+
Jens Baumgärtel (41) leitet die FOS/BOS Erding – noch kommissarisch. 

Fachober- und Berufsoberschule Erding 

Neuer Direktor kommt aus der Staatskanzlei

  • schließen

Die Fachober- und Berufsoberschule Erding hat endlich einen neuen und vor allem eigenen Direktor. Jens Baumgärtel leitet die Schule seit Mitte Dezember – noch kommissarisch, denn ein Mitbewerber versucht weiter, sich auf den Chefsessel an der Siglfinger Straße zu klagen. Erstinstanzlich ist er gescheitert, nun liegt die Personalie beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof.

Erding – Die Fachober- und Berufsoberschule Erding hat endlich einen neuen und vor allem eigenen Direktor. Jens Baumgärtel leitet die Schule seit Mitte Dezember – noch kommissarisch, denn ein Mitbewerber versucht weiter, sich auf den Chefsessel an der Siglfinger Straße zu klagen. Erstinstanzlich ist er gescheitert, nun liegt die Personalie beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof.

Mit der Berufung des 41-Jährigen endet ein vermutlich bayernweit einmaliges Kuriosum: Monatelang musste Dieter Link drei Schulen leiten – neben der FOS/BOS auch die Berufsschulen Erding und München-Land. Dazu war es gekommen, weil sich der frühere FOS/BOS-Leiter Gottfried Wengel und Stellvertreter Josef Biro auf andere Stellen wegbeworben hatten. Biro, der in der Lehrerausbildung tätig ist, ist nur noch einen Tag pro Woche in Erding.

Die FOS/BOS mit ihren rund 1000 Schülern bekommt mit Baumgärtel einen nicht nur schulisch erfahrenen Pädagogen. Der Studiendirektor war auch einige Jahre am Kultusministerium und in der Staatskanzlei, wo er Ministerpräsident Horst Seehofer zuarbeitete.

Baumgärtel wurde in Hof geboren. In der oberfränkischen Stadt wuchs er auf, ging zur Schule und machte Abitur. An der Friedrich-Alexander-Uni Erlangen-Nürnberg studierte er Wirtschaftspädagogik und im zweiten Fach Englisch auf Lehramt an beruflichen Schulen.

Ab dem Jahr 2000 leistete er sein zweijähriges Referendariat ab, an Wirtschaftsschulen in Erlangen und Hof sowie an einer Nürnberger Berufsschule. Seine erste reguläre Stelle als Lehrer trat Baumgärtel an der FOS/BOS in seiner Heimatstadt Hof an. Dort blieb er bis 2009. In seinen letzten Jahren in Hof arbeitete er dem Ministerialbeauftragten zu, unter anderem in der Evaluation.

Einen großen Karrieresprung machte der Oberfranke, als er danach ins Kultusministerium berufen wurde – ins Fachreferat für die Fach- und Berufsoberschulen. „In dieser Zeit wurden zwei neue Ausbildungsrichtungen geschaffen – Gesundheit und internationale Wirtschaft. Beides sind heute Regelfächer“, berichtet der Pädagoge. Auch sei er für Anfragen von Eltern und Schülern sowie aus dem Landtag zuständig gewesen.

Aus den geplanten fünf Jahren dort sollten nur drei werden, denn 2012 wurde Baumgärtel in die Staatskanzlei geholt – in das Spiegelreferat für Bildung und Unterricht. Am Franz-Josef-Strauß-Ring war er nicht mehr nur für die beruflichen, sondern für alle Schularten zuständig.

Von 2014 bis Ende vergangenen Jahres hieß es für den nun regierungserfahrenen Lehrer: Ab in den Süden. Die noch junge, erst 2012 gegründeten FOS Holzkirchen begleitete er als stellvertretender Direktor aus Containern in ihre erste richtige Unterkunft. 750 Schüler werden hier unterrichtet.

Bereits im März 2017 bewarb sich Baumgärtel auf die frei gewordene Stelle in Erding. Ende Juni hatte er die Zusage des Ministeriums. Doch der Weg war noch nicht frei, und ist es bis heute nicht. Denn ein Mitbewerber klagte, weil er nicht zum Zuge gekommen war. Im November stellte das Verwaltungsgericht München fest: Die Nachfolge Wengels sei korrekt verlaufen. Gegen dieses Urteil legte der Konkurrent Beschwerde beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof ein. Das hat noch nicht entschieden. So lange ist Baumgärtel kommissarischer Schulleiter.

Privat lebt der verheiratete Vater zweier Töchter (13 und 15 Jahre alt) in Grafing. Beim TSV Ebersberg spielt er Tischtennis. Privat geht er gerne wandern oder Ski fahren. „In meiner Heimat Oberfranken war das ja schon aus topografischen Gründen nicht möglich“, meint er augenzwinkernd. 

Hans Moritz

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Am Rast-Wieserl ist die Zeit irgendwie stehen geblieben
In Taufkirchen gibt es ein „Rast-Wieserl“. Das ist kein Freilaufplatz für Vierbeiner, sondern ein beliebter Treffpunkt für Nachbarn, die Ruhe und Gemütlichkeit lieben.
Am Rast-Wieserl ist die Zeit irgendwie stehen geblieben
O’zwickt is!
WhatsApp, Facebook, Instagram – das war einmal. Wer wirklich „in“ sein will, kommuniziert mit Glubbal. Die Zentrale des neuen Nachrichtendienstes steht derzeit auf dem …
O’zwickt is!
Bier und Hendl als Dank für die Ehrenamtlichen
Die Stadt Dorfen hat über 1200 ehrenamtlich tätige Bürger ins Volksfest eingeladen. Damit soll ihr Engagement gewürdigt werden.
Bier und Hendl als Dank für die Ehrenamtlichen
Blumen für treue Dienste
17 Jahre lang war Martina Hagl  eine unverzichtbare Mitarbeiterin für verschiedene Heimatzeitungen der Merkur-Gruppe. Nun verlässt sie das Unternehmen und widmet sich …
Blumen für treue Dienste

Kommentare