Die falsche Sorte Sprit getankt

Moosinning - Eine Fahrt unter Alkoholeinfluss kommt eine 42-Jährige teuer zu stehen: Neben weiteren vier Monaten Führerscheinentzug muss sie 1500 Euro Geldstrafe bezahlen.

Südlicher Landkreis - „Ich habe seit dem Vorfall keinen Alkohol mehr getrunken. Das war mir eine Lehre“, erklärte die ehemalige Landkreisbürgerin und jetzige Münchnerin gestern vor dem Amtsgericht. Dort musste sie sich vor Richter Wolfgang Grimm wegen Trunkenheit im Verkehr verantworten.

Am 9. Januar war sie alkoholisiert abends auf der B 388 unterwegs gewesen. Wieviel und was sie wann getrunken hatte und ob sie von Moosinning Richtung Erding oder umgekehrt fuhr, darüber gab es verschiedene Aussagen. „Ich habe am Nachmittag meine Eltern besucht und zwei Gläser Wein getrunken“, erklärte die 42-Jährige. Später habe sie sich auf auf den Weg nach München gemacht. Doch Nähe Moosinning habe sie gemerkt, dass die Lenkung ihres BMW nicht mehr funktioniere. „Dann habe ich auf einer Wiese angehalten und meine Freundin angerufen, die mich abholen sollte“. Währenddessen hatte sie eine Flasche Prosecco geköpft und drei Viertel davon getrunken. Da war es laut der Bürokauffrau zirka 21.30 Uhr.

Gänzlich anders schilderte hingegen ein Zeuge die Situation. Er sei auf das weiße Fahrzeug aufmerksam geworden, weil es in Schlangenlinien vor ihm fuhr - jedoch von München in Richtung Moosinning. Dann habe das Auto jedoch rechts angehalten. Da der Zeuge den Verdacht hatte, dass die Person am Steuer alkoholisiert sei, rief er die Polizei und schilderte den Vorfall.

Der Anruf ging um 21.55 Uhr ein. Elf Minuten später war eine Streife vor Ort, die den Wagen auf einem Straßenrand wiederum Richtung München vorfand. Am Steuer saß die 42-Jährige, deren Alkoholisierung laut Einschätzung „des Polizeibeamten stark bis außer Rand und Band“ war. So wollte die Frau weder Führerschein noch Fahrzeugschein zeigen und auch nicht aussteigen. „Zwei Kollegen mussten die Frau mit körperlicher Gewalt aus dem Auto ziehen“, erklärte er. Im Krankenhaus Erding wurde schließlich eine Blutentnahme durchgeführt, die einen Mittelwert von 1,68 Promille ergab.

Grimm schenkte den Aussagen der Zeugen Glauben. Denn so schnell könne die Alkoholkonzentration bei einer Person nicht ansteigen. „Das geht nur bei einem berufsmäßigen Alkoholiker“, meinte er trocken. So muss der Alkohol schon vorher konsumiert worden sein.

Den Führerschein ist die 42-Jährige bereits seit dem Vorfall los und muss nun weitere vier Monate auf den Lappen verzichten. Außerdem muss sie 50 Tagessätze zu je 30 Euro bezahlen. (do)

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