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Oft kein Durchkommen mehr gibt es für die Erdinger Stadtbusse. Deswegen müssen mit dem Jahresfahrplan 2018, der am Sonntag in Kraft tritt, einige Haltestellen gestrichen werden – zumindest bis die Freisinger Brücke fertig ist.

Fahrplanwechsel am Sonntag

Dauerstau: Haltestellen werden gestrichen

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Der ständig steigende Verkehr in der Erdinger Innenstadt und die Großbaustelle an der Freisinger Brücke zwingen den MVV, erste Haltestellen im Stadtbusnetz zu streichen. Noch ist nur von einer vorübergehenden Maßnahme die Rede.

Erding - Der neue Jahresfahrplan des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds (MVV) tritt am Sonntag in Kraft. Er wird vor allem für die Erdinger einige unschöne Überraschungen bereit halten. Denn einige Haltestellen werden nicht mehr angefahren.

Der Grund ist ein Erdinger Dilemma: Der Individualverkehr nimmt immer mehr zu, die Straßen sind längst nicht mehr nur zu den Stoßzeiten verstopft. In die Dauerstaus müssen sich auch die Busse einreihen. Verspätungen sind an der Tagesordnung. Nun hat der MVV die Reißleine gezogen – und kürzt das Haltestellennetz zumindest montags bis freitags.

Auslöser ist nach den Worten von MVV-Sprecherin Beate Brennauer die Sperrung der Freisinger Straße im Bereich der soeben abgerissenen Fehlbachbrücke. Sie versichert, dass die nun geopferten Haltestellen nach dem Neubau der Brücke wieder angefahren werden – also frühestens zum Fahrplanwechsel 2018/2019. „Wir lassen einige Stopps zur Sicherung der Fahrplanstabilität aus. Sie hat oberste Priorität. Teils werden sie durch andere Haltestellen ersetzt“, so Brennauer. Nur so könnten die Fahrpläne eingehalten werden.

Die Sprecherin will nicht ausschließen, dass es „durch den stark zunehmenden Verkehr zu weiteren Anpassungen“ komme. Von Einschnitten will sie lieber nicht sprechen. Man sei in regem Kontakt mit Stadt und Landkreis als Besteller sowie mit den betroffenen Unternehmen – im Erdinger Stadtverkehr die Firma Scharf.

Betroffen sind vier Stadtbuslinien – allerdings nur von Montag bis Freitag. Beim 530er Bus (Erding–Williamsville–Erding-West) wird die Haltestelle Am Stadion nur noch um 5.52 und um 6.14 Uhr bedient. Die Stopps Gewerbegebiet West und Valentin-Kirmeyr-Straße müssen komplett entfallen.

Auf der Linie 540 (ähnliche Routenführung) werden die Haltestellen Am Stadion, Gewerbegebiet West und Valentin-Kirmeyr-Straße nicht mehr angesteuert.

Für die Linie 550 (Erding–Therme–Erding) gelten diese Änderungen: Die Haltestellen Lange Feldstraße mit Schulen, Kindergarten und Altenheim sowie Otto-Hahn-Straße werden ausgelassen, die Max-Planck-Straße wird nur noch um 5.49 Uhr bedient.

Für die ähnlich verlaufende Linie 560 gilt: An Lange Feldstraße, Max-Planck-Straße und Otto-Hahn-Straße fahren die Busse vorbei. Seit Beginn der Bauarbeiten gilt das auf beiden Routen für den Haltpunkt Lange Zeile.

Es gibt auch Verbesserungen: Die neue Haltestelle Pauline-Nöthig-Straße in Altenerding wird ab Sonntag von den Linien 515 (Hallbergmoos–Erding) in Richtung Hallbergmoos und 520 (Erding–Pretzen–Altenerding–Erding) in beiden Richtungen angefahren.

Der Fahrplanwechsel betrifft auch die Buslinien des Landkreises. Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) hat die wichtigsten Änderungen zusammengefasst. Auf der RVO-Linie 562 gibt es eine zusätzliche Fahrt ab Taufkirchen um 9.17 Uhr nach Erding. An Sonn- und Feiertagen gibt es sechs statt vier Fahrten.

Die Linie 561 Wartenberg–Steinkirchen–Thalheim–Grucking–Bockhorn–Erding erhält laut VCD eine zusätzliche Fahrt nach Erding um 9.45 Uhr ab Wartenberg. Ab Bockhorn gibt es zudem eine weitere Fahrt um 9.33 Uhr Richtung Kreisstadt.

Die Linie 564 wird über Grüntegernbach aus dem MVV-Gebiet hinaus bis Buchbach verlängert. Die Linie 567 Dorfen–St. Wolfgang verfügt über eine zusätzliche Haltestelle: Straßberg in St. Wolfgang.

Zur S-Bahn erklärt VCD-Kreisvorsitzender Alfred Schreiber: „Wir fordern seit Jahren einen lückenlosen 20-Minuten-Takt zwischen München und Erding. Nunmehr gibt es den zumindest nachmittags.“ Zusätzliche Fahrten nach München starten in Erding um 19.38 und um 20.38 Uhr.

Ganz zufrieden ist Schreiber nicht. „Der Landkreis hinkt der Entwicklung weit hinterher.“ Während praktisch alle Landkreise um München ihre Buslinien ausbauten, „setzt Erding weiterhin aufs Auto – trotz enormen Einwohner- und Verkehrszuwachses. „Der Landkreis Erding droht im Verkehr zu ersticken, wenn nicht endlich das Busnetz ausgebaut wird“, so Schreiber.

Alle Änderungen im Detail gibt es unter www.mvv-muenchen.de.

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