginn der Schulzeit erinnern und an die Zeit, in der „so manches Pausenbrot geschmiert und vielleicht nicht gegessen“, Kuchen gebacken oder Turnbeutel hinterhergefahren wurden. Sie hätten mit Vokabeln gepaukt, wären an Matheaufgaben verzweifelt und hätten „die Pubertät überlebt“. Das Abi sei eine gute Basis für den Start ins Erwachsenenleben. „Lasst euch auf eurem Weg nicht einengen, hinterfragt kritisch, nehmt Vorschläge an, aber trefft eure Entscheidung selbst“, sagte Winkler.

„Es ist die Zeit des Umbruchs und des Wandels“, betonte Schulleiter Fuhrig. Das betreffe aber nicht nur die persönliche Entwicklung der Abiturienten, sondern die Gesellschaft und die Welt. Fuhrig nannte den Brexit, den Austritt der USA aus dem Klimaschutzabkommen und die hohen Flüchtlingszahlen in vielen Ländern als Beispiele.

Er ermahnte die Schüler, sich politisch zu informieren und auch bei der Bundestagswahl im September eine „gültige Stimme“ abzugeben.

Von nun an seien seine Schützlinge auf sich gestellt, sie sollen nun selbst bestimmen – und sich engagieren, ob im Sport, für die Gesundheit, für die Hobbys oder bei ehrenamtlichen Tätigkeiten für Vereine und Verbände.

„Nutzen Sie aber auch Zeit für sich, für Beziehungen, für die Familie“, riet Fuhrig. Für ihr kommendes Leben bräuchten die jungen Leute nun eine „gehörige Portion Mut und Selbstbewusstsein“, so der Schulleiter. Die Jazzsängerin Ella Fitzgerald habe einmal gesagt, dass man sich nicht von den Dingen abbringen lassen solle, die man tun will, und wenn Liebe und Inspiration vorhanden seien, könne nichts schiefgehen.

Es sei vor allem wichtig, so Fuhrig, den Lebensweg mit vollem Engagement zu gehen, auch wenn der Erfolg sich nicht sofort einstelle: „Mahatma Ghandi hat einmal gesagt: ,Genugtuung liegt im Einsatz, nicht im Erreichen.‘ Denken Sie immer an diese Worte und an die von Ella Fitzgerald!“

Nach der Zeugnisübergabe, die Fuhrig und Oberstufenkoordinator Markus Mitschke gemeinsam vornahmen, wurden sechs besonders engagierte Schüler geehrt. Die Auszeichnungen übergab die Vorsitzende des Fördervereins, Ulla Dieckmann. (Henry Dinger)

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