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Nach 60 Jahren ein Sanierungsfall ist das evangelische Gemeindehaus neben der Erlöserkirche in Klettham. Seit einer Woche läuft bis voraussichtlich Oktober diesen Jahres die Kernsanierung. Danach steht der Gemeinde wie dem Stadtviertel ein größerer Saalzur Verfügung.

Evangelische Erlöserkirche: Gemeindehaus wird für 600 000 Euro saniert und umgebaut

Klettham bekommt ein Bürgerhaus

  • Hans Moritz
    vonHans Moritz
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Nur etwas mehr als ein Jahr nach Abschluss der 2018 begonnenen Sanierung der Erlöserkirche als Baudenkmal von nationaler Bedeutung geht die evangelische Kirchengemeinde Erding das nächste Bauprojekt an: Sanierung und Umbau des ebenfalls an der Friedrichstraße liegenden Gemeindezentrums.

Erding– Es soll bis Oktober Bestandteil des Projekts Soziale Stadt in Klettham Nord und damit ein Gemeindezentrum für den gesamten Ortsteil werden. 600 000 Euro sind veranschlagt, die Landeskirche stellt 280 000 Euro bereit, weitere Zuschussgeber haben Anträge von Pfarrer Christoph Keller vorliegen. 300 000 Euro muss indes die Kirchengemeinde selbst aufbringen – aus Spenden. Es ist die gleiche Summe, die die örtliche Kirche auch für die Sanierung des Gotteshauses sammelte.

Das kleine Gemeindehaus östlich der Erlöserkirche ist eines von drei der Kirchengemeinde – und bislang das unbekannteste. Es befindet sich hinter der hohen Ziegelmauer, die auch die Kirche von der Straße abschirmt. Zuletzt, berichtet Keller, befanden sich ein Büro der Diakonie und ein recht bescheidener Gemeinderaum darin. Die Pfarrerwohnung war bis Ende vergangenen Jahres von Geflüchteten bewohnt.

Seit Montag voriger Woche haben in dem wie die Kirche denkmalgeschützten Gebäude Bauarbeiter des Sagen. Der Münchner Architekt Jörg Rehm, der ab 2017 auch die Kirchensanierung fachlich begleitet hat, berichtet: „Die Wand zwischen dem Gemeinderaum und dem früheren Wohnzimmer kommt raus, damit wir einen größeren Saal schaffen können.“ Das derzeit ohnehin verwaiste Büro der Diakonie wird saniert. Der Rest der Wohnung wird in ein Büro umgewandelt, das voraussichtlich ab Herbst der Nachfolger von Pfarrerin Andrea Oechslen beziehen wird.

Die Bewerbungsfrist endet laut Keller diese Woche, „einige Interessierte haben sich gemeldet“. Oechslen hatte ihre Geschäfte überwiegend von ihrer Dienstwohnung in Siglfing aus geführt.

Ebenfalls neu geschaffen werden ein Besprechungs-, ein kleinerer Gruppen-, ein Abstellraum und eine Garderobe – und das alles auf kompakten 200 Quadratmetern Grundfläche.

Pfarrer Keller erhofft sich von dem Büro im Gemeindehaus eine Belebung des Ensembles. „Wir wollen hier wieder mehr Veranstaltungen abhalten“, kündigt er an. Mit „Wir“ sei nicht nur die Kirche gemeint. Denn direkt nebenan befindet sich das – neue – Quartiersmanagement der Stadt für Klettham Nord. Rathaus und Pfarramt schwebt gemeinsame Arbeit vor. „Es soll ein Bürgerhaus werden, das von möglichst vielen Gruppen genutzt wird“, blickt Keller voraus.

Die von vielen als trennend empfundene Mauer zur Straße darf laut Architekt Rehm aus denkmalschützerischen Gründen zwar nicht abgerissen werden, dafür verschwindet der wenig ansehnliche Parkplatz im Osten des Kirchengeländes. Dort ist bekanntlich ein neuer, grüner Treffpunkt geplant, auf dem auch ein Wochenmarkt denkbar ist.

Keller gibt zu, dass Parkplätze in dem Bereich schon jetzt Mangelware seien. „Dafür legen wir neue nördlich der Kirche an der Georgenstraße an“, verspricht er.

Rehm berichtet, der Denkmalschutz erleichtere Sanierung und Umbau nicht gerade. „Die Hülle muss unberührt bleiben.“ Allerdings müsse im Inneren ein Sanierungsstau behoben werden, immerhin seien Kirche und Gemeindehaus knapp 60 Jahre alt. Die Installationen werden erneuert, schadstoffhaltige Altlasten entfernt. Für Keller eine wichtige Botschaft: „Das Bürgerhaus wird danach barrierefrei sein, auch die Toiletten, die bisher im Keller waren.“

Für ihn ist es „keine Selbstverständlichkeit, dass sich die Landeskirche hier erneut so stark finanziell engagiert“. Ihr sei es ein Anliegen, das Gemeindeleben zu stärken. Dennoch werde es ohne Spenden nicht gehen. Wer seinen Beitrag leisten möchte, findet auf der Homepage www.evkirche-erding.de nähere Informationen.

ham

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