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Evangelische Kirchengemeinde 

Ein kritischer Geist geht

40 Jahre lang war Dietrich Ruge in der evangelischen Gemeinde Erding Prädikant. Nun wurde er von diesem Amt entbunden – mit Dank und Anerkennung.

Von Elvi Reichert

Erding Prädikanten sind Absolventen einer speziellen theologischen Ausbildung. Sie fungieren als Predigthelfer oder Laienprediger und unterstützen die Pfarrer. In Erding war das über vier Jahrzehnte lang Dietrich Ruge.

Im Festgottesdienst zum zweiten Advent verlas Dekan Jochen Hauer die Dankurkunde von Regionalbischöfin Susanne Breit-Kessler und erinnerte an die vielen Jahre, die Ruge sehr aktiv im Dienst der Kirche verbracht habe. „Der Umgang mit ihm war nicht immer einfach, seine Gottesdienste zelebrierte er in einer ihm eigenen Art. Er hat diese lebendig und vielseitig gestaltet und damit das Gemeindeleben bereichert“, sagte Hauer.

Auch Pfarrer Christoph Keller dankte Ruge für dessen langjährige Tätigkeit, unzählige Taufen, Trauungen und Beerdigungen. Aber auch für seinen Religionsunterricht an den Schulen. Keller verwies darauf, dass Ruge immer ein Sucher war. „Er stand hinter dem, was er sagte, auch wenn er damit aneckte. Er polarisierte in der Gemeinde, hielt um des Friedens Willen nicht still, sondern vertrat seine Sache.“

In seiner Abschiedsrede als Prädikant verlas Ruge einen Brief Martin Luthers an den Augustiner-Eremit Georg Spenlein aus dem Jahr 1516. Leidenschaftlich und stimmgewaltig trug er den Text vor, in dem es darum geht, immer Spitzenleistungen erbringen und im Stress leben zu müssen. Für Ruge selbst war das größte Geschenk des Gottesdienstes die Kantate von Johann-Sebastian Bach „Wachet, betet – betet, wachet“.

Die Kantorei der evangelischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Regina Doll-Veihelmann sang diese ausdrucksvolle Kantate inbrünstig und stimmgewaltig, dann wieder leise und andachtsvoll. Unterstützt wurde der Chor durch Mitglieder des Erdinger Kammerorchesters und des Bayerischen Rundfunks sowie Vadym Palii an der Truhenorgel. Solistin Juliane Gredmaier überzeugte mit einem glockenhellen Sopran ebenso wie Andreas Stauber mit seinem warmen Tenor und Manuel Add, dem der Spagat zwischen einem tiefen Bass und einem sofort folgenden hohen Ton perfekt gelang.

Keller ging zwischen den Teilen der Kantate auf das Leben und Wirken Bachs ein und erklärte, dass der Komponist hier die Ängste der Menschen, die Furcht vor ihren Sünden und dem Weltuntergang verarbeitet habe, aber auch Freude und Zuversicht aufzeigen wollte.

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