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Fleißiger Arbeiter für die SPD: Ewald Schurer (†) hier im Landtagswahlkampf 2013.

Trauer um SPD-Bundestagsabgeordneten

Ewald Schurer ist tot

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Völlig überraschend ist SPD-Politiker Ewald Schurer verstorben. Genossen und Vertreter anderer Parteien zeigen sich geschockt. Darüber hinaus verliert der Wahlkreis einen der beiden Bundestagsabgeordneten. Schurers Nachrücker ist ein Mittelfranke.

Landkreis – Über die Parteigrenzen hinweg herrscht im Bundestagswahlkreis Erding-Ebersberg tiefe Trauer über den Tod des SPD-Abgeordneten Ewald Schurer. Der 63-Jährige starb in der Nacht von Samstag auf Sonntag in seinem Haus in Ebersberg. Über die Todesursache gab es am Sonntag keine näheren Angaben.

Nach Informationen unserer Zeitung lag Schurer tot im Bett, als ihn seine Lebensgefährtin am Morgen wecken wollte. Noch am Samstag hat er nach Angaben aus SPD-Kreisen Termine absolviert. Seine Lebenspartnerin schrieb auf Facebook: „Der schlimmste Tag in meinem Leben: Mein geliebter Mann und Partner ist gestorben.“

Tiefe Bestürzung und große Trauer drückt die Erdinger Kreis-SPD in einer ersten Stellungnahme aus. Die Partei verliere „einen engagierten Sozialdemokraten und Kämpfer für die soziale Gerechtigkeit“. In vielen Jahren in führender Funktion in der SPD habe er „viele Mitglieder und Funktionäre ermuntert, motiviert und unterstützt“, schreiben die Erdinger Genossen. SPD-Kreisvorsitzender Martin Kern zeigte sich fassungslos. „Ich habe ihn für seine geradlinige und bodenständige Art bewundert, und uns hat eine Freundschaft verbunden“, erklärte er auf Nachfrage. „Sein Tod ist politisch und menschlich ein unbeschreiblicher Verlust“, sagte Kerns Stellvertreterin Ulla Dieckmann.

„Mach‘s gut Ewald“

Nach Angaben des Ebersberger SPD-Ortsvorsitzenden Dirk Schött habe der 63-Jährige noch bis zuletzt Termine wahrgenommen, nichts habe „darauf hingedeutet. Um so gelähmter fühle ich mich jetzt“. CSU-Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz meinte auf Nachfrage, er habe sich mit Schurer politisch „sicher nichts geschenkt, menschlich aber immer gut verstanden“. Der Ebersberger sei jemand gewesen, „der das, was er sagte, auch immer so vertrat“. Er sei bestürzt und traurig, meinte Lenz. Auf Facebook beendete er seinen Post mit den Worten: „Mach’s gut Ewald.“

Auch Grünen-Kreissprecherin Helga Stieglmeier äußerte sich bestürzt. Trotz politisch unterschiedlicher Positionen habe sie Schurer als fairen Diskutanten geschätzt. Er habe sich stark engagiert. „Auch als SPD-Bezirksvorsitzender war er sehr viel in seinem Heimatwahlkreis unterwegs. Das war schon eine Leistung“, lobte Stieglmeier.

Schurer trat 1972 in die SPD ein und war bis 1985 Juso-Vorsitzender in Südbayern. In Ebersberg gehörte er bis zuletzt dem Kreistag an. Nach der Volksschule hatte Schurer eine Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann absolviert und war dann zunächst als Disponent bei BMW und später als Kundenberater bei Dun & Bradstreet tätig. Auf dem zweiten Bildungsweg hatte er 1978 das Abitur abgelegt und sein Studium an der Fachhochschule 1988 als Diplom-Betriebswirt (FH) beendet.

SPD-Karriere mit Knick am Ende

Bei der Bundestagswahl 1998 zog der Ebersberger über die Landesliste erstmals ins Parlament ein. In eine private Krise geriet er, als er vier Jahre später den Wiedereinzug nicht schaffte, sich beruflich neu orientieren musste und seine Ehe zerbrach.

Schurer machte sich als Kommunikationsberater selbstständig, bis er 2005 wieder in den Bundestag gewählt wurde, dem er von da an ununterbrochen angehörte. Auch in der Partei machte Schurer Karriere.

Von 2009 bis heuer war er stellvertretender Vorsitzender der bayerischen SPD, von 2003 bis 2017 Vorsitzender der oberbayerischen SPD. Hier erlebte Schurer im Mai dieses Jahres eine herbe Niederlage, an der er bis zum Schluss knabberte. Er wurde beim Bezirksparteitag in seiner Heimatstadt Ebersberg abgewählt und musste mit Florian Ritter einem jüngeren Politiker Platz machen. Schurer war stinksauer und warf den Genossen damals in ersten Reaktionen Undankbarkeit vor. Mit seiner Bilanz war er dennoch zufrieden: „In meinen 14 Jahren als Bezirksvorsitzender habe ich aus einem subalternen Verein eine moderne Partei gemacht.“ 

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