Markus Höß (r.), Schulleiter am Dorfener Gymnasium, während einer Direktoratssitzung per Videokonferenz mit Christian Hoene (l. am Monitor), Sonja Schweiger und Wolfgang Lanzinger.
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„Ich glaube, die Ausstattung passt“: Markus Höß (r.), Schulleiter am Dorfener Gymnasium, blickt der Öffnung seiner Schule für die Q12 ab Montag gelassen entgegen. In unserem Bild befindet er sich gerade in einer Direktoratssitzung per Videokonferenz mit Christian Hoene (l. am Monitor), Sonja Schweiger und Wolfgang Lanzinger.

Direktoren sehen Wechselunterricht der Abschlussklassen gespalten entgegen

Wechselunterricht der Abschlussklassen: „Es wird eine Herausforderung“

  • Veronika Macht
    vonVeronika Macht
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Zurück in die Schule heißt es ab Montag zumindest für einige Schüler. Ab 1. Februar kehren unter anderem die Q12 des Gymnasiums sowie die Jahrgangsstufen 12 und 13 der FOS/BOS in den Wechselunterricht zurück. Für Schulen und Lehrer bedeutet das einmal mehr, innerhalb kürzester Zeit auf Vorgaben des Kultusministeriums zu reagieren.

Erding/Dorfen – „Wir freuen uns, wenn endlich wieder Schüler zu uns zurückkehren“, sagt Markus Höß, Schulleiter am Gymnasium Dorfen – wenn auch vorerst nur im Wechselunterricht. Ein Teil der Klasse wird also in der Schule unterrichtet, der andere zuhause digital.

Laut Höß hatte man schon vor Weihnachten „für sämtliche Szenarien alles parat“. Glasfaseranbindung, ein Leitfaden für Distanz- und Wechselunterricht, Luftfiltergeräte: „Ich glaube, die Ausstattung passt, und ich bin wirklich gelassen. Natürlich sehen wir erst im Live-Betrieb, ob es irgendwo hapert. Aber ich denke, dass wir diese Herausforderung gut meistern können.“ Höß betont, dass dafür in den vergangenen Monaten hart gearbeitet worden sei: „Die Kollegen legen sich wahnsinnig ins Zeug, und wir haben uns digital extrem weiterentwickelt in den letzten Monaten. Ich denke, wir können am Montag ohne Probleme starten.“

Davon geht man auch am Korbinian-Aigner-Gymnasium Erding aus. „Es funktioniert technisch, wir können den Unterricht streamen, das läuft gut bei uns“, sagt Schulleiterin Andrea Hafner. Ab Montag ist die Hälfte der insgesamt knapp 160 Q12-Schüler in Präsenz da, die Woche drauf dann die zweite Gruppe. Das sei wichtig für den Kontakt, zudem könne sich gezielter um schwächere und weniger motivierte Schüler gekümmert werden. Die jeweils andere Gruppe verfolge währenddessen den Unterricht daheim per Livestream.

„Für den Lehrer selbst ist der Hybridunterricht die aufwendigste und zeitintensivste Variante“, sagt Hafner: Der Lehrer müsse präsent sein und gleichzeitig die Schüler daheim einbeziehen; und dann müsse er vielleicht nach den ersten beiden Stunden wieder reinen Online-Unterricht in einer anderen Klasse halten. „Das wird wirklich eine Herausforderung“, ist Hafner überzeugt.

„Herausfordernd“ nennt auch Jens Baumgärtel, Schulleiter der FOS/BOS Erding, die neuen Regelungen des Kultusministeriums. Seine Schule hat mit Abstand die meisten Absolventen: Rund 500 besuchen die Klassen 12 und 13. Zwar habe man sich bereits seit der Ankündigung des Ministerrats vor gut einer Woche auf mehrere Szenarien vorbereitet, „jetzt sind wir aber durch das Schreiben noch mal etwas überrascht worden und haben unser Szenario angepasst“, erklärt Baumgärtel.

Während die rund 350 Elftklässler im Distanzunterricht bleiben, sind in den Stufen 12 und 13 jeweils geteilte Klassen im täglichen Wechsel im Präsenzunterricht, der nach regulärem Stundenplan stattfindet. Für jeweils die Gruppen, die zuhause sind, soll es zumindest in den nächsten drei Wochen keinen Hybridunterricht geben: „Diese Schüler bekommen Aufgaben, die der Vorbereitung auf die Leistungsnachweise dienen“, erklärt Baumgärtel.

Zu diesen Leistungsnachweisen – in den nächsten drei Wochen stehen fünf bis sechs an – kommen alle Schüler in die Schule. Dafür werden neben den Klassenräumen auch die Turnhalle der benachbarten Berufsschule und die Aula genutzt. „Da haben wir knapp 200 Plätze, damit kommen wir sehr gut aus, um Abstände einhalten zu können“, erklärt der Schulleiter. Eventuell ließen sich für diese Termine auch noch Luftreinigungsgeräte von anderen Schulen leihen.

Die Leistungsnachweise direkt nach der Rückkehr in den Präsenzunterricht sei für die Schüler ein großes Thema gewesen, sagt Thomas Kiesewetter. Der Vorsitzende des Elternbeirats ist deshalb voll des Lobes für die FOS/BOS, weil sie die anstehenden Prüfungen ein wenig entzerrt habe: „Dass man es trotz allem geschafft hat, die Aufgaben auf drei Wochen zu verteilen und ausreichend Vorbereitungszeit einzuräumen – sicherlich zu Lasten der Lehrer –, finde ich wirklich toll“, sagt er. „Grenzwertig“ findet Kiesewetter hingegen, wie knapp das Kultusministerium die Schulen erneut informiert hat.

Wie es an der FOS/BOS nach den drei Wochen weitergeht, müsse man abwarten, sagt Baumgärtel. Auf jeden Fall bekomme die Schule am Montag zwei zusätzliche Leitungen mit höherem Upload. „Wir haben die Hoffnung, in zwei bis drei Wochen technisch in der Lage zu sein, für die Klassen Hybridunterricht anzubieten“, sagt der Schulleiter.

An der Berufsschule ändert sich übrigens nichts: Zwar gehen auch Berufsschüler in den Wechselunterricht, bei denen bis zum 26. März Abschluss- oder Kammerprüfungen anstehen. „Aber wir haben keine Klassen, die unter diese Definition fallen“, sagt Schulleiter Dieter Link und hofft, „dass wir Mitte Februar sehr schnell wieder in einem normalen Präsenzunterricht landen“.

vam

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