+
Hier finden die Tumorkonferenzen statt (sitzend, v. l.): Professor Peter Herschbach (Roman-Herzog-Krebszentrum) und Landrat Martin Bayerstorfer; (stehend, v. l.) Professor Jörg Theisen (Chefarzt Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie, Leiter Darmzentrum), Ärztlicher Direktor PD Dr. Lorenz Bott-Flügel, Professor Rudolf L. Riepl (Chefarzt Gastroenterologie/Stoffwechsel, Koordinator Darmzentrum), Dr. Birg it Plattner (Chefärztin Gynäkologie/Geburtshilfe, Leiterin Brustzentrum) und Krankenhausdirektor Sándor Mohácsi. Keine Verlegungmehr notwendigWeiterbildungfür Erdinger Ärzte

Neue Hilfe für Tumorpatienten

Externe Experten helfen, Leben zu retten

  • schließen

Bei der individuellen Behandlung von Tumorpatienten hat das Klinikum Erding Luft nach oben. Bei der Diagnose sei man noch „viel zu grob“, sagt Professor Dr. Jörg Theisen. Um das Angebot für die Patienten vor Ort zu verbessern, geht das Klinikum jetzt eine Kooperation mit dem Comprehensive Cancer Center (CCC) München ein. So bekommt es bei komplizierten Erkrankungen noch mehr externen Expertenrat.

Erding– Deutschlandweit gibt es nur 13 CCCs, so genannte onkologische Spitzenzentren, die zahlreiche Qualitätskriterien erfüllen. Das berichtete Professor Dr. Peter Herschbach, Direktor des CCC München und des Roman-Herzog-Krebszentrums, bei der Vorstellung der Kooperation im Erdinger Klinikum. Insbesondere dessen Darmzentrum und die gynäkologische Abteilung profitieren von der Zusammenarbeit. Sie sieht gemeinsame patientenorientierte Fallbesprechungen sowie Therapiepläne beziehungsweise -empfehlungen vor. Zu diesem Zweck finden interdisziplinäre Tumorkonferenzen statt.

Immer wieder gibt es Patienten, bei denen Expertenrat von außen hilfreich oder sogar lebensrettend sein kann. Theisen berichtet von einem Fall, bei dem sich ein Tumor am Becken durch Unterbauchschmerzen geäußert hatte. Letztlich stellte sich das Ganze als spezialisiertes Sarkom heraus, das von allen möglichen Weichteilen aus kommen könnte. „Das ist eine Tumorart, die wir hier nicht häufig haben“, so Theisen. Zusammen mit dem CCC werde dann für die schwierige Behandlung ein kombiniertes Vorgehen geplant.

Einen großen Vorteil für die Patienten erklärte Landrat Martin Bayerstorfer: „So können Landkreisbürger, die bisher verlegt werden mussten, weiter wohnortnah in Erding behandelt werden. Gerade bei einer so schweren Erkrankung wie Krebs ist das für Patienten und ihre Familien von immenser Bedeutung.“ Das Erdinger Klinikum nimmt seit über 20 Jahren an sogenannten interdisziplinären Tumorkonferenzen teil, in der Ärzte aller Abteilungen sowie Kooperationspartner gemeinsam besprechen, welche Behandlungsform für welchen Patienten geeignet ist. Durch die neue Kooperation verspricht sich das Kreiskrankenhaus noch größeres Fachwissen.

Beim Austausch greifen die Ärzte auf moderne Technik zurück. Sprich: Sie kommen nicht zwangsläufig in einem Raum zusammen, sondern sie diskutieren via Video-Chat. „Virtuelles Zusammenkommen“ bezeichnet das Klinik-Chef Sándor Mohácsi. Beim Kampf um das Leben von Patienten ist also schneller Rat gefragt, aber eben auch individueller: Die Konferenzen können je nach Fall gezielt mit entsprechenden Experten bestückt werden.

PD Dr. Lorenz Bott-Flügel wies bei der Gelegenheit auf einen „massiven Wunsch“ in der Politik hin, immer mehr „Superzentren“ aufzubauen. Sprich: An einem Ort ist geballtes Fachwissen zu finden. Projekte wie die neue Kooperation würden auch für solche Superzentren sorgen, aber dank der modernen Kommunikationsmöglichkeiten müsse dafür „nicht alles eingestampft“ werden.

Die Zusammenarbeit mit dem CCC ermöglicht es den Erdinger Ärzten außerdem, im Roman-Herzog-Krebszentrum zu hospitieren und dort an Weiterbildungsveranstaltungen teilzunehmen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Landkreis kontrolliert Berglerner Busse
Zwischen Erding und Berglern funktioniert die Busverbindung noch nicht perfekt. Deshalb setzt der Landkreis auf dieser Linie verstärkt auf Kontrollen.
Landkreis kontrolliert Berglerner Busse
Grabgebühren in Wartenberg steigen
Aufgrund der Entwicklung der Unterhaltskosten steigen in Wartenberg die Grabgebühren um 25 Prozent.
Grabgebühren in Wartenberg steigen
Flughafen München: Pläne für Expresszug gescheitert - Politiker machen Unmut Luft
Eine Expressbahn zum Münchner Flughafen wird es vorerst nicht geben. Der Airport hat entsprechende Pläne nun begraben. Politiker machen ihrem Ärger Luft.
Flughafen München: Pläne für Expresszug gescheitert - Politiker machen Unmut Luft
Sandra I. und Michael I. führen St. Wolfgang in einen echten Fußballer-Fasching
Sandra Obermeier und Michael Gillhuber sind das neue St. Wolfganger Prinzenpaar. Sie sind auch im echten Leben ein Paar und teilen  eine Leidenschaft: Fußball.
Sandra I. und Michael I. führen St. Wolfgang in einen echten Fußballer-Fasching

Kommentare